Führung ist seit dem Bestehen der Menschheit präsent; Gesellschaften hatten schon immer das Bedürfnis nach Führungspersönlichkeiten, die ihnen vorangehen und sie voranbringen. Führung ist ein Prozess der Beeinflussung, der Schaffung von Veränderungen, der Festlegung einer Vision und der Verbreitung dieser Vision, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Eine Führungskraft ist die Person, die diesen Prozess erfolgreich steuert und umsetzt.
Eine Führungskraft ist jemand, der Menschen lenkt, beeinflusst und sie motiviert, um Koordination und Integration zur Erreichung der Ziele einer Gruppe oder Gemeinschaft zu gewährleisten. Mit anderen Worten: Führung ist die Kunst, Menschen zu leiten und zu überzeugen, um gesetzte Ziele zu erreichen. Führung bedeutet nicht nur, ein Amt oder einen Titel innezuhaben; sie beinhaltet auch, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen, Orientierung zu bieten und bei Bedarf Verantwortung zu übernehmen. Betrachtet man den historischen Prozess, so zeigt sich, dass Führungskräfte den Gesellschaften, die sie anführten, nicht immer zum Vorteil gereichten, sondern ihnen zuweilen auch großen Schaden zufügten.
Betrachtet man kurz die Eigenschaften einer Führungskraft, so ist es wichtig, dass sie über ein wissenschaftliches Managementverständnis verfügt und durch Wissen und Können in der Lage ist, Situationen auf den ersten Blick zu erfassen. Die Fähigkeit, sich an Situationen anzupassen, und Sorgfalt bei der Aufgabenerfüllung erfordern, dass sie unter allen Umständen besonnen handelt. Die Fähigkeit, Chancen zu schaffen und zu bewerten, sowie die Kompetenz, das physische und psychische Wohlbefinden der Untergebenen zu berücksichtigen, gehören ebenfalls zu den Grundelementen der Führung. Sie muss Widerstandsfähigkeit gegenüber unerwarteten Ereignissen zeigen; während sie eine schlichte Haltung bewahrt, muss sie ihren materiellen und moralischen Mut aufrechterhalten.
Sie muss über eine starke Logik, insbesondere über mentale Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit zur Risikobereitschaft verfügen. „Moralisch und anständig“ muss sie sich an Veränderungen anpassen, Chancen entschlossen bewerten und ihre Fähigkeiten effektiv einsetzen können. Sie sollte forschend, intuitiv und fleißig sein. Sie muss die Fähigkeit besitzen, sowohl sich selbst als auch ihre Untergebenen zu motivieren; sie sollte Wissen und Anwendungskompetenz auf taktischer, operativer und strategischer Ebene zeigen. Sie muss in der Lage sein, Gedanken in die Praxis umzusetzen, mit einem Sinn für Gerechtigkeit zu handeln und über eine weitreichende und rationale Vorstellungskraft verfügen. Sie muss in der Lage sein, kühlen Kopfes zu entscheiden, Verantwortung zu übernehmen, Empathie zu zeigen und Vertrauen aufzubauen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Führungskraft eine Person ist, die auf ihre selbst gesetzten Ziele zusteuert und unter allen Umständen ihren Willen beherrschen kann. Eine Führungskraft im Sinne eines Managers hingegen ist meist damit beauftragt, Ziele zu verwirklichen, die von anderen festgelegt wurden. Eine Führungskraft muss ein Fels in der Brandung sein. Sie darf ihre Entscheidungen nicht je nach Tagesform oder vorübergehenden Einflüssen ändern; sie darf sich bei Angelegenheiten, die mit Verstand und Besonnenheit gelöst werden können, nicht ihren Emotionen hingeben.
Eine Führungskraft muss in ihrem Umfeld ein freies Umfeld schaffen können, in dem Menschen ihre Gedanken offen äußern können. Die Person, die die Wahrheit erfahren und verstehen muss, ist die Führungskraft. Wahrheiten kommen nur in freien Umgebungen ans Licht. Eine Führungskraft, die sich mit Mauern der Angst umgibt, wird niemals zur Wahrheit gelangen. Wo Angst herrscht, können Aufrichtigkeit und Respekt nicht Wurzeln schlagen; die Wahrheit entfernt sich, bevor sie eintreten kann.
Eine Führungskraft ist ein Mensch, der bis zum Ende Widerstand leistet, ohne von den Werten und Zielen abzulassen, an die er glaubt, selbst wenn er nicht die verdiente Anerkennung erhält. Dinge zu tun, die andere nur mit Mühe erreichen, ist ein Zeichen von Talent; aber Dinge zu erreichen, die selbst talentierte Menschen für unmöglich halten, ist das Werk eines Genies. „Ein Manager lässt die Menschen die Stufen zum Erfolg effizient erklimmen. Eine Führungskraft stellt sicher, dass die Leiter an der richtigen Wand lehnt.“ Genau darum geht es.
Abschließend: Eine Führungskraft schweigt und stellt sich schützend vor etwas, wenn es nötig ist, damit jahrhundertealte Werte keinen Schaden nehmen. Dies ist eine der wichtigsten und schwierigsten Seiten der Führung. Doch gestern erschien ein Licht in der Steppe, das Schweigen der Führungskraft ist beendet, die historische Reise hat begonnen…
Prof. Dr. Duran BÜLBÜL
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