In unserem Land, aus dem wir schon lange keine guten Nachrichten mehr erhalten, wurden wir vor wenigen Tagen erneut von einer Nachricht erschüttert, die uns zutiefst getroffen hat. Unsere junge Polizeibeamtin Şeyda Yılmaz wurde ermordet, und es stellte sich heraus, dass der Täter, der dieses Massaker beging, eine regelrechte „Verbrechensmaschine“ war. Der Prozess der Festnahme, die Inhaftierung und die Aussage des 19-jährigen Mörders, der bereits 26 Vorstrafen wegen Delikten wie Missbrauch, sexueller Nötigung, Drogenhandel, Diebstahl und Raub hatte – also mehr Vorstrafen als Lebensjahre –, lösten in der Gesellschaft große Empörung aus.
Diese gesellschaftliche Empörung hatte viele Gründe. Wie war es möglich, dass jemand mit einer derartigen kriminellen Vorgeschichte nicht inhaftiert wurde oder, selbst wenn er inhaftiert wurde, nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß kam und sich ungehindert auf den Straßen bewegen konnte? Wie konnte jemand, der in so viele Straftaten verwickelt war und als drogenabhängig bekannt war, unter Auflagen der polizeilichen Kontrolle freigelassen werden? Warum wurde jemand, der unter Auflagen freigelassen wurde, nicht überwacht und erneut inhaftiert, obwohl er mehrfach nicht zur Kontrolle erschienen war? Warum wurde gegen diese Person, die von ihrer eigenen Mutter mehrfach wegen Drogenabhängigkeit und Drogenhandels angezeigt worden war, nicht vorgegangen? In diesem Fall, der mit diesen und vielen weiteren unbeantworteten Fragen für gesellschaftliche Empörung sorgte, war eines der Dinge, die meine Aufmerksamkeit am meisten auf sich zogen, die Aussagen der Mutter, Pınar Geçti.
Pınar Geçti erklärte in ihren Aussagen, dass ihr Sohn drogenabhängig und gleichzeitig Drogenhändler sei; sie habe ihn mehrmals persönlich angezeigt, um ihn aus diesem Sumpf zu retten, doch leider seien ihre Bemühungen erfolglos geblieben. Sie schrie ihren Schmerz heraus: „Ich wünschte, ich wäre anstelle unserer Polizistin Şeyda Yılmaz gestorben!“
Wer selbst Kinder hat, weiß – von Ausnahmen abgesehen –, dass alle Mütter nur das Beste und Schönste für ihre Kinder wollen; sie arbeiten und mühen sich für ihre Kinder ab, verzichten selbst auf alles, um sie zu versorgen. Wenn man dies bedenkt, sollte man sich vor Augen führen, wie schwer es für eine Mutter sein muss, die Inhaftierung des eigenen Kindes zu fordern oder das eigene Kind anzuzeigen. Denken Sie darüber nach und erkennen Sie, dass Drogenabhängigkeit bedeutet, dass eine Mutter ihren Sohn anzeigt, damit anderen kein Leid zugefügt wird; dass sie sich wünscht, ihr Sohn möge in Haft bleiben, in der Hoffnung, dass er vielleicht gerettet wird, oder dass sie lieber durch die Kugel ihres eigenen Kindes sterben würde, als dass eine Polizistin ihr Leben verliert!
Dieses Übel, aus dem man nur schwer entkommt, wenn man erst einmal hineingeraten ist, das einen in einen Sumpf aus Verbrechen zieht und in Momenten des Entzugs zu individuellen und gesellschaftlichen Katastrophen führt, ist in unserer Gesellschaft leider weit verbreitet. Der Zugang zu Suchtmitteln ist sehr einfach, es gibt keine Kontrollen, und das Alter, in dem Kinder mit synthetischen Drogen in Kontakt kommen, ist bis in die Grundschulen gesunken. Kinder und Familien sind unbewusst, und einige zwielichtige Gestalten in den sozialen Medien machen Werbung für diese Substanzen. Besonders bei Jugendlichen ist die Tendenz zum Drogenkonsum aufgrund von Geltungsdrang, dem Wunsch, sich zu beweisen, mangelnder familiärer Aufmerksamkeit und dem Umfeld sehr hoch – und das Schlimmste ist, dass sie leicht an diese Substanzen gelangen können!
Was müssen wir also tun, damit wir morgen nicht die gleichen Schreie ausstoßen müssen wie Pınar Geçti? Zunächst einmal müssen wir uns des Themas Sucht bewusst und wachsam sein. Mit dem Wort „Sucht“ meine ich hier nicht nur Drogen- oder synthetische Drogensucht. Wenn wir von Sucht sprechen, sollten wir an jede Form von Abhängigkeit denken – sei es Zigaretten, Alkohol, soziale Medien, Telefone, Marken oder die Sucht nach Aufmerksamkeit –, die im Vergleich zur Drogensucht anfangs harmloser erscheinen mag, aber langfristig den Individuen indirekt großen Schaden zufügt.
Als Erwachsene müssen wir sowohl uns selbst als auch die Kinder und Jugendlichen in unserem Umfeld vor jeder Form von Sucht schützen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Aufklärung über Sucht bieten und das Thema in die Lehrpläne aufnehmen. In Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Yeşilay (Türkischer Grüner Halbmond) oder Nichtregierungsorganisationen und unter der Anleitung und Genehmigung des Hochschulrats und des Bildungsministeriums sollten wir an Schulen Fächer wie „Suchtbewusstsein“ einführen und Seminare organisieren. Unter der Führung des Justizministeriums müssen wir harte und abschreckende Strafen verhängen und dieses Problem gemeinsam lösen.
Bitte lassen Sie uns von heute an bewusst handeln, um unsere Kinder, Jugendlichen und unsere Zukunft zu schützen, die notwendigen Vorkehrungen treffen und so strenge Sanktionen anwenden, damit von nun an niemand mehr zu Schaden kommt und für niemanden die Welt dunkel wird!
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