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Der Beitrag von Journalisten zur Preis-Inflation

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Beim Verband zeitgenössischer Journalisten (ÇGD) gibt es seit einiger Zeit eine bemerkenswerte Debatte über „Auszeichnungen“ aus berufsethischer Sicht.

Die Zentrale erklärte, dass die Vergabe einer „Auszeichnung an eine Privatuniversität durch die Niederlassung Bursa den Prinzipien und Traditionen des ÇGD widerspricht“. In der Erklärung hieß es: „Es ist zudem nicht sinnvoll, eine Auszeichnung an eine Institution zu vergeben, die sich mit einem fachfremden Thema wie ‚Bildung‘ befasst, ohne einen journalistischen Grund dafür anzugeben.“

Der Vorsitzende der Niederlassung Bursa, Yüksel Baysal, reagierte darauf mit einem scharfen Schreiben, das mit Begriffen wie „Vormundschaft“ und „euer Maß“ gespickt war. Er schrieb auch, dass die Mudanya-Universität auf die Auszeichnung verzichtet habe. In der Erklärung der Niederlassung Bursa wurde zudem die Ansicht vertreten: „Die Zentrale hat die Niederlassung Bursa sowohl vor der demokratischen Öffentlichkeit in eine schwierige Lage gebracht als auch der dunklen Mentalität, gegen die wir in Bursa seit Jahren kämpfen, Material geliefert.“

Auch ÇGD Eskişehir hatte Preise vergeben

Ich habe mir die Liste der Auszeichnungen angesehen; auch Personen und Organisationen außerhalb des Journalismus sind vertreten. Die türkische Frauen-Bridge-Nationalmannschaft wurde mit einem Sportpreis, das LÖSEV Doğa Köy Enstitüsü mit einem Bildungspreis, die Dorfbewohner, die in İnegöl gegen eine Goldmine Widerstand leisteten, mit einem Umweltpreis und die Erdbebenopfer, die im ISIAS-Prozess nach Gerechtigkeit suchten, mit einem Rechtspreis ausgezeichnet.

Zuvor hatte bereits die ÇGD-Niederlassung Eskişehir Preise an Namen wie die A-Nationalmannschaft der Volleyballerinnen, Naci Görür, Sami Selçuk, İbrahim Kaboğlu, Rezan Epözdemir, Aras Bulut İynemli und Gürer Aykal vergeben; ich hatte dieses Thema damals ebenfalls behandelt.

Leider bedeuten diese Auszeichnungen nichts anderes, als dass der ÇGD zur Preis-Inflation in der Türkei beiträgt; zudem mindern sie den Wert der Auszeichnungen. Preise werden auf das Niveau von Plaketten herabgestuft.

Dass jedes Jahr sowohl die ÇGD-Zentrale als auch die Niederlassungen separat Preise verteilen, kann ich ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen. Sind berufliche Sorgen, die rein den Journalismus betreffen, der Grund dafür, dass so viele Preise für notwendig erachtet werden? Oder welchen Beitrag leisten diese Auszeichnungen für unseren Berufsstand? Auch die Antworten auf diese Fragen müssen diskutiert werden.

Natürlich sind es nicht nur der ÇGD und seine Niederlassungen; auch Dutzende Berufsverbände, deren Anzahl wir nicht einmal kennen, verteilen jedes Jahr Journalistenpreise. Wenn so viele Preise verteilt werden, sinkt leider auch deren Wert.

Die Anzahl der Preise, die wirklich zur Karriere eines Journalisten beitragen und ihn vor Freude in die Luft springen lassen, übersteigt kaum drei oder vier. Es ist an der Zeit, dass alle Journalistenverbände ihr Preissystem überdenken.

Lasst uns weder Preise annehmen noch vergeben

Der eigentliche Punkt, auf den man sich hier konzentrieren muss, ist, dass ein Berufsverband für Journalisten Preise an Personen und Organisationen außerhalb des Journalismus vergibt! Dass Journalistenverbände Preise an fachfremde Personen und Organisationen vergeben, ist aus ethischer und praktischer Sicht problematisch. Zuallererst sind Personen und Organisationen außerhalb des Journalismus unsere Nachrichtenquellen. Zudem steht es Journalisten nicht zu, deren Aktivitäten zu bewerten, mit anderen Worten, einen Erfolgspunkt festzulegen.

Aus denselben Gründen sollten Journalisten auch keine Preise von Organisationen außerhalb des Journalismus annehmen. Auch diese Organisationen können unseren Journalismus nicht bewerten, sie können uns keine Noten geben. Wenn überhaupt, dann handelt es sich bei dem, was sie vergeben, um eine Dankes- oder Solidaritätsplakette, mehr nicht…

Lasst uns nicht zur Preis-Inflation beitragen; lasst uns weder Preise von Personen und Organisationen außerhalb des Journalismus annehmen, noch solche vergeben…