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Wenn der Zorn kommt, wird der Blick getrübt; wenn er geht, wird das Gesicht rot

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Zorn führt bei Individuen zu unbewusstem, schädlichem Verhalten. Wenn das Bewusstsein später zurückkehrt, schämt man sich für das eigene Handeln, das Gesicht rötet sich und das Bedauern beginnt. Um dies zu vermeiden, müssen wir unseren Zorn zügeln und in Momenten der Wut nichts sagen oder tun, was wir später bereuen könnten.

Solche Sprichwörter lernt man schon in der Grundschule.

„Wer mit Zorn aufsteht, setzt sich mit Schaden nieder“ ist eines der bekanntesten.

Unser Thema ist natürlich nicht die Literatur.

Ich habe eine andere Absicht.

1989 endete der Kalte Krieg.

Die Russische Föderation hungerte und zerfiel.

Ostdeutschland wurde unter der Hand für 50 Milliarden Mark an die Bundesrepublik Deutschland verkauft.

Länder wie Polen, Estland und Litauen befreiten sich von der Inquisition der Kommunistischen Partei Russlands.

Obwohl sie Hunger litten, sehnten sie sich niemals in die Vergangenheit zurück.

Seit 2006 leite ich Forschungsprojekte mit Akademikern aus Litauen und Polen.

Ich halte auch häufig Vorlesungen an den Universitäten dieser Länder.

Ich habe dort sehr enge Freundschaften geschlossen.

Mit den ehemaligen kommunistischen Dozenten bin ich wie ein Bruder geworden.

Wir haben zusammen gegessen und getrunken.

Wir hatten sehr lange Tischgespräche.

Bei Feiern, die bis in die Morgenstunden dauerten, haben wir die dramatischen Geschichten des Kalten Krieges gehört.

Wir haben die wahren Details des deutschen Films „Das Leben der Anderen“ aus dem Jahr 2006 kennengelernt.

Unglaubliche Überwachungen, Denunziationen.

Es hat sich ein solcher Hass angestaut, dass der Groll gegen die Russen auch 30 Jahre später in ihren Erinnerungen und in jeder Falte ihres Gesichts noch lebendig ist.

Dieser Hass scheint mit der Ukraine von der Fließgrenze zur Bruchgrenze übergegangen zu sein.

Das Gefühl der Rache hat ihren Blick getrübt.

Sie ließen sich aufstacheln und haben nicht nur ein großes Land zerstört, sondern auch den Tod Tausender ihrer Bürger verursacht.

Viele von ihnen wurden zu Flüchtlingen.

Die Kasse ist leer.

Ihre Ressourcen wurden unter Zwangsverwaltung gestellt.

Und sie wurden von denen, die ihnen zuvor auf die Schulter klopften, im Stich gelassen.

Vielleicht wurden sie sogar verkauft.

Während sie versuchten, dem Bären einen Prankenhieb zu versetzen, wurden sie in den Schwitzkasten genommen und auf den Rücken auf die Matte geschmettert.

Letztendlich ist es ein Jammer um das schöne, reiche Land und seine Menschen.