Seit Jahren stand das Land meiner Vorfahren auf meiner Reiseroute.
Obwohl ich die Welt bereist habe, führte mich mein Weg zum ersten Mal nach Sarajevo.
Ich aß dort Cevapcici mit Zwiebeln in einem heißen Fladenbrot, das genauso lecker war wie das, das ich in Eskişehir bei einem Tuna- oder Rodop-Imbiss gegessen habe.
Zum Nachtisch verdrückte ich dann noch ein über dem Holzfeuer gebackenes bosnisches Hackfleisch-Börek.
Sarajevo ist die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina und mit einer Bevölkerung von sechshunderttausend Menschen laut der Volkszählung von 2007 die größte Stadt des Landes.
Sarajevo liegt im Sarajevo-Tal, umgeben von den Dinarischen Alpen, und wurde rund um den Fluss Miljacka gegründet.
Die Stadt ist für ihre religiöse Vielfalt bekannt. Der Islam, der Katholizismus, das orthodoxe Christentum und das Judentum existieren hier seit Jahrhunderten friedlich nebeneinander. Genau deshalb wird Sarajevo als das Jerusalem Europas bezeichnet.
Wir sollten an dieser Stelle nicht versäumen, den Völkermord an den Muslimen im Jahr 1995 zu erwähnen.
Ich habe die Baščaršija besucht, die noch immer die Spuren des Osmanischen Reiches trägt.
Man sollte nicht abreisen, ohne den Basar (Bedesten) der Baščaršija besucht zu haben.
Natürlich gilt das auch für den Gebäudekomplex (Külliye), eines der auffälligsten Werke osmanischer Architektur, das 1531 vom bosnischen Sandschak-Bey Gazi Hüsrev Bey durch den Architekten Sinan erbaut wurde.
Es ist ein makelloser Basar, der aus kleinen Geschäften besteht, in denen meist bosnische Frauen arbeiten.
Das Freitagsgebet verrichtete ich in der zentralen Baščaršija-Moschee, die vom türkischen Staat restauriert wurde.
Ich traf dort auf eine Gemeinde mit einem recht jungen Altersdurchschnitt.
Die bosnischen Jugendlichen, mit ihrer stattlichen Erscheinung, ihrer gepflegten Kleidung und ihren freundlichen Gesichtern, hatten die Moschee bis auf den letzten Platz gefüllt.
Man sollte untersuchen, welchen Anteil die Bektaschi-Derwischklöster, die uns in der Umgebung häufig auffielen, an dieser Schönheit haben.
Bei einer Hochzeit, auf die ich am Abend stieß, sah ich ähnliche Schönheiten.
Es fällt sofort auf, dass die Frauen, genau wie die Männer, eine stattliche Statur und eine bemerkenswert elegante Ausstrahlung besitzen.
In dieser muslimischen Region, die wir 500 Jahre lang unsere Heimat nannten und die wir aus den Händen der Katholiken befreiten, bin ich kaum jemandem begegnet, der unsere Sprache versteht.
Obwohl der Islam, den die Türken in die Region brachten, seit Jahren fortbesteht, ist die türkische Sprache in dieser Gegend leider verschwunden.
Werde ich ihr bald wieder begegnen?
Das werden wir ein Stück weit auch selbst entscheiden.
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