Es wird erzählt, dass an einem Freitag in sehr alten Zeiten alle in großer Eile zur Moschee liefen. Ein berühmter Gelehrter sollte dort predigen.
Deshalb herrschte bei allen eine große Hektik, um in der Moschee noch einen Platz zu finden... Ein alter Mann ging, sich auf seinen Stock stützend, genau in die entgegengesetzte Richtung derer, die eilig zur Moschee liefen...
In diesem Moment stieß einer der Eilenden mit dem Greis zusammen. Der Alte fiel zu Boden. Keiner derjenigen, die zur Moschee eilten, half dem Mann auf. Mit tausend Mühen stützte sich der Alte auf seinen Stock und stand wieder auf.
Er rief den zur Moschee Laufenden zu: "Oh Gemeinde! Ihr rennt so zur Moschee. Das, was ihr in Wahrheit anbetet, liegt in der Erde unter meinen Füßen. Hier ist es. Es ist unter meinen Füßen."
Tatsächlich befand sich Erde unter seinen Füßen. Die Gemeinde geriet in Zorn:
- "Wehe dir, du Ungläubiger", sagten sie. "Du hast also Gott unter deine Füße genommen, was? Und du trittst auch noch mit dem Fuß darauf!"
Der Alte antwortete gelassen:
- "Ich habe nichts gegen die Moschee oder Gott. Mein Wort gilt euch. Ihr habt euer Ego und euer Selbst nicht besiegen können. Ihr habt keine rechtschaffenen Taten (das heißt, ihr handelt nicht richtig). Ob ihr nun in die Moschee geht oder nicht, spielt keine Rolle..."
Sie lynchten den armen Mann noch an Ort und Stelle.
Es verging eine lange Zeit, Jahre und Jahrzehnte zogen ins Land. Der Herrscher jenes Landes starb. Dann kam ein neuer Herrscher. Er war klug, tiefgründig und bemühte sich, gerecht zu sein. Als der Herrscher an die Macht kam, war seine erste Amtshandlung, die Friedhöfe zu besuchen.
In jenem Land wurde auf den Grabstein geschrieben, an welcher Krankheit oder welchem Leid jemand gestorben war oder warum er getötet wurde. Als der Herrscher umherging, sah er das Grab des alten Mannes, der gelyncht worden war. Auf dem Grabstein des alten Mannes stand geschrieben, dass er gelyncht wurde.
Auf dem Grabstein des Greises stand auch, dass er mit dem Fuß auf den Boden geschlagen und gesagt hatte: "Gott ist in der Erde unter meinen Füßen."
Der Herrscher sagte nichts. Er dachte lange am Grab nach. Er wartete den Freitag ab. Am Freitag ging er wieder zum Grab des alten Mannes. Das Volk rannte wieder in Eile zur Moschee. Während sie die Moschee betraten, gab der Herrscher seinen Männern den Befehl: "Grabt einmal dort, wo dieser Mann mit seinem Fuß hingeschlagen hat."
Die Männer des Herrschers begannen zu graben. Sie sahen eine riesige eiserne Truhe unter der Erde... Sie war voller Gold und Juwelen. Der Herrscher war ein kluger Mann... Das Volk stand gerade im Gebet. Alle beteten in Frieden.
Und der Herrscher gab den Befehl: "Geht und ruft: 'Auf dem Friedhof wurde Gold gefunden. Der Herrscher verteilt das Gold an das Volk'."
Die Männer des Herrschers führten den Befehl sofort aus und riefen vor dem Tor der Moschee: "Oh Brüder, auf dem Friedhof wurde Gold gefunden. Eine große eiserne Truhe voller Gold. Der Herrscher verteilt es an das Volk."
Wer das Gold hörte, dachte: "Kann ich auch eine Handvoll Gold ergattern?", ließ das Gebet sein, stürmte aus der Moschee und rannte zum Friedhof.
Sie hatten die Moschee, das Gebet und Gott vergessen.
Der Herrscher rief der Gemeinde zu: "Das ist es, was ihr anbetet, das, was unter meinen Füßen liegt. Der Greis, den ihr gelyncht habt, wollte sagen: 'Ihr betet das Geld an'. Er hatte recht. Als ihr vom Gold hörtet, habt ihr das Gebet, die Religion und den Glauben hinter euch gelassen und seid herbeigeeilt."
Leider ist die Weltordnung auf Geld aufgebaut. Auf Wirtschaft aufgebaut. Auf Ausbeutung aufgebaut. Auf der Vorherrschaft der herrschenden Klassen aufgebaut. Tempel, Moscheen, Glaubensrichtungen – all das dient eigentlich nur dazu, die Geldgier der herrschenden Klassen und die Geldgier der Menschen zu verbergen.
Jetzt beobachten wir es im Fernsehen. Die allwissenden Fernsehplauderer berichten voller Verwunderung: Wie kann Israel das tun? Warum ist Amerika wohl gekommen? Wann beginnt die Bodenoffensive? Schaut nur, wie sehr Amerika hinter Israel steht.
Dabei erfordern die Interessen der herrschenden Klassen, der herrschenden Klassen, die den Staat kontrollieren, die Zerstörung Gazas. Der Mörder derer, die in Gaza sterben, ist Amerika.
So viel Blut fließt, um das Erdöl und andere wirtschaftliche Ressourcen in Gaza zu schützen und sie in Besitz zu nehmen. Israel, Amerika, die Europäische Union – sie alle beten gemeinsam den wahren Gott an, nämlich das Geld, den Kapitalismus.
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