Betrachtet man historische Prozesse, so sehen wir Zivilisationen, Imperien und Nationen, die keinen Bestand hatten.
Von diesen ausgelöschten Zivilisationen erfahren wir durch antike Siedlungen wie Göbeklitepe, Karahantepe, Çatalhöyük und Küllüoba sowie durch prähistorische Erzählungen, die Archäologen in jüngster Zeit ans Licht gebracht haben.
Auch für viele Imperien unserer jüngeren Geschichte wurde längst das Totengebet gesprochen.
Neue sind an ihre Stelle getreten.
Die Neuankömmlinge erhitzten Wasser und gewannen daraus Dampfkraft.
Sie ließen das in Stauseen gesammelte Wasser aus großer Höhe herabstürzen und erzeugten mithilfe von Turbinen elektrische Energie.
Danach leiteten sie in den 1960er Jahren mit dem Einsatz von Computern die dritte industrielle Revolution ein.
Doch wer hat das getan?
Natürlich die Ingenieure.
Bau-, Maschinenbau-, Elektro-, Chemie-, Informatik- und Materialingenieure.
Selbstverständlich haben auch Grundlagenwissenschaftler wie Physiker und Chemiker zum Prozess beigetragen und ein logarithmisches Wachstum ermöglicht.
Das Ingenieurteam, das die Industrie moderierte, erlangte durch die Kontrolle über das Kapital auch politische Macht und sorgte für die Entwicklung sowohl ihrer Länder als auch ihrer Regionen.
Was auch immer geschah, Länder, die ihre Ingenieure in irgendeiner Weise vernachlässigten, steuerten auf einen systematischen Untergang zu.
Wenn man sich die Länder ansieht, die heute die Welt anführen, erkennt man leicht, dass diejenigen, die ihren Ingenieuren in administrativer Hinsicht Raum geben, ganz vorne stehen.
Alle Mitglieder des Politbüros in China sollen Ingenieure gewesen sein.
Auch Deutschland hat in der Vergangenheit seine Ingenieure in grundlegende Entscheidungsprozesse einbezogen; dass es heute von einem Juristen regiert wird, beschreibt die Krise, in der es sich befindet.
Schwester Merkel war, glaube ich, Physikerin.
Man kann das derzeitige Chaos in Amerika auch darauf zurückführen, dass von den letzten sieben Präsidenten nur zwei Ingenieure waren.
Institutionen, Universitäten und Länder, die von Ingenieuren geleitet werden, schaffen Systeme, die durch Produktion wachsen.
Ingenieure besitzen einen Geist, der misst, berechnet, plant und langfristig denkt.
Heute wurde dieser Ansatz weitgehend aufgegeben; Entscheidungsmechanismen basieren nicht mehr auf Daten, sondern auf Interpretationen, nicht auf Berechnungen, sondern auf Meinungen, nicht auf Systemen, sondern auf Slogans.
Ingenieurwesen ist nicht nur ein technischer Beruf, sondern auch eine Art des logischen Denkens.
Der Ingenieur definiert das Problem, sammelt Daten, analysiert Szenarien, berechnet Risiken und strebt den höchsten Nutzen bei geringsten Kosten an.
Daher stärkt die ingenieurwissenschaftliche Perspektive die Infrastruktur, steigert die Produktion, reduziert Verschwendung, antizipiert Krisen und sorgt für nachhaltiges Wachstum.
Betrachtet man heute die entwickelten Länder, so sind in Staaten wie Deutschland, Südkorea, Japan oder China die Spuren dieses disziplinierten Verstandes in der Regierungsführung noch immer deutlich erkennbar.
Die Sozialwissenschaften hingegen blieben leider unzureichend.
Sozialwissenschaften sind für eine Gesellschaft zweifellos notwendig.
Wenn sie jedoch zum alleinigen Regierungsmodell werden, entstehen ernsthafte Probleme.
Denn Sozialwissenschaften sind meist interpretativ, während Ingenieurwissenschaften messbar sind.
Eine Interpretation geht bei der Abrechnung nicht auf.
Wahrnehmung schafft kein Budget.
Rhetorik baut keine Fabriken.
Wenn eine Diskursökonomie anstelle einer Produktionsökonomie bevorzugt wird, sind Inflation, Schulden, Arbeitslosigkeit und Verarmung die unvermeidlichen Folgen.
Armut ist also kein Zufall.
Wenn ein Land der Führung derer überlassen wird, die reden, statt derer, die rechnen, dann bestimmen beim Straßenbau nicht Bodenuntersuchungen, sondern politische Zeitpläne,
bei der Energieplanung nicht Ingenieurskunst, sondern kurzfristiger Populismus,
und bei Industrieinvestitionen nicht die Machbarkeit, sondern das Kalkül um Wählerstimmen das Handeln – das Ergebnis ist Armut.
Das bedeutet:
Verschwendetes Bruttoinlandsprodukt
unvollendete Projekte
ineffiziente Investitionen
Abhängigkeit von Importen
Wachstum ohne Produktion
anhaltende Armut
kehren in dieser Form zur Gesellschaft zurück.
Was ist die Lösung?
Das werde ich im nächsten Artikel erläutern, aber damit Sie nicht neugierig bleiben müssen, nenne ich hier das wichtigste Kriterium.
Leistungsprinzip.
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