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Die Weltraumstrategie der Türkei: Wer wird als Erster im Hotel auf dem Mond einchecken?

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Vor Jahren versuchte ich bei einer Konferenz in Kayseri, bei der ich vor lokalen Entscheidungsträgern sprach, zu erklären, mit welchen Themen sich die Führungskräfte weltweit tatsächlich beschäftigen. Damals hatte Elon Musk SpaceX gerade erst gegründet. Peter Thiel dachte über die Idee des Staates von Grund auf neu nach und beschäftigte sich mit Inselstaaten. Sir Richard Branson hatte mit seiner Virgin-Unternehmensgruppe begonnen, ganz offen über Weltraumhotels zu sprechen. Jeff Bezos hingegen saß in einer Ecke, die niemanden interessierte, und versuchte, die alten Fahrzeuge der NASA zu zerlegen und zu verstehen.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich im Saal sagte: „Sie kennen Jeff Bezos“, und feststellte, dass ihn niemand kannte. Ich stieß sogar auf eine höfliche Intervention des Moderators. Als die Präsentation zu Ende war, hatte ich eine Frage erwartet. Das Thema war wichtig, es gab viel zu erzählen. Jemand kam auf mich zu und fragte: „Wir haben Ihnen Nudeln als Geschenk mitgebracht, wo sollen wir sie hinstellen?“

Jahre sind vergangen. Zwei Nachrichten, die mir diese Woche unterkamen, ließen diesen Tag in meinem Gedächtnis wieder aufleben. Die erste war, dass es der japanischen Weltraumforschungsbehörde gelungen ist, im Weltraum Strom aus Sonnenenergie zu erzeugen und diesen per Mikrowellen zur Erde zu übertragen. Die Übertragung von 1,2 kW Energie über 50 Meter in Labor- und Feldtests mag wie ein technisches Detail erscheinen. Doch skaliert bedeutet dies eine Schwelle, die das gesamte Gleichgewicht des Energiesektors verändern könnte.

Die zweite Nachricht war, dass Ideen, die vor Jahren noch als „abgehoben“ galten, nun mit ernsthaften Zeitplänen diskutiert werden. Szenen, die wir aus Science-Fiction-Filmen kennen, finden langsam Eingang in Nachrichtentexte. Ein in den USA ansässiges Unternehmen hat begonnen, Anzahlungen in Höhe von 250.000 Dollar für ein geplantes Hotel auf der Mondoberfläche zu akzeptieren. Das erste Hotel soll 2032 eröffnet werden.

Bisher wurde das Reisen ins All meist mit Forschungszwecken legitimiert. Jetzt ändert sich das Bild. Unternehmen betrachten den Weltraum als eine neue wirtschaftliche Ebene. Die Kosten für einen Aufenthalt auf dem Mond sind atemberaubend. Es werden Anzahlungen zwischen 250.000 und 1 Million Dollar verlangt. Wer diese Zahlung leistet, erhält das Recht, an den Mondmissionen teilzunehmen, die 2029 beginnen sollen. Das erste Mondhotel für vier Personen soll 2032 gestartet werden.

Die Teams, die diese Projekte leiten, sind klein, aber ihre Ziele sind groß. Es wird eine Vision gezeichnet, die nicht beim Mondhotel stehen bleibt, sondern mit permanenten Stützpunkten, Straßen und Infrastrukturprojekten fortgesetzt wird. Langfristig steht auch der Mars auf dieser Liste. Auf der einen Seite gibt es Länder, die systematisch planen, Energie aus dem Weltraum zu erzeugen und diese zur Erde zu übertragen. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmungen, die den Mond als touristisches Ziel terminieren. Das sind keine Träume. Es sind lange Spiele, die Kapital, Ingenieurskunst und Geduld erfordern.

Energie, Transport und Tourismus verändern sich gleichzeitig. Der Ort ist nicht mehr nur die Erde. Dass der Name Jeff Bezos vor Jahren im Saal nicht widerhallte, war kein Zufall. Themen, die damals niemanden interessierten, bestimmen heute die globale Agenda.

Auch heute befinden wir uns an einer ähnlichen Schwelle. Als ich das erste Mal nach Mersin kam, besuchte ich die KOSGEB, um zu verstehen, was getan werden könnte. Ich stellte schnell fest, dass das Hauptinteresse der Institution Schönheitszentren, Friseure und Imbissbuden waren. Während des gesamten Gesprächs wurde derselbe Satz wiederholt: „Für diese Förderung haben Sie keinen NACE-Code.“ Beim Hinausgehen fragte ich aus Neugier den KOSGEB-Manager in Mersin: Welchen NACE-Code müssten wir finden, wenn wir eine Förderung für Weltraumtransport beantragen wollten? Der Direktor lachte lange. „Den haben wir nur so auf die Liste gesetzt, natürlich geben wir den niemandem“, sagte er.

Das ist das Bild. Eine Linie, die von dem Produzenten in Kayseri, der am Ende der Konferenz Nudeln schenkte, bis zum KOSGEB-Direktor reicht, der Weltraumtransport in die Liste der geförderten Projekte aufnimmt, ihn aber niemandem gewährt. Solange diese Vision anhält, werden wir den Weltraum nur als Touristen betreten. Traurig.