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Die Position der Türkei in der Arena der globalen Städte: Der Aufstieg Istanbuls sowie das Entwicklungspotenzial von Bursa und Adana

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Der im November 2024 veröffentlichte „Global Cities Report 2024“ der internationalen Beratungsfirma Kearney mit dem Titel „Global Cities in einer Welt unter Risiko: Ein Wiederaufleben“ ist eine umfassende Studie, die die einflussreichsten Metropolen der Welt bewertet. Dieser Bericht untersucht Städte anhand von zwei Hauptkriterien: Der Global Cities Index (GCI) misst die aktuelle globale Vernetzung der Städte, während der Global Cities Outlook (GCO) ihr zukünftiges Potenzial bewertet.

Der Bericht, der 156 Städte weltweit untersucht, analysiert diese in 5 Kerndimensionen: Geschäftsaktivität, Humankapital, Informationsaustausch, kulturelles Erlebnis und politisches Engagement. In diesem Rahmen wurden 31 verschiedene Indikatoren wie Bildungsniveau, Zugang zu Informationen, Internetinfrastruktur und die Präsenz internationaler Organisationen berücksichtigt. Der Bericht betont, dass die Welt zwar mit unzähligen Risiken konfrontiert ist, die globalen Städte jedoch inmitten dieser Herausforderungen – und in einigen Fällen gerade aufgrund dieser – wieder aufleben.

Die Position der Türkei im Ranking der globalen Städte

Im Jahr 2024 belegten New York, London, Paris und Tokio wie im Vorjahr die Spitzenplätze der Liste der globalen Städte. Während Istanbul aus der Türkei auf den 19. Platz aufstieg, fiel Ankara auf den 94. Platz zurück. Obwohl Bursa und Adana nicht direkt im Ranking vertreten sind, gehören sie zu den Städten, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren bewertet werden sollten.

In diesem Artikel werden wir die Position der Türkei in der Liga der globalen Städte bewerten, das Entwicklungspotenzial von Bursa und Adana erörtern, Defizite identifizieren und strategische Empfehlungen geben.

Istanbul: Die aufstrebende Stadt in der globalen Arena

Istanbul ist im Global Cities Index 2024 um 6 Plätze auf den 19. Rang gestiegen. Dieser Aufstieg zeigt, dass Istanbul in den Bereichen Geschäftsaktivität, Humanressourcen und kultureller Austausch auf der globalen Bühne zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Stärken Istanbuls

• Humanressourcen: Istanbul ist um 10 Plätze auf den 8. Rang weltweit aufgestiegen. Dies bietet einen großen Vorteil bei der Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften, Talentpools und gebildeten Individuen für die Stadt.

• Geschäftsaktivität: Istanbul zieht weiterhin das Interesse globaler Unternehmen auf sich und ist in diesem Bereich auf den 14. Platz vorgerückt.

• Kulturelles Erlebnis: Die Tatsache, dass die Stadt mit ihrer historischen Struktur, ihren Museen, Festivals und Kunstveranstaltungen den 14. Platz belegt, zeigt, dass Istanbul im Hinblick auf den internationalen Tourismus und kulturellen Austausch eine starke Position einnimmt.

Bereiche, in denen Istanbul sich verbessern muss

• Zugang zu Informationen und digitale Transformation: Istanbul ist bei der digitalen Infrastruktur und dem Zugang zu Informationen nicht unter den Top 30 vertreten. Der Ausbau von 5G, Glasfaser-Internet und der Zugang zu digitalen Plattformen würden die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt erhöhen.

• Nachhaltigkeit und Umweltpolitik: Istanbul ist eine Stadt, die bei der Bekämpfung von Umweltproblemen wie Verkehr und Luftverschmutzung noch Entwicklungsbedarf hat. Die Vergrößerung von Grünflächen und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs sind wichtig.

• Governance und politisches Engagement: Im Ranking der globalen Städte liegt Istanbul in Bezug auf Governance und politisches Engagement zurück. Eine transparente Verwaltung, die Stärkung demokratischer Beteiligungsmechanismen und eine effizientere Gestaltung der lokalen Verwaltungen sind ein wichtiges Bedürfnis.

Ankara: Zurückgefallen unter den globalen Hauptstädten

Ankara, die Hauptstadt unseres Landes, belegte im Global Cities Index 2024 den 94. Platz und fiel damit gegenüber dem Vorjahr um 4 Plätze zurück. Obwohl sie das Zentrum der Staatsverwaltung ist, ist ihre Wettbewerbsfähigkeit unter den globalen Städten recht gering.

Stärken Ankaras

• Bildung und Forschung: Dank Universitäten wie der ODTÜ, Bilkent und Hacettepe ist die Stadt im akademischen Bereich stark.

• Öffentliche Verwaltung und Diplomatie: Die Präsenz von Botschaften und internationalen Organisationen macht Ankara zu einem regionalen Zentrum der Diplomatie.

Bereiche, in denen Ankara sich verbessern muss

• Kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt: Ankara steht in Industrie und Handel im Schatten Istanbuls. Es müssen stärkere politische Maßnahmen entwickelt werden, um internationale Geschäfte und Investitionen anzuziehen.

• Stadtplanung und Verkehr: Schritte wie der Ausbau von U-Bahn-Linien im städtischen Verkehr und die Verbreitung umweltfreundlicher Verkehrslösungen sind notwendig.

Bursa: Industrielle Stärke muss durch globale Bekanntheit unterstützt werden

Obwohl Bursa im Global Cities Report 2024 nicht direkt im Ranking aufgeführt ist, sticht die Stadt bei der Bewertung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren als eine der bedeutenden Städte der Türkei hervor. Bursa, eines der Industrie- und Handelszentren der Türkei, zieht auch mit seinem historischen und kulturellen Erbe die Aufmerksamkeit auf sich. Dennoch besteht in einigen Bereichen Entwicklungsbedarf hinsichtlich der globalen Wettbewerbsfähigkeit.

Stärken Bursas

• Industrie und Produktion: Bursa ist ein wichtiges Produktionszentrum für die türkische Automobil-, Textil- und Maschinenindustrie. Mit großen Industrieunternehmen und Exportpotenzial verfügt die Stadt über eine starke Wirtschaftsstruktur. Produktionsstätten von global agierenden Automobilfirmen (Tofaş, Renault, TOGG usw.) befinden sich in Bursa, was die Position der Stadt im internationalen Handel stärkt.

• Humanressourcen und Bildung: Die Uludağ-Universität, die BTÜ, die Mudanya-Universität und technische Bildungseinrichtungen spielen eine wichtige Rolle bei der Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte. Insbesondere die ausgebildeten Fachkräfte in den Bereichen Ingenieurwesen und Berufsbildung unterstützen das industrie- und technologiebasierte Wachstum der Stadt.

• Kultureller und historischer Reichtum: Bursa, die erste Hauptstadt des Osmanischen Reiches, verfügt über bedeutende kulturelle Werte wie historische Bauwerke, traditionelle Seidenproduktion, das zum UNESCO-Welterbe gehörende Han-Viertel, die Gräber von Osmangazi und Orhangazi, die Külliyen von Hüdavendigar, Yıldırım, Yeşil und Muradiye, das Dorf Cumalıkızık und die Ulu-Moschee. Es gibt Entwicklungspotenzial in Bereichen wie Thermal-, Natur- und Wintertourismus (Uludağ).

Bereiche, in denen Bursa sich verbessern muss

• Globale Vernetzung und Bekanntheit: Trotz seiner wirtschaftlichen Stärke ist Bursa im Ranking der internationalen Städte nicht ausreichend vertreten. Um globale Investitionen anzuziehen und die internationale Bekanntheit der Stadt zu erhöhen, sollten Projekte zur Steigerung des Markenwerts entwickelt werden.

• Infrastruktur und Verkehr: Die öffentlichen Verkehrssysteme in Bursa müssen verbessert werden, insbesondere der Ausbau von Schienensystemen ist erforderlich. Die Nähe zu Istanbul kann als Vorteil genutzt werden, doch die Beschleunigung dieser Verbindungen ist wichtig. Die Stärkung der Logistikinfrastruktur wird die Exportkapazität von Bursa erhöhen.

• Technologie und digitale Transformation: Da die Industrie in Bursa sehr dicht ist, sollte stärker in die Transformation zu Industrie 4.0 investiert werden. Die Entwicklung der digitalen Infrastruktur und die Erhöhung der F&E-Investitionen können die globale Wettbewerbsfähigkeit von Bursa steigern.

• Ökologische Nachhaltigkeit: Aufgrund der Industriedichte gibt es in Bursa Probleme mit Luftverschmutzung und ökologischer Nachhaltigkeit. Themen wie die Nutzung grüner Energie, nachhaltige Stadtplanung und Abfallmanagement sollten stärker gewichtet werden.

Adana: Die verlorene Wettbewerbsfähigkeit muss zurückgewonnen werden

Obwohl Adana eine der bedeutenden Städte der Türkei in Bezug auf Landwirtschaft, Industrie und Handel ist, war sie im Global Cities Report 2024 nicht direkt im Ranking vertreten. Adana, einst eine der größten Industriestädte der Türkei, hat in den letzten Jahren wirtschaftlich an Boden verloren. Die Abwanderung der Industrie in Städte wie Istanbul, Kocaeli, Bursa und Gaziantep hat die globale Wettbewerbsfähigkeit von Adana geschwächt.

Stärken Adanas

• Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie: Adana ist eine der Städte mit den fruchtbarsten landwirtschaftlichen Flächen der Türkei. Sie verfügt über eine große landwirtschaftliche Kapazität in Bezug auf Baumwolle, Zitrusfrüchte und Gemüseproduktion. Mit der landwirtschaftsbasierten Industrie, Lebensmittelverarbeitungsanlagen und exportorientierter Produktion ist sie ein wichtiges Wirtschaftszentrum.

• Industrie und Logistik: Die Adana Hacı Sabancı Industriezone, eine der größten organisierten Industriezonen der Türkei, beherbergt zahlreiche in- und ausländische Unternehmen. Die Nähe zum Hafen Mersin und zum internationalen Flughafen Çukurova sowie der geplante Containerhafen im Investitionsprogramm versetzen Adana in eine strategische Position für Logistik und Außenhandel.

• Kulturelles und historisches Erbe: Das Adana-Orangenblüten-Festival zieht als eines der größten Straßenfestivals der Türkei nationale und internationale Touristen in die Stadt. Historische Bauwerke wie die Taş-Brücke, der Große Uhrturm und die antike Stadt Anavarza erhöhen den kulturellen Reichtum der Stadt. Zusammen mit dem Altınkoza-Filmfestival rückt auch die Gastronomie in den Vordergrund.

• Energieerzeugung: Adana ist eines der größten Energieerzeugungszentren der Türkei. Mit Wärmekraftwerken, Wasserkraftwerken und Investitionen in erneuerbare Energien kann die Stadt eine bedeutende Position in der Energieerzeugung einnehmen.

Bereiche, in denen Adana sich verbessern muss

• Industrie- und Technologieinvestitionen: Adana muss seine industrielle Infrastruktur modernisieren und Technologieinvestitionen erhöhen.

• Globale Vernetzung und Investitionsakquise: Obwohl Adana über eine starke industrie- und landwirtschaftsbasierte Wirtschaft verfügt, muss die Stadt mehr internationale Unternehmen und Investitionen anziehen, um im Ranking der globalen Städte vertreten zu sein. Anreizmechanismen, die als Anziehungspunkt für ausländische Investoren dienen können, sollten verstärkt werden.

• Stadtplanung und Verkehr: Für eine lebenswertere Stadt muss das Verkehrsproblem gelöst und die Grünflächen vergrößert werden. Die Investitionen in U-Bahn- und Schienensysteme im städtischen Verkehr sind unzureichend. Hochgeschwindigkeitszugprojekte mit direkter Anbindung an Großstädte wie Istanbul, Ankara und Izmir müssen realisiert werden.

• Technologie- und F&E-Investitionen: Trotz der starken Industrie in Adana müssen technologie- und innovationsorientierte Investitionen erhöht werden. Projekte zur Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie sollten gefördert, Technoparks und F&E-Zentren gestärkt werden.

• Ökologische Nachhaltigkeit und Klimapolitik: Aufgrund der Industrie und Energieerzeugung ist die Luftverschmutzung in Adana ein bedeutendes Umweltproblem. Projekte für grüne Energie, Investitionen in erneuerbare Energien und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken sollten unterstützt werden.

Fazit und Empfehlungen

Obwohl der Aufstieg Istanbuls im „Global Cities Report 2024“ hoffnungsvoll stimmt, sollten sich die Großstädte der Türkei auf die folgenden Bereiche konzentrieren, um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen:

• Digitale Transformation: Investitionen in 5G, Smart-City-Projekte und digitale Infrastruktur müssen beschleunigt werden.

• Nachhaltige Stadtplanung: Verkehrs- und Umweltprobleme müssen gelöst werden.

• Anziehung internationaler Investitionen: Anreize für ausländische Investoren müssen erhöht werden.

• Bildung und F&E: Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie muss gestärkt und Innovationen gefördert werden.

• Stärkung der lokalen Verwaltungen: Kommunen sollten ein effizienteres und transparenteres Verwaltungsmodell verfolgen.

Obwohl Bursa eine der wirtschaftlich und kulturell stärksten Städte der Türkei ist, nimmt sie in der Liga der globalen Städte nicht den Platz ein, den sie verdient. Um die globale Wettbewerbsfähigkeit der Stadt zu erhöhen:

Sollten Smart-City-Projekte entwickelt werden, die Industrie und Technologie integrieren,

• Sollte die Verkehrs- und Logistikinfrastruktur gestärkt und die internationale Handelskapazität erhöht werden,

• Sollte der Markenwert von Bursa durch die Ausweitung kultureller und touristischer Werbeaktivitäten gesteigert werden,

• Sollte die Stadt durch Projekte zur ökologischen Nachhaltigkeit lebenswerter gemacht werden.

Adana hingegen benötigt trotz seiner wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Stärke eine Transformation, um unter den globalen Städten wettbewerbsfähig zu sein. Dafür:

Sollte die globale Wettbewerbsfähigkeit durch eine technologieorientierte Transformation in der Industrie und Landwirtschaft erhöht werden,

• Sollte die Integration von Adana in die globale Lieferkette durch die Entwicklung der Logistikinfrastruktur und Verkehrsprojekte sichergestellt werden,

• Sollten Tourismus- und Kulturveranstaltungen, die die internationale Bekanntheit erhöhen, unterstützt werden,

• Sollte durch die Priorisierung von Nachhaltigkeits- und Green-Economy-Politiken in umweltfreundliche Projekte investiert werden.

Wenn diese und ähnliche Schritte unternommen werden, können unsere Städte wie Adana und Bursa, die ein sehr hohes Potenzial haben, dieses aber bisher nicht voll ausschöpfen konnten, den Platz erreichen, den sie in der Arena der globalen Städte verdienen.