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Betrug bei Nudeln und das Recht auf gesunde Ernährung

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Der türkische Lebensmittelkodex macht klare Vorgaben für Nudeln. Produkte, die als Nudeln gekennzeichnet sind, müssen aus Triticum Durum (Hartweizen) hergestellt werden. 

In unserem Land haben Nudeln einen kritischen Stellenwert. Manchen zufolge ist es ein Produkt, das sogar Wahlen gewinnen kann. 

Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass Nudeln insbesondere einkommensschwache Familien sättigen. Das Produkt, das wir als „Nudeln“ bezeichnen, stammt ursprünglich aus der italienischen Küche und ist in westlichen Sprachen unter dem Namen „Pasta“ bekannt. Je nach Region in Italien muss dieses Produkt aus dem sogenannten „Triticum Durum“ (Hartweizen) hergestellt werden, der mit Wasser oder Eiern zu einem Teig verarbeitet wird. 

Die gängige Nudelsorte wird aus einem Teig hergestellt, der aus dem Grieß dieses Weizens oder direkt aus einer Mischung von Mehl und Eiern besteht. Der türkische Lebensmittelkodex hält es leider für ausreichend, Wasser anstelle von Eiern hinzuzufügen: „Nudeln: Ein Produkt, das durch das Mischen von Wasser mit Grieß aus Triticum Durum, fachgerechtes Kneten des Teigs, Formen und Trocknen gewonnen wird; es wird als einfache, Vollkorn-, gewürzte, angereicherte, verstärkte Nudeln sowie als Nudeln mit Vitamin- und Mineralstoffzusätzen bezeichnet.“ 

Aufgrund der Auswirkungen von Eiern auf die Haltbarkeit ist der Ersatz durch Wasser verständlich. Schließlich finden wir auch in der italienischen Küche Nudelteige, die ganz ohne Eier zubereitet werden. 

KONTROLLPFLICHT UND UNLAUTERER WETTBEWERB

Doz. Dr. Urartu Özgür Şafak Şeker von der Bilkent-Universität, der hervorragende Arbeiten im Bereich Lebensmittel leistet, gab dies über seinen „X“-Account bekannt: „Mit einem in unserem Unternehmen entwickelten Test haben wir die Nudeln auf dem Markt auf ihren Hartweizengehalt untersucht; wir haben festgestellt, dass einigen Nudeln auf dem Markt erhebliche Mengen an Weichweizen beigemischt wurden. Der Grund, warum Sie sich nicht aufgebläht fühlen, wenn Sie in Italien Nudeln essen, ist nicht das Gluten; es könnte daran liegen, dass Sie in unserer Heimat eine große Menge Stärke in den Nudeln aufnehmen.“

Sollten die Erkenntnisse von Dr. Şeker zutreffen, ist es offensichtlich, dass „Triticum Aestivum“, eine Weichweizensorte, dem Nudelteig beigemischt wird und somit der türkische Lebensmittelkodex nicht eingehalten wird. Das bedeutet, dass die Verbraucher anstelle von proteinreichen Nudeln solche essen, die proteinarm sind oder durch andere Zusätze verändert wurden. 

In diesem Fall kann man sagen, dass sowohl das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft seiner Kontrollpflicht nicht nachkommt als auch die Hersteller der betreffenden Produkte unlauteren Wettbewerb betreiben. Ich warte gespannt darauf, dass die Ergebnisse von Dr. Şeker in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht werden. Es scheint, als stünde ein neuer rechtlicher/politischer Kampf im Bereich der Verbraucherrechte bevor. 

GESUNDE ERNÄHRUNG IST EIN RECHT!

Ist der Kampf dafür, dass Bürger nicht getäuscht werden, sich richtig ernähren können und insbesondere einkommensschwache Schichten ein menschenwürdiges Leben führen können, indem sie gesund bleiben, nicht politisch? Trotz des herrschenden politischen Klimas ist diese „Nudel“-Frage für ein politisches Verständnis, das die grundlegendsten Sorgen des Menschen in den Mittelpunkt stellt, zugleich eine Existenzfrage.