Der globale Kolonialismus festigt seine Macht und setzt seinen Kurs fort. Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela ist das aktuellste Beispiel dafür.
Dass in ein Land eingedrungen wird und der Staatspräsident innerhalb weniger Stunden wie ein Paket abgeholt und abtransportiert wird, ist kaum zu fassen. Zudem scheint es innerhalb des Landes keinerlei Widerstand zu geben. In Venezuela herrscht eine Stimmung, als hätten alle nur auf diesen Moment gewartet. US-Präsident Trump hielt eine Pressekonferenz ab und rief der ganzen Welt freudig zu, welch großartige Arbeit sie geleistet hätten. Daneben teilte er genüsslich ein Foto von Maduro mit Handschellen. Er betonte mehrfach, dass er gute Arbeit geleistet habe.
Sind wir überrascht? Nein.
Derselbe Trump hatte, als er zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten wurde, großspurig der ganzen Welt verkündet, er werde den Frieden bringen. Monate später trat er erneut vor die Weltöffentlichkeit und betonte, er habe die Kriege gestoppt und verdiene daher den Friedensnobelpreis. Während Trump den Friedensnobelpreis für sich beanspruchte, setzte Russland die Angriffe auf die Ukraine fort. Die Massaker in Gaza waren erschütternd, aber egal, Trump verdient dennoch den Friedensnobelpreis. Und dann klopft er eines Nachts plötzlich an die Tür Venezuelas. Auch wenn er unerwartet kommt, ist er keineswegs ein unerwarteter Gast. Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro, der jahrelang auf öffentlichen Plätzen Reden an sein Volk und die Weltöffentlichkeit gehalten hat, streckt seine Hände den US-Handschellen entgegen und macht sich auf den Weg ins Weiße Haus.
Trump ist beruhigt. Alles geschieht für das venezolanische Volk. Alles geschieht für die Demokratie, für den Frieden. Das Szenario ist bekannt, die Hauptdarsteller sind vertraut, nur die Statisten wechseln. Hat man nicht schon früher dieselben Szenen im Irak, in Libyen und sogar in Syrien erlebt? Das Prinzip des globalen Kolonialismus, „teile und herrsche“, wurde diesmal in Venezuela in die Tat umgesetzt.
Wird das immer so weitergehen? Wird dieses Ausbeutungssystem, das fast die gesamte Menschheitsgeschichte geprägt hat, niemals enden? Wann wird die Menschheit die Falle erkennen, die sie sich selbst gestellt hat, und wann wird sie beginnen, nach einem Weg zu suchen, sich daraus zu befreien?
Es gibt ein Heilmittel, es besteht kein Grund, in Hoffnungslosigkeit zu verharren.
Das Heilmittel ist Produktion. Die Menschen müssen produzieren, um ihr eigenes Leben nach ihrem eigenen Willen zu gestalten. Zunächst einmal muss jeder Mensch an die befreiende Kraft der Produktion glauben. Es ist notwendig, ein Bewusstsein in diese Richtung zu schaffen und dieses Bewusstsein zu verbreiten. Es reicht nicht aus, nur zu arbeiten und zu produzieren; man muss auch verstehen, welch bedeutendes befreiendes Feld und Werkzeug dies ist. Dieses Verständnis gilt für das gesamte menschliche Leben, von der Mikro- bis zur Makroebene. Strategien funktionieren nur bis zu einem gewissen Punkt. Jede Strategie kann durch erfolgreichere Strategien neutralisiert werden. Auch Strukturen, die auf Beziehungen basieren, haben keinen Bestand. Jedes Individuum und jede Gesellschaft muss das Bewusstsein entwickeln, die Bedingungen zu schaffen, um das Subjekt des eigenen Lebens zu sein. Subjekt des eigenen Lebens zu sein, ist nur durch Produktion möglich.
Gesellschaften, die durch Produktion die materielle Macht in ihren Händen halten, üben Herrschaft über diejenigen aus, denen dies fehlt. Diejenigen, denen es an materieller Macht mangelt, winden sich im Herrschaftsbereich der Starken. Das ist auch der eigentliche Grund für die Kriege, die unsere Welt heute umspannen. Die Starken wagen es, die Lebensräume der Machtlosen zu ihren eigenen Gunsten einzuengen, um ihre Macht zu festigen und dauerhaft zu machen. Der einzige Grund dafür ist die materielle Macht, die sie in ihren Händen halten.
Die Menschheitsgeschichte ist als Ganzes eine Geschichte der Unterdrückung der Schwachen durch die Starken. Heute hat diese Geschichte einen globalen Charakter angenommen. Heute ist es Venezuela, morgen ein anderes Land. Jedes Land, dessen Boden fruchtbar ist, dessen Menschen aber nicht produktiv genug sind, steht im Visier der Großmächte. Diese Tatsache darf nicht ignoriert werden. Der einzige Weg, mit Macht umzugehen, ist zu arbeiten, zu produzieren und, was noch wichtiger ist, sich der Kraft der Produktion bewusst zu sein. Länder, die produzieren, ihren eigenen sozialen Wohlstand sichern und ihr inneres Gleichgewicht herstellen können, können ihre demokratischen Strukturen selbst aufbauen. Von Demokratien, die den USA, Russland oder ähnlichen Mächten anvertraut werden, hat die Menschheit bisher nichts Gutes erfahren, und das sollte man auch in Zukunft nicht erwarten.
Meistgelesen
Huthis greifen saudischen Tanker an
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
4 Drohnen in der Nähe des US-Generalkonsulats in Erbil abgeschossen
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
CHP reagiert mit Massen-SMS auf Özels neue Parteientscheidung