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Soll unser Schicksal durch Poesie bestimmt sein? Oder durch Malerei?

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Hallo,

ihr freien Geister, ihr Menschen mit freiem Gewissen, ihr wunderbaren Menschen.

Wir blicken weiterhin durch den Spiegel der Kunst…

Unsere Schicksale, wie sie uns heute im Spiegel der Kunst erscheinen…

Fragt ihr euch etwa: „Haben Sie angefangen, als Medium zu arbeiten, Herr Dozent Abidin?“

Meint ihr, das Schicksal ließe sich nicht im Spiegel der Kunst, sondern nur in der Kristallkugel eines Mediums erkennen?

Na gut, was wäre schon dabei, wenn wir heute ein wenig den Medium-Spieler geben…

Vielleicht tun wir ja etwas Gutes und stürzen euch in neue intellektuelle Grübeleien darüber, ob unser Schicksal eher poetisch oder eher malerisch ist.

Wäre das so schlimm? Unsere Neuronenzahl und unsere synaptischen Verbindungen würden sich vermehren und wir würden aufleuchten…

Ja, lasst uns aufleuchten…

Natürlich müssen wir dafür erst einmal unsere Gehirnmuskeln ein wenig trainieren.

Dazu fragen wir direkt:

Was ist nur mit Dozent Abidin los, dass er anfängt, von Schicksal und dergleichen zu reden?

Und dann noch das Schicksal an die Poesie und obendrein an die Malerei zu binden…

Eigentlich hatte ich als Titel für diesen Artikel überlegt: Soll unser Schicksal durch unsere Ohren oder durch unsere Augen bestimmt sein?

Aber dann habe ich es gelassen, weil ich dachte, ihr würdet euch Sorgen um meinen Zustand machen und euch fragen, ob der Dozent nun auch noch Arzt werden will.

Jetzt kommen wir natürlich zum springenden Punkt, ihr fragt euch sicher, was das mit dem Schicksal durch Ohren oder Augen soll…

Was sagt Ibn-i Haldun in seinem Werk „Muqaddima“? Er sagt: Geographie ist Schicksal. Er sagt nicht so verwirrende Dinge wie ich: „Soll euer Schicksal durch Poesie oder Malerei bestimmt sein?“ oder „Schicksal durch das Ohr oder durch das Auge“.

Natürlich sagt er das nicht, er ist schließlich der große Ibn-i Haldun.

Aber nur weil ich Dozent Abidin bin, heißt das nicht, dass ich nichts dazu zu sagen hätte…

Ihr kennt mich mittlerweile ein wenig und scheint mich auch ein Stück weit zu schätzen.

Bevor ihr es sagt, komme ich zum Punkt, damit ich euch nicht noch mehr verärgere.

Dieses Schicksal, von dem ich spreche, ist das, worin du, ich, er – also wir alle – hineingeboren werden und aufwachsen; es ist das, was uns Glauben einflößt, uns mit seiner Kultur und Tradition formt und nicht nur formt, sondern uns eine Identität gibt, uns durch diese Identitäten einander näherbringt oder uns zu Feinden macht – kurz gesagt, es ist das, was uns mit allem umgibt und in sich aufsaugt: unsere Zivilisationen.

Wenn Ibn-i Haldun also sagt: „Geographie ist unser Schicksal“, dann sage ich: „Unsere Zivilisationen sind unser Schicksal“.

Schön und gut, unsere Zivilisationen sind unser Schicksal, aber warum das ganze Gerede über Ohren, Augen, Poesie und Malerei, fragt ihr euch.

Ich sage euch: Oh, liebe Leserschaft, kann es eine Zivilisation ohne Ohren, ohne Augen, ohne Poesie, ohne Malerei geben?

Natürlich nicht, und das wisst ihr ganz genau, aber…

Natürlich seid ihr neugierig, oder ich bilde mir zumindest ein, dass ihr es seid…

Kann eine Zivilisation aus dem Ohr entstehen?

Oder kann eine Zivilisation aus dem Auge entstehen?

Das erzähle ich euch in meinem nächsten Artikel, dann werdet ihr sehen, ob das möglich ist oder nicht.

Aber seid ruhig ein wenig neugierig: Gehören wir zu einer Zivilisation des Ohrs? Oder zu einer Zivilisation des Auges?

Bis zu unserem nächsten Treffen, macht es erst einmal gut, atmet jetzt und immer mit der Kunst und bleibt der Kunst verbunden.