Als Nation rücken wir zusammen. Besonders in Momenten der Katastrophe. Doch um als Nation zusammenrücken zu können, muss die Nation über die Lage informiert sein.
Izmir steht von allen Seiten in Flammen. Karşıyaka, Çiğli, Urla... Es brennt. Unsere Wälder, unsere Bäume sind verbrannt. Das Feuer hat auf Häuser übergegriffen. Die Menschen in Izmir haben versucht, sich selbst, ihre Freunde und Tiere zu retten. Doch für die Nachrichten ist das offenbar keinen Wert.
Auf die feinsten Ecken von Karşıyaka regnete Asche vom Himmel. Das Feuer hat auch TOKİ-Gebäude erreicht. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass wir auf eine größere Katastrophe nicht vorbereitet sind. Unsere Flugzeuge, unsere Hubschrauber, die Stadtplanung, unsere Unwissenheit, unsere Gleichgültigkeit... All das hat eine Rolle gespielt.
Was waren unsere Prioritäten? Prunk... Menschen zu retten oder sich für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen, sind heute teure Vergnügen. Dafür gibt es keine Priorität.
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Dabei wurden wir gewarnt. Erzincan, Van... Diese wurden nicht ernst genommen. Doch als das Erdbeben Gölcük und den Golf traf, war Istanbul endlich wachgerüttelt. Vor genau 25 Jahren, heute, ließen wir Tausende Menschen unter den Trümmern zurück. Seit 25 Jahren geistert das Istanbul-Erdbeben in einem Winkel unseres Verstandes herum...
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Jahrelange Vernachlässigung, Vergessen und Gleichgültigkeit... Dann wieder von vorn... Wenn Istanbul in Sicherheit ist, gibt es kein Problem. Selbst wenn es um Istanbul geht, vergessen wir es, aber wir beschäftigen uns zumindest ein wenig mehr damit.
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Izmir ist wohl einsam. Diese schöne Hafenstadt, die sich einst der Welt öffnete, ist weit weg von den Augen Istanbuls. Wenn es aus den Augen ist, was macht es schon, wenn es brennt oder die Infrastruktur zusammenbricht... Wen kümmert das schon?
Izmir ist also einsam. Wie leicht es doch ist, das lichterloh brennende Izmir zu ignorieren und das Erdbeben, das es erlebt hat, zu vergessen.
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In unserem Land vervielfacht sich die Wirkung von Katastrophen, wenn sie mit Armut einhergehen. Diejenigen, die keine Unterkunft finden, die sich verschulden, die nicht über die Runden kommen und die nicht einmal mehr Geld leihen können – interessieren sie uns wirklich? Was passiert eigentlich währenddessen in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM)? Was werden die Menschen in Izmir, deren Häuser abgebrannt sind, und die Menschen in Antakya, Adıyaman und Maraş, die immer noch keine sichere Unterkunft haben, zu diesem Vergessen sagen?
Ich glaube, wir haben uns daran gewöhnt. Diese tiefgreifenden Fragen werden in Vergessenheit geraten und die Politik der „Eliten“ wird die Oberhand gewinnen.
Wird ein Hilferuf erschallen? Wird es einen Aufstand geben? Ich glaube es kaum.
Schließlich waren es ohnehin immer die äußeren Mächte und Terroristen. Wenn man solche Feinde hat, muss man sich ohnehin nicht verbessern. Verdammt noch mal!
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