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Freunde erkennt man am Gesicht, Feinde am Blick

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Albert Camus sagt: „Nach einem gewissen Alter ist jeder Mensch für sein Gesicht verantwortlich.“

Wer für sein Gesicht verantwortlich ist, ist natürlich auch für seinen Blick verantwortlich.

Ich bin seit Jahren an der Universität. Universitäten sprengen in jeder Hinsicht die Grenzen der klassischen Existenzphilosophien.

Es gibt ebenso viele Befürworter wie Gegner.

Ich persönlich befürworte eine kontrollierte Expansion.

Natürlich gehöre ich nicht zu denen, die die Auswirkungen der industriellen Revolutionen ignorieren.

Ebenso wenig die der Internetrevolution.

Die Mobilität der Studierenden ist der sichtbarste und greifbarste Aspekt dieser Expansion.

Wir haben uns dem Modell der Aufnahme ausländischer Studierender angeschlossen, mit dem Amerika und England schon vor langer Zeit begonnen haben.

Es gibt mehr als dreihunderttausend ausländische Studierende an türkischen Universitäten.

Unter ihnen nehmen diejenigen aus dem Iran einen bedeutenden Platz ein.

Türkische Dozenten unterstützen die Iraner nach Kräften.

Ohne zwischen Aserbaidschanern und Persern zu unterscheiden.

Ich habe sogar schon einmal im iranischen Konsulat eine Rede gehalten.

Ganz zu schweigen von dem Interview, das ich IRNA gegeben habe.

Doch unsere iranischen Nachbarn teilen, soweit ich das beurteilen kann, nicht dieselben Ansichten wie wir.

Wir haben nicht vergessen, was sie den Aserbaidschanern angetan haben, die gegen die Armenier kämpften.

Der Iran, dessen Bevölkerung zu einem Drittel aus Türken besteht, unterstützte seine armenischen Nachbarn anstelle seiner türkischen Brüder.

Und nun sitzen sie in der Frage des Sangesur-Korridors mit den Armeniern am selben Tisch.

Der iranische Minister droht uns unverhohlen und spricht in der Angelegenheit des Sangesur-Korridors mit armenischer Zunge.

Wenn er über die Türkei spricht, zeigt sich weder in seinem Gesicht noch in seinem Blick ein Anzeichen von Freundschaft.

Der Groll der Jahre spiegelt sich in seinem Antlitz wider.