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Medien sollten aufhören, mit künstlicher Intelligenz zu spielen, und anfangen, Werte zu schaffen

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!

Als wir in der Doğan-Gruppe das D-Smart-Projekt starteten, wurde mir klar, dass eine digitale Plattform nicht nur durch die Produktion von Inhalten, sondern durch die sinnvolle Nutzung der vorhandenen Daten erfolgreich sein kann. Während wir Archive mit Systemen wie Synegy organisierten, führte die Möglichkeit, Rohaufnahmen von Nachrichtenreportern auf einem gewöhnlichen Computer für den Schnitt zugänglich zu machen, mich zu einer neuen Verantwortung. Wir bauten ein System auf, mit dem wir selbst bei den kostenlosen Live-Internetinhalten von Star TV und Kanal D, die unter meiner Verantwortung standen, in Echtzeit beobachten konnten, wie sich die Menschen verhielten, wohin sie klickten und an welchem Punkt sie ausstiegen.

Dank dieses Systems, das ich im Büro von İrfan Şahin, dem damaligen Generaldirektor von Kanal D, installierte, konnten wir nicht nur Inhalte, sondern auch deren Wirkung beurteilen. Gemeinsam mit Mehmet Ali Birand platzierten wir internetbezogene Inhalte in den Abendnachrichten wie einen „Anhang“ am Ende der Sendung. Wir analysierten die Reaktionen und überdachten nicht nur den Inhalt, sondern auch das Format und die Reihenfolge.

Wir schreiben das Jahr 2025. Die Reise, die wir damals begannen, hat sich nun zur Ära der KI-gestützten Hyper-Personalisierung und datengesteuerten Content-Produktion weiterentwickelt. Doch ein Großteil der Medienbranche nutzt künstliche Intelligenz immer noch wie ein bloßes Dekorationsstück. Einen Trailer von einer KI erstellen zu lassen oder ein paar Schlagzeilen zu generieren, bringt niemanden voran. Der Punkt ist, die KI tief in das System zu integrieren.

INTELLIGENZ ALLEIN REICHT NICHT, DATEN SIND ERFORDERLICH

Heute ist nicht mehr entscheidend, wie oft eine Serie angesehen wird, sondern in welcher Sekunde wer die Plattform verlässt. Noch wichtiger ist das Warum. War die Szene langweilig? Wirkte der Charakter abstoßend? Hat der Rhythmus nicht gestimmt? Um diese Fragen zu beantworten, braucht es keine Intelligenz, sondern eine effektive Datenarchitektur.

Es ist zwingend erforderlich, dass Daten nicht nur auf der Ebene „wie viele haben zugeschaut“ vorliegen, sondern auf der Ebene der Verhaltensanalyse pro Szene. Der Zuschauer ist heute keine „Masse“ mehr, sondern eine Ansammlung sich überschneidender individueller Gruppen. Um diese Individuen zu erreichen, sind sekundengenaue Metadaten erforderlich. Das bedeutet: Welche Emotion baut sich innerhalb der Szene auf, welcher Charakter steht im Vordergrund, welcher Ort wird genutzt, welche Art von Musik ist zu hören — all diese Elemente müssen sekundengenau getaggt werden.

KEIN MEDIENUNTERNEHMEN, SONDERN EIN DATENUNTERNEHMEN

Diese Daten verändern nicht nur die Content-Produktion, sondern auch Marketingkampagnen. Heute ist es möglich, aus einer mehrteiligen Serie 20-sekündige Mikro-Trailer für verschiedene Kulturen und Segmente zu erstellen. Und das erledigen nicht Menschen, sondern datengesteuerte KI-Systeme. So speist sich selbst der Marketinginhalt aus dem Inhalt selbst.

Traditionelle Mediengiganten mögen auf ihre Inhaltsarchive und kreativen Teams vertrauen. Doch wenn dieser Inhalt nicht verarbeitet wird, setzt er lediglich digitalen Staub an. Deshalb müssen sich Medienunternehmen neu definieren: nicht mehr als reine Content-Produzenten, sondern als datenverarbeitende Kreativplattformen.

AUSPROBIEREN REICHT NICHT MEHR AUS

Unternehmen, die mit künstlicher Intelligenz experimentieren, werden lediglich als „die Ersten“ in Erinnerung bleiben. Aber diejenigen, die sie in ihre Prozesse integrieren, erzielen eine nachhaltige Wirkung. Die Ära des „Wir nutzen auch KI“ ist vorbei. Jetzt hat die Ära des „Wir verdienen dank KI mehr“ begonnen.

Und die Frage, die man sich in dieser Zeit stellen muss, lautet:

Nicht wie intelligent Ihre KI ist — sondern wie bereit Ihre Daten sind!