Als ich in meinem Programm bei Medyascope mit dem Vorsitzenden der Türkischen Informatikstiftung (TBV), Faruk Eczacıbaşı, über digitale Transformation und künstliche Intelligenz sprach, war das Thema, auf das wir uns am meisten konzentrierten, das „Mindset“, also der Wandel der Denkweise. Eczacıbaşı hatte recht, als er sagte, dass technologischer Wandel nur möglich sei, wenn sich die Art und Weise zu denken ändere. Denn genau das ist die Wurzel der Krisen, die die größten Technologieunternehmen heute erleben.
Apples jüngster Schritt ist ein konkretes Beispiel dafür. Das Unternehmen hat eine jährliche Vereinbarung über 1 Milliarde Dollar mit Google getroffen, um Siri zu stärken. Dabei ist die KI-Datenbank, über die Apple verfügt, in Bezug auf die Anzahl der Parameter um ein Vielfaches größer als die von Google. Doch leider ist sie nicht annähernd so effizient. Die Quelle dieses Paradoxons ist nicht technischer, sondern kultureller Natur: Apples innovative Denkweise hat sich längst verändert.
In der Ära von Steve Jobs war Apple ein Unternehmen, das nicht davor zurückschreckte, „einen Preis für Innovation zu zahlen“. Aus diesem Grund wurde Jobs entlassen und später von Investoren, die ihren Fehler erkannten, zurückgeholt. Innovation war damals die DNA des Unternehmens. Doch nach dem Tod von Jobs hat sich diese DNA unter der Führung von Tim Cook verändert. Apple hat sich zu einem Unternehmen gewandelt, das zwar Investoren zufriedenstellt, aber langfristig seine Originalität verliert.
In jener Zeit habe ich in meinen Artikeln und Programmen häufig auf das Risiko dieser Strategie hingewiesen. Die Reaktion war meist dieselbe: „Sie machen doch Gewinn, was willst du mehr?“ Doch der kurzfristige Gewinn hat die langfristige Marktführerschaft gekostet. Apple ist heute eine Marke, die nur noch folgt, also ein „Follower“. Und an dem Punkt, an dem wir heute stehen, ist das Unternehmen dazu übergegangen, auf Unterstützung von Google bei der künstlichen Intelligenz zu hoffen. Und das, obwohl Google nicht einmal zu den drei führenden Akteuren in diesem Bereich gehört.
Das eigentliche Problem ist nicht die Technologie, sondern das Mindset.
Letzte Woche war ich in Istanbul bei der Pressekonferenz von BYD. Der Generaldirektor für die Türkei, İsmail Ergün, definierte BYD nicht als „Automobilunternehmen“, sondern als „Technologieunternehmen“. Diese Aussage mag einfach klingen, aber sie enthält eine große Vision. Denn genau diese Denkweise unterscheidet BYD derzeit von den anderen in der Automobilindustrie.
Wenn sie diese Denkweise beibehalten und nicht von der Linie „Wir produzieren keine Autos, wir produzieren Technologie“ abweichen, wird BYD langfristig viel gewinnen. Um es noch gewagter auszudrücken: So wie die Technologieriesen, die einst als „Vier Reiter der Apokalypse“ begannen und heute als „Magnificent Seven“ bekannt sind, aus Telefonherstellern bestehen, werden die Giganten von morgen aus Automobilherstellern hervorgehen.
BYD hat diese Welle am höchsten Punkt erwischt. Wenn sie ihr Mindset bewahren, wäre es nicht überraschend, wenn sie in wenigen Jahren im Billionen-Dollar-Club vertreten wären.
Die Denkweise kommt vor der Technologie.
Apple hat das vergessen, BYD erinnert sich daran.
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