Ein Bektaschi,
saß im Garten seines Hauses.
Vor ihm lag eine Scheibe Weißkäse.
Und eine kleine Schale,
aus Walnussholz geschnitzt.
Die Schale war voller Wein.
Er trank in aller Ruhe seinen Wein.
Die Schale aus Walnussholz
hatte der Bektaschi selbst geschnitzt.
Er hatte sie innen und außen fein poliert.
Es war eine wunderschöne Weinschale geworden.
Während der Bektaschi an seinem Wein nippte,
sah er plötzlich,
voran der Imam, dahinter die Gemeinde,
wie sie eilig und laut betend vorbeizogen.
Als der Bektaschi sie so sah,
fragte er:
-„Was ist denn los, meine Herren?
Was ist das für eine Eile?
Wo wollt ihr hin?“
Der Imam:
-Du verstehst das nicht.
Du kannst es nicht wissen.
Aber ich sage es dir trotzdem.
Wir gehen zum Regen-Gebet.
Der Bektaschi:
-Geht das nicht auch hier?
Der Imam:
-Nein.
Wir müssen ganz da oben auf die Gipfel der Berge steigen.
Dort werden wir beten.
Der Bektaschi:
-Mensch, zu wem wollt ihr denn beten?
Von wem wollt ihr Regen erbitten?
Wer wird euch den Regen geben?
Der Imam:
-Wir werden zu Gott beten.
Gott wird uns den Regen geben.
Der Bektaschi:
-Ist Gott etwa auf dem Gipfel des Berges da drüben?
Der Imam war schrecklich wütend und schäumte vor Zorn.
-Du Ketzer, du Ungläubiger!
Verwirre uns nicht in unserem Glauben.
Dann rief er der Gemeinde hinter sich zu:
-Kommt, wir gehen weiter.
Der Bektaschi:
-Ach, lasst es doch, geht nicht.
Was habt ihr auf den verschneiten Bergen zu suchen?
Habt wenigstens Erbarmen mit den Alten unter euch.
Die meisten von euch können diese steilen Felsen
nicht erklimmen.
Geht nicht.
Ich werde für euch
Regen machen.
Der Imam:
-Wie willst du das machen, du Ketzer?
Na los, lass es regnen, damit wir es sehen.
Der Bektaschi rief seiner Frau zu:
-Frau, bring die Wäsche her.
Wir hängen sie auf die Leine, damit sie trocknet.
Seine Frau:
-Mein Herr, sagte sie,
weißt du nicht, dass unser Freund
uns zum Trotz die Wäsche nass regnet?
Der Bektaschi:
-Bring sie nur her.
Vielleicht hat der Freund von seinem Trotz abgelassen.
Wie dem auch sei,
die arme Frau
kam mit einem Korb voller Wäsche heraus.
Der Bektaschi begann zusammen mit seiner Frau,
die Wäsche aufzuhängen.
Sie waren gerade fertig geworden.
Kurz darauf begann ein feiner Regen.
Der Imam war verblüfft.
Die Gemeinde war verblüfft.
Aber alle waren
darüber, dass es regnete,
zufrieden und erfreut.
Dann gingen der Imam
und die Gemeinde mit dieser Freude und Verwunderung
nach Hause.
Einen Tag, fünf Tage,
ganze zehn Tage lang
regnete es ununterbrochen.
Die Dorfbewohner gingen zum Imam und sagten:
-Ach, Herr Imam, der Regen hört nicht auf.
Alles steht unter Wasser.
Es regnet seit zehn Tagen ununterbrochen.
Der Imam:
-Ihr habt recht, sagte er.
Kommt, versammelt euch.
Wir gehen zum Haus des Bektaschi.
Wie auch immer dieser Mann den Regen gemacht hat,
so soll er ihn auch wieder stoppen.
Voran der Imam, dahinter die Gemeinde,
kamen sie zum Haus des Bektaschi.
Wie dem auch sei, der Bektaschi trat vor die Tür.
-Was ist denn los, meine Herren? Was ist das für ein Zustand, was ist das für eine Eile?, fragte er.
Der Imam:
-Was soll schon sein?
Alles steht unter Wasser.
Wie auch immer du diesen Regen gemacht hast,
stoppe ihn wieder.
Der Bektaschi:
-In Ordnung, das ist einfach, sagte er.
Er rief seiner Frau zu.
Frau, sagte er.
Hol den Wäschekorb und komm her.
Der Freund macht sich weiterhin über uns lustig.
Komm, lass uns die Wäsche abnehmen.
Sie nahmen die Wäsche ab.
Sie brachten sie hinein und begannen, sie drinnen zu trocknen.
Der Regen hörte auf.
Der Imam und die Gemeinde waren alle verblüfft.
Der Imam fragte neugierig:
Wie ist das passiert?
Was ist das für ein Geheimnis?
Der Bektaschi antwortete:
-Nun, Herr Imam, sagte er.
Ich habe nichts mit Gott zu tun.
Wir sind zerstritten.
Wenn ich Wäsche aufhänge,
treibt er seinen Spott mit uns.
Er will uns ärgern.
Er lässt es regnen.
Er schlägt zu und macht unsere Wäsche nass.
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