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Lightning McQueen

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Eigentlich schreibe ich montags nicht. Sonntags zünde ich in meinem Haus im Wald den Kamin an, trinke Tee oder Kaffee und nippe an dem Likör, den ich aus den Kirschen und Aprikosen aus meinem Garten hergestellt habe.

Während ich wieder einen solchen Sonntag verlebte, stieß ich plötzlich auf die Nachricht, dass eine Steuer auf Kreditkarten erhoben werden soll.

Es nimmt kein Ende.

Ich hatte im Kopf bereits einen Text über Herrn Şimşek entworfen.

Das passt ja, dachte ich.

Wir hatten einen Schwager.

Ich sage „hatten“, weil sie ihn vor die Tür gesetzt haben.

Eines Tages klingelte mein Telefon.

Er brauchte dringend Geld, sagte der Schwager.

Ich schickte ihm das gewünschte Geld.

Noch bevor er es zurückgezahlt hatte, rief er wieder an und brauchte erneut dringend Geld.

Ich fragte, wofür.

Es gäbe ein Grundstück zum Schnäppchenpreis.

Er würde es für eins kaufen und für fünf verkaufen.

Dann noch ein Anruf.

Und noch einer.

Es stellte sich heraus, dass unser Schwager dem Glücksspiel verfallen war.

Dieses gottlose Roulette verschlingt alles, was man ihm gibt.

Wir haben einen Teil unserer Almosen in ein bodenloses Fass geworfen.

Wie sich zeigte, hatte der Schwager schon vor mir die Almosen und Spenden der anderen Verwandten in den Spielautomaten versenkt.

Als nichts mehr übrig war und er obendrein Schulden bei den Leuten aus Tonya hatte, versammelte sich der Familienrat.

Man fragte den Schwager, wie hoch die Schulden seien, damit wir zusammenlegen und sie begleichen könnten.

Der Schwager brachte kein Wort heraus.

Er konnte sich nicht erklären.

Er murmelte nur irgendetwas vor sich hin, das war alles.

Wir verstanden, dass der Schwager selbst nicht wusste, wie hoch seine Schulden waren.

Wir fingen an zu warten.

Während wir warteten, stellten sich die Gläubiger in einer Schlange auf.

Der Betrag stieg von Tag zu Tag.

Wir sahen, dass die Schulden den Betrag, der hätte beglichen werden können, bei weitem überstiegen hatten.

Nicht einmal das Vermögen der gesamten Verwandtschaft, geschweige denn der Gemeinde, hätte die Schulden decken können.

Jeder war irgendwie erleichtert, dass unser restliches Geld in unseren Taschen blieb.

Was ist passiert?

Wir haben den Schwager geopfert, die Schulden wurden gestrichen.

Im Jenseits werden sie sich schon abrechnen.

Während ich diese Geschichte schreibe, dachte ich sowohl an Herrn Şimşek als auch an ein altes Gedicht.

Die Pluderhose schlampig, das Osmanische Reich

Der Sattel ein Schrott, das Osmanische Reich

Nichts gesät, nichts geerntet, beim Essen aber dabei, das Osmanische Reich

Das heißt, Herr Şimşek hat es sich in den Kopf gesetzt.

Es gibt kein gemütliches Sitzen mehr vor dem Kamin und kein Trinken von unversteuertem Likör.

Wenn du schon den Likör unversteuert trinkst und dich amüsierst, dann nimm das.

Die Steuer, die ich entgangen bin, wird er sich im Handumdrehen holen.

Herzlichen Glückwunsch.

Wir sind von Grund auf staatstreu, die patriotischen Kinder der Kuvayi Milliye.

Wer sagt denn, dass wir Steuern vermeiden?

Ich persönlich erkläre mich bereit, 200.000 Lira Steuern zu zahlen.

Wenn nötig, stehen auch 1.000.000 Lira bereit.

Der Befehl soll kommen, zack, auf dem Konto von Herrn Şimşek.

Aber ich habe das Gefühl, dass diese Angelegenheit so enden wird wie die Geschichte mit unserem Schwager.