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Die Deutschen haben es spät, die Italiener sehr spät verstanden

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Gestern war es wieder in der Presse.

Die Türkei belegt mit 360 Tausend ausländischen Studierenden weltweit den sechsten Platz.

Ein Einkommen von fast 4 Milliarden Dollar pro Jahr.

Die sozialen, kulturellen und sonstigen wirtschaftlichen Vorteile kommen noch hinzu.

Die Defizite werde ich in einem anderen Artikel erläutern.

Türkische Universitäten haben den Schwerpunkt auf englischsprachige Studiengänge gelegt, um diese Zahl noch weiter zu steigern.

Da die Anzahl der Akademiker mit Englischkenntnissen jedoch gering ist, ist es nicht möglich, die gewünschte Anzahl an englischsprachigen Studiengängen zu eröffnen.

Dass talentierte junge Menschen sich aus bekannten Gründen nicht für eine akademische Laufbahn entscheiden und ins Ausland abwandern, lässt die türkische Wissenschaftslandschaft austrocknen. 

Daher wird es für die Türkei immer schwieriger, ein Anziehungspunkt für ausländische Studierende zu bleiben.

Man nähert sich einem Punkt des Stillstands.

Es wird noch schwieriger werden.

Denn die türkischen Universitäten, die zu einer Power-Point-Akademie verkommen sind, haben Schwierigkeiten, ausländische Studierende, die die englische Sprache sehr gut beherrschen, zufriedenzustellen.

Eine weitere Bedrohung ist, dass auch deutsche Universitäten auf englischsprachige Lehre umgestellt haben.

Insbesondere Masterstudiengänge werden fast ausschließlich auf Englisch angeboten.

Die Universität Mainz, die mich nächste Woche besuchen wird, hat ebenfalls mit englischsprachigen Bachelorstudiengängen begonnen.

Sogar die Universität Vilnius in Litauen, die in der darauffolgenden Woche zu Besuch kommt, eröffnet englischsprachige Fachbereiche.

Die Möglichkeit der Freizügigkeit und Arbeitserlaubnis in Europa, die den Studierenden geboten wird, wird die ausländischen Studierenden, die sich für die Türkei entscheiden, zum Umdenken bewegen.

Dann kam auch Italien ins Spiel und eröffnete englischsprachige Studiengänge.

Wenn man dazu noch ein jährliches Stipendium in Höhe von 8 Tausend Euro als Bonus anbietet, beginnen die italienischen Universitäten aufzublühen.

Auch kluge türkische Jugendliche entscheiden sich mittlerweile häufig für Italien.

Wer also bei der strukturellen Reformintegration Probleme hat, wird in der internationalen Hochschulbildung, in der der Wettbewerb dramatisch zugenommen hat, den Marathon nicht beenden können, um auf dem Höhepunkt der Sinuskurve zu bleiben.