Yılmaz Tunç äußert sich zu Can Atalay, Osman Kavala und Selahattin Demirtaş! Laut dem Minister liegt die Ursache des Problems in der Verfassung!
Justizminister Yılmaz Tunç äußerte sich zu den EGMR-Urteilen im Fall von Selahattin Demirtaş und Osman Kavala und argumentierte, dass der EGMR die Fälle politisch betrachte. Tunç behauptete zudem im Fall des inhaftierten Gezi-Häftlings und TİP-Abgeordneten für Hatay, Can Atalay, dass die Justiz in der Türkei „unabhängiger denn je“ sei.
Justizminister Yılmaz Tunç äußerte sich zu aktuellen Themen.
Im Gespräch mit CNN Türk nahm Tunç Osman Kavala und Selahattin Demirtaş sowie zu den EGMR-Urteilen und der rechtlichen Situation von Can Atalay, der trotz zweier Entscheidungen des Verfassungsgerichts über eine Grundrechtsverletzung nicht freigelassen wurde, Stellung.
„EGMR GEHT POLITISCH VOR“
„Der EGMR geht bei diesen Fällen politisch vor“, sagte Tunç und behauptete, dass neben dem Verfassungsgericht auch die Entscheidungen des Kassationshofs bindend seien, wobei er die ‚Verfassung als Ursache des Problems‘ bezeichnete.
Die Erklärungen von Minister Tunç lauten wie folgt:
„Der EGMR geht bei diesen Fällen politisch vor. Die Beweise, die zu dem Urteil führen, werden nicht aus juristischer Sicht bewertet. Unsere türkische Justiz hat in diesen Fällen Urteile gefällt, die den Kassationshof durchlaufen haben.
In unserer Verfassung gibt es unsere obersten Gerichte. Auch das Verfassungsgericht (AYM) zählt zu den obersten Gerichten. Die Aufgabenbereiche aller sind klar definiert. Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Verfassungsgericht und dem Kassationshof sind durch die jüngsten Änderungen der Verfassung und die Individualbeschwerde einige Probleme entstanden. Der Gesetzgeber hatte Bestimmungen erlassen, um Probleme zu vermeiden. In der Verfassung heißt es, dass die Immunität von Abgeordneten bei schweren Straftaten, die auf frischer Tat ertappt wurden, nicht gilt. Der Fall Atalay begann bereits vor der Wahl. Bei Atalay handelt es sich um Straftaten gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Diese Straftaten sind gesetzlich geregelt. Es heißt: ‚Terrorstraftaten sind diese und jene Paragraphen‘. Das Verfassungsgericht sagt, die Straftaten in Artikel 14 der Verfassung seien unbestimmt, der Kassationshof hingegen sagt, diese Straftaten seien geregelt. Er sagt, es gebe bereits frühere Anwendungen. Sie setzen die Artikel 83 und 14 außer Kraft.“
„DIE URSACHE DES PROBLEMS IST DIE VERFASSUNG“
„Es gibt Unterschiede zwischen den Gesetzen. Das kann das Parlament korrigieren. Wir stellen unseren Bürgern die Frage: ‚Sollte ein vor der Wahl begangenes Terrorverbrechen unter die Immunität fallen oder nicht?‘ Die Verfassung sagt, das könne nicht sein. Sie besagt, dass man definieren muss, um welche Verbrechen es sich handelt, und der Kassationshof sagt, dass sie existieren.“
„Unsere beiden Gerichte dürfen nicht diskreditiert werden. Die Entscheidungen des Kassationshofs sind ebenso bindend wie die des Verfassungsgerichts. Bei einer bestimmten Entscheidung interpretieren unsere beiden Gerichte die Verfassungsartikel unterschiedlich. Die Ursache des Problems ist die Verfassung. Sie wurde 184 Mal geändert. Wenn man sicherstellt, dass auch die von den ordentlichen Gerichten getroffenen Entscheidungen in die Struktur des Verfassungsgerichts einfließen, wäre das eine hervorragende Anwendung. Es könnte eine Bestimmung geben, dass die beim Verfassungsgericht eingehenden Individualbeschwerden von Mitgliedern geprüft werden, die vom Kassationshof und dem Staatsrat kommen.“
„KEINE AMNESTIE AUF DER AGENDA“
Bezüglich des Themas Amnestie sagte Tunç: „So etwas steht derzeit nicht auf unserer Agenda. Es gibt auch keine Arbeiten bezüglich einer Disziplinaramnestie. Die Behauptung eines nicht fairen Verfahrens sind subjektive Vorwürfe.“ sagte er.
Nachrichtenquelle: 12punto
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