Während wir den 24. Juli, den Tag der Presse, feiern, sollten wir uns fragen: Warum wird die Presse als vierte Gewalt in Demokratien bezeichnet und kein anderer Berufsstand?
Weil ein Land von der Regierung, also der Exekutive, geführt wird, die Judikative sie kontrolliert, die Legislative die Regierenden durch Gesetze einschränkt und all diese Abläufe von Journalisten überwacht werden, die unabhängig arbeiten und unter dem Einfluss keiner Macht stehen.
Das bedeutet: Wenn diejenigen, die das Land regieren, die Abgeordneten, die sie kontrollieren, und die Justiz, die all dies rechtlich überwacht, Fehler machen, sind Journalisten dazu da, diese aufzudecken. Genau das ist der Grund, warum sie als vierte Gewalt bezeichnet werden.
Diese Formel funktioniert in entwickelten westlichen Ländern und sie funktioniert dort auch.
Das jüngste Beispiel dafür haben wir in Amerika gesehen, als der Präsidentschaftskandidat Joe Biden trotz Anzeichen von Demenz an seiner Kandidatur festhielt und die Medien Widerstand leisteten. Alle vernünftigen amerikanischen Zeitungen führten eine Kampagne für den Rückzug Bidens. Doch während sie diese Kampagne führten, stellten sie nicht ihre eigenen Interessen, sondern die des Landes in den Vordergrund und argumentierten, dass ein wahrscheinlicher Nachfolger wie Trump den Vereinigten Staaten schaden würde.
Die New York Times veröffentlichte einen Artikel in der Länge einer Broschüre mit dem Titel 'Warum Trump nicht sein sollte?'. Die Hauptaussage des Artikels war, dass Trump für die Vereinigten Staaten schädlich wäre; deshalb müsse Biden gehen und ein Kandidat gefunden werden, der ihn bei der Wahl schlagen könne.
Nun ist das geschehen, was die vierte Gewalt Amerikas, die Medien, wollte: Biden ist zurückgetreten, und an seine Stelle wird ein Kandidat treten, der Trump an der Wahlurne wahrscheinlich schlagen kann – höchstwahrscheinlich Kamala Harris.
Wir wissen nicht, wie viel das alles bewirken wird, das werden wir bei der Wahl im November sehen, aber eines ist sicher: Wenn Trump gewählt wird, werden die USA nicht mehr die alten USA sein.
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Kommen wir zum Beispiel Türkei.
Wie bekannt ist, bezeichnen Politikwissenschaftler das Beispiel Türkei nicht mehr als 'Demokratie'.
Denn Exekutive, Legislative und Judikative sind durch gesetzliche Regelungen an denjenigen gebunden, der gerade im Palast sitzt.
Die Medien befinden sich ebenfalls in den Händen von Eigentümern, die sehr eng mit der Regierung und deren Organisation verbunden sind. So lesen wir, dass Generaldirektoren großer Nachrichtenagenturen entlassen werden, weil sie die Anweisungen der Fahrer ihrer Eigentümer nicht befolgt haben.
Auch die sogenannten oppositionellen Medien wachsen, indem sie sich die negativen Aspekte der regierungsnahen Medien zum Vorbild nehmen. Während die regierungsnahen Medien den Palast unantastbar machen, haben die oppositionellen Medien ihre eigenen Unantastbaren geschaffen und schützen diese.
Wenn es so läuft, kann die Presse, die wir als vierte Gewalt kennen, weder den Palast noch alternative Strukturen kontrollieren. Politiker, die den Nebel der Umgebung ausnutzen, halten es zudem für ihr Recht, auf Pressekonferenzen Dutzende Journalisten zur Zielscheibe zu machen.
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Das Ergebnis?
So sieht der Zustand der Türkei aus.
Zehnfache Preiserhöhungen bei Privatschulen, zehnfache Erhöhungen bei staatlichen Dienstleistungen, die Inflation kleinrechnen, die Renten und den Mindestlohn der Arbeiter auf ein Minimum schrumpfen lassen – und fertig.
Haben Sie jetzt die Bedeutung von Journalisten verstanden?
Wenn es in einem Land keine Journalisten gibt, dann sieht das Land genau so aus.
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