Der AKP-Abgeordnete für Adana, Ahmet Zenbilci, ist aus seiner Partei ausgetreten. Wie sich herausstellte, wurde sein Sohn wegen eines Drogendelikts verhaftet; zudem wurde er dabei erwischt, wie er die Drogen in einem auf den Namen seines Vaters registrierten Abgeordnetenfahrzeug schmuggelte. Bei seinem Parteiaustritt erklärte der Abgeordnete zudem gönnerhaft, er wolle nicht, dass seiner Partei Schaden zugefügt werde.
Reicht es in einer solchen Situation aus, nur aus der Partei auszutreten?
Wird diese Person weiterhin Abgeordneter bleiben und ein privilegiertes Leben führen?
Eine der schlechten Traditionen der Türkei ist leider, dass Politiker nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Kein Politiker wird leider für seine Taten bestraft.
Ein Minister verkauft Waren an sein eigenes Ministerium, erzielt unrechtmäßige Gewinne und wird nicht bestraft.
Ein anderer sorgt dafür, dass sein Schwiegersohn innerhalb eines Tages aus dem Gefängnis entlassen wird, und niemand fragt nach.
Der Sohn eines anderen ist in Ereignisse verwickelt, die man sich nicht vorstellen kann, und erhält null Strafe.
Es geht noch weiter: Eine Mutter tritt im Fernsehen auf und sagt: „Mein Sohn wurde von dem und dem getötet“, und nennt die Namen von Politikern. Niemand ermittelt, niemand fragt nach, niemand hinterfragt; jeder verhält sich nach dem Motto: „Ich habe nichts gehört, ich habe nichts gesehen.“
Wenn es so läuft, erkennt im Land niemand mehr Regeln oder Gesetze an, weil jeder denkt: „Es wird ohnehin keine Konsequenzen für mich haben.“
DIE DIE INFLATION ANHEIZENDEN KETTENMÄRKTE
Der Finanzminister steht den kleinen Gewerbetreibenden auf dem Kopf und fordert dazu auf, diejenigen zu melden, die keine Kreditkarten verwenden, aber niemand kümmert sich um die Supermarktketten, die die Inflation anheizen.
Hier zwei Beispiele für Sie:
Eine große Supermarktkette verkaufte zu Beginn des Sommers ein Insektenschutzmittel für den Körper für 100 Lira. Jetzt, wo der Sommer vorbei ist, haben sie den Preis auf 50 Lira gesenkt. Da stellt sich die Frage:
Zu welchem Preis hat dieser Markt das Produkt eingekauft, dass er den Preis halbieren und es immer noch verkaufen kann?
Wenn er es für weniger als 50 Lira eingekauft hat, ist die Gewinnspanne dann nicht exorbitant? Ist er also nicht selbst derjenige, der die Preise erhöht und die Inflation verursacht?
Noch ein Beispiel: Wieder eine Supermarktkette hat einen Rabatt auf Katzen- und Hundefutter gewährt, aber eine Begrenzung auf 10 Stück pro Käufer eingeführt, weil Tierhandlungen die günstig angebotenen Produkte aufkauften. Wieder dieselbe Frage: Wenn Sie den Preis einer Ware so weit senken können, dass er selbst für Tierhandlungen günstig ist, wie viel Prozent Gewinn haben Sie vorher darauf geschlagen?
Sind das nicht alles Ursachen für die Inflation?
Wenn der Finanzminister die Inflation senken will, muss er auch gegen die Supermarktketten vorgehen, die Waren zu überhöhten Preisen verkaufen.
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