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Gesellschaftliche Krise: Schule, Kosten und das Überleben

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Die Schule ist heute nicht mehr nur eine Bildungseinrichtung; sie fungiert gleichzeitig als Kinderbetreuung und manchmal sogar als eine Art halboffenes Gefängnis. Wir hoffen, dass dort hin und wieder etwas vermittelt wird und das Kind Fähigkeiten für das Überleben erwirbt. Darüber hinaus haben wir grundlegende Erwartungen, wie etwa das Kind von Kriminalität und schlechten Angewohnheiten fernzuhalten.

Unter den heutigen Bedingungen ist die Erwerbstätigkeit beider Elternteile keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Besonders in Großstädten ist es nahezu unmöglich, mit einem einzigen Gehalt ein Leben aufzubauen. Während die Eltern arbeiten, muss sich das Kind an einem sicheren Ort befinden. In der heutigen Natur der gesellschaftlichen Beziehungen ist die Schule die einzige Entsprechung dafür.

Doch hier gibt es eine gravierende Diskrepanz. Öffentliche Schulen können das Kind – lassen wir die Debatte über die Bildungsqualität einmal beiseite – höchstens bis 14:00 Uhr betreuen. Die Arbeitszeiten der Eltern liegen jedoch im besten Fall zwischen 09:00 und 17:00 Uhr. Die Lücke dazwischen muss entweder durch eine Betreuungsperson oder durch Nachhilfezentren gefüllt werden. Für die meisten Familien bedeutet dies eine erhebliche zusätzliche finanzielle Belastung. Tatsächlich kann mehr als die Hälfte eines einzelnen Gehalts für diese „Ergänzungskosten“ draufgehen.

An diesem Punkt erscheinen Privatschulen als eine Alternative. Völlig unabhängig von der Bildungsqualität ist ihr größter Vorteil, dass sie eine Einrichtung sind, der man das Kind von 08:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends „anvertrauen“ kann. Doch hier sehen wir uns mit einer weitaus höheren Rechnung konfrontiert. Die jährlichen Kosten für eine Privatschule in Ankara liegen heute bei mindestens 400.000 TL. Und das gilt nur für den 10-monatigen Bildungszeitraum.

Berufstätige Eltern müssen auch an die Sommermonate denken. Da ein zweimonatiger, ununterbrochener Urlaub für die meisten Familien nicht möglich ist, wird die Sommerschule unvermeidlich. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung von etwa 100.000 TL. Letztendlich nähert sich die jährliche „Aufbewahrungskosten“ für ein Kind in der Schule der Marke von 500.000 TL.

Es herrscht eine offene gesellschaftliche Krise. Kindererziehung, Arbeitsleben, Wohnungsnot und Lebenshaltungskosten sind eng miteinander verflochten. Zudem lässt diese Krise nicht nach; sie vertieft sich. Wenn wir nicht das implizite Ziel verfolgen, die Bevölkerung zu reduzieren, Arbeitnehmer davon abzuhalten, Kinder zu bekommen, und eine Gesellschaft zu schaffen, in der nur eine bestimmte Einkommensgruppe Kinder haben kann, dann befinden wir uns auf einem sehr falschen Weg.

Dieses Thema ist weder ideologisch noch eine überparteiliche Luxusdebatte. Wir sprechen von einem strukturellen Problem, das das gesamte politische Spektrum betrifft. Mein Wunsch ist es, dass diese Krise endlich mit der Ernsthaftigkeit behandelt wird, die sie verdient.