Gegen Diebe gibt es kein Schloss. Man sagt, wenn ein Dieb etwas will, halten ihn weder Mauern noch Türen auf. Genau dieser Spruch bewahrheitete sich bei einem Einbruch, der sich am 10. Januar 2005 in einer Villa in Sarıyer ereignete. In diese Villa, vor deren Tür rund um die Uhr Polizisten Wache hielten und die lückenlos von Überwachungskameras erfasst wurde, waren zwei Diebe mit einem Boot vom Meer aus eingedrungen. Nachdem ich als Reporter für die Zeitung Sabah exklusiv darüber berichtet hatte, wurde der Raubüberfall zum landesweiten Gesprächsthema. Wem gehörte die Villa? Wie und nach wie vielen Tagen wurden die Diebe gefasst? Wie gelang es der Istanbuler Polizei, die beiden Täter zu stellen, die das Sprichwort „Gegen Diebe gibt es kein Schloss“ so eindrucksvoll bestätigten?
In Sarıyer-Yeniköy wurde eine Villa, vor der rund um die Uhr Polizei postiert war und die an jeder Ecke über Sicherheitskameras verfügte, am frühen Morgen des 10. Januar 2005 von zwei Dieben ausgeraubt. Die beiden Täter waren vom Meer aus mit einem Boot in den Hinterhof gelangt. Die Villa gehörte der ehemaligen Ministerpräsidentin Tansu Çiller. Und was noch brisanter war: Tansu Çiller und ihr Ehemann Özer Çiller befanden sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Haus. Die beiden Diebe drangen bis in das Schlafzimmer der Familie Çiller vor, stahlen Schmuckstücke wie eine Bvlgari-Uhr, Halsketten, Diamantringe und Ohrringe und flohen auf demselben Weg über das Meer.
Als das Ehepaar Çiller am Morgen aufwachte und den Diebstahl bemerkte, riefen sie die Polizei. Fast alle Einheiten der Istanbuler Sicherheitsdirektion wurden zum Tatort entsandt. Ich arbeitete damals als Reporter für die Zeitung Sabah. Als mich ein Polizeibeamter anrief und mir von dem Vorfall berichtete, war ich überrascht und konnte es kaum glauben. Denn der Einbruch, von dem er sprach, betraf die Villa einer ehemaligen Ministerpräsidentin. Mein Unglaube war verständlich. Dennoch fuhr ich zum Verlagsgebäude in Balmumcu, traf mich mit meinem Kollegen, dem Regionalreporter Mustafa Kaya, und wir machten uns auf den Weg zur Villa der Çillers. Ich verriet Mustafa nicht einmal, wohin wir fuhren. Als wir vor der Villa ankamen, sahen wir zahlreiche Polizisten am Haupteingang. Ich ging in einen Kiosk gegenüber und fragte, was passiert sei. Der Besitzer sagte: „Ich glaube, es gab einen Raubüberfall. Ich weiß es, weil die Polizisten, die hierherkamen, telefoniert haben.“ In diesem Moment war mir klar, dass der Raubüberfall tatsächlich stattgefunden hatte und die Aussage des Polizisten korrekt war. Ich kehrte zum Auto zurück und sagte Mustafa, er solle die Villa fotografieren. Er machte die Aufnahmen aus dem Fahrzeug heraus. Danach traf ich mich mit dem Polizisten, der mich angerufen hatte. Nachdem ich alle Informationen erhalten hatte, fuhren wir zur Redaktion und schrieben den Bericht. Einen Tag später war die Nachricht auf der Titelseite. Nach der Veröffentlichung in der Zeitung kam sowohl bei der Polizei als auch in den Medien Bewegung in die Sache. Das Haus einer ehemaligen Ministerpräsidentin war ausgeraubt worden. Es wurde sofort zum Hauptthema.
Dieser Bericht hatte in Sicherheitskreisen und in den Medien für Aufsehen gesorgt. Er war zum Gesprächsthema geworden. Und genau das löste bei einem der Täter Panik aus. Es war der Dieb Yavuz Kutluay. Als er sah, dass die Villa, die er ausgeraubt hatte, der ehemaligen Ministerpräsidentin Tansu Çiller gehörte, geriet Yavuz Kutluay in Panik. Er beging einen Raubüberfall auf der Barbaros-Straße in Beşiktaş und meldete sich anschließend selbst per Handy bei der Polizei, um sich festnehmen zu lassen. In seinem Verhör gestand Kutluay den Raubüberfall und wurde inhaftiert. Es gab nur einen Grund für sein Handeln: Die Zeitung, die er gelesen hatte, berichtete über den Einbruch in die Villa, die der ehemaligen Ministerpräsidentin Tansu Çiller gehörte.
Die Teams der Istanbuler Sicherheitsdirektion arbeiteten nach dem Raub mit allen Einheiten an der Aufklärung. Eines der gestohlenen Telefone sendete ein Signal aus Bursa, woraufhin die Person, die es besaß, festgenommen wurde. Das war der einzige Beweis, denn bei der Untersuchung des Tatorts wurden keine Fingerabdrücke der beiden Diebe gefunden. Beide hatten sich Klebstoff auf die Finger aufgetragen, um keine Spuren zu hinterlassen. Die Person, die das Telefon gekauft hatte, wurde festgenommen. Sie gab an, das Telefon von Yavuz Kutluay in Istanbul erhalten zu haben. Die Polizei konnte Kutluay jedoch trotz intensiver Suche zunächst nicht finden.
Der andere Dieb, Gökmen Yeryaran, wurde wenige Tage nach dem Raub festgenommen. Das zuständige Gericht ordnete seine Untersuchungshaft an. Während die Polizei weiter nach Kutluay suchte, stellte sie fest, dass er sich im Gefängnis von Bayrampaşa befand. Yavuz Kutluay, der wegen eines Raubüberfalls inhaftiert worden war, gestand den Einbruch in die Villa. Kutluay sagte: „Das Haus, in das ich eingebrochen bin, gehörte der Ministerpräsidentin Tansu Çiller. Als ich den Bericht in der Zeitung las, beging ich einen Raubüberfall, um mich selbst anzuzeigen. Denn wenn ich wegen des Einbruchs gefasst werde, bringen sie mich um.“ So wurden die beiden Diebe, die mit einem Boot vom Meer aus in die Villa eingedrungen waren, dank der Arbeit der Istanbuler Polizei in kurzer Zeit gefasst. Dieser Raubüberfall erinnerte uns wieder einmal an das Sprichwort: Gegen Diebe gibt es kein Schloss.
Meistgelesen
Huthis greifen saudischen Tanker an
4 Drohnen in der Nähe des US-Generalkonsulats in Erbil abgeschossen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Operation 'Papier mit Zauber und Flüchen': Hodscha, meine Frau hat die Scheidung eingereicht
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
CHP reagiert mit Massen-SMS auf Özels neue Parteientscheidung