Ich habe jahrelang in der Region New Jersey und New York gelebt. Ich habe dort sowohl studiert als auch gearbeitet. Ich habe mich nie so verhalten, dass ich die öffentliche Ordnung gefährdet hätte.
Wir haben gearbeitet, verdient, gegessen und getrunken.
Eigentlich sieht man bei Einwanderern wie uns selten, dass sie an ihrem neuen Wohnort Probleme verursachen.
Sie leben eher zurückhaltend.
Auch wenn die einheimische Bevölkerung sie nicht unbedingt mag, äußert sie sich selten dazu.
Sie leben in derselben Umgebung, aber auf einer anderen Frequenz.
Außer mit den Behörden und der Einwanderungsbehörde haben sie kaum Berührungspunkte oder Angelegenheiten.
Es gibt keinen Ort, an dem sie sich bewerben könnten, um Beamte zu werden.
Sie machen sich keine Gedanken darüber, wie sie in Rente gehen oder wie hoch ihre Rente sein wird.
Sie versuchen, in ihrer eigenen isolierten Umgebung zu leben.
Und das, so gut sie können – falls man das überhaupt Leben nennen kann.
Allerdings sind sie gezwungen, Auto zu fahren. Ohne Auto kommt man weder zum Lebensmittelladen noch zur Arbeit.
Daher geraten sie im Straßenverkehr zwangsläufig in Kontakt mit der Polizei, also mit dem Staat.
Die amerikanische Polizei ist jedoch leider sehr hart. Es gibt null Toleranz. Besonders gegenüber Schwarzen und Einwanderern ist sie noch härter.
Bei einem einfachen Verkehrsverstoß zögert sie nie, den Abzug zu betätigen.
Auch wenn sie weiße Amerikaner nicht mit derselben Härte behandeln, haben sie neulich nicht davor zurückgeschreckt, am helllichten Tag auf eine blonde Australierin aus der WASP-Schicht zu schießen.
Genauso haben sie, anstatt einem weißen Amerikaner zu helfen, der sich aus Solidarität mit Palästina selbst angezündet hatte, ihre Waffen auf den brennenden Bürger gerichtet.
Einer der wichtigsten Gründe für meine Rückkehr aus Amerika, dem Land der Träume und Möglichkeiten, war die Polizei.
Gestern Abend hat die Polizei in der Gegend von Kavacık bei einer einfachen verkehrsbedingten Auseinandersetzung einen berühmten, 1938 geborenen und 87-jährigen Architekten, einen Absolventen der Technischen Universität Istanbul (İTÜ), durch Schüsse auf sein Luxusfahrzeug getötet.
Werden wir nun auch diesen Ort verlassen müssen?
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