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Düven...

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An einem schönen Frühlingsabend unterhalte ich mich vor dem Zeynebim Kafe Bar Restoran in Göcek mit Erkan Ölmez. Wie wir das manchmal tun, schweiften wir in die Vergangenheit ab. Mir kam der Gedanke: „Junge Menschen sprechen über den Tag oder die Zukunft, ältere Menschen über die Vergangenheit und die Politik.“ Bei uns liegt es wohl weniger am Alter als an der Sehnsucht nach der Vergangenheit…

Das Gespräch kam auf das Leben der Yörüken. Erkan erzählte: „Meine Mutter stammt aus Denizli, mein Vater aus den Yörüken-Stämmen von Muğla. Eigentlich aus dem Dorf Köprübaşı im Bezirk Kale. Es ist das erste Dorf auf der rechten Seite, gleich nachdem man die Brücke über den Esençay überquert hat, die die Grenze zwischen Muğla und Denizli bildet. Mein Großvater war Adil Hoca. In den ersten Jahren der Republik war er eine der führenden Persönlichkeiten der Region. Er war Lehrer und Hafiz. Er war der regionale Verantwortliche der Kuvayi Milliye. Er war 92 Jahre alt, als ich noch ein Kind war. Wenn er mit dem Ochsen das Getreide drosch, setzte er mich auf ein Brett, das er 'söven' oder 'düven' nannte. Mein Gesicht und meine Augen waren voller Spreu...“ Als er das sagte, unterbrach ich ihn: „Nicht 'söven', sondern 'düven', manche nennen es auch 'düğen'. Es ist ein schlittenartiges Brett, das auf der Tenne verwendet wird, um die Körner vom Halm zu trennen, und an dessen Unterseite scharfe Feuersteine befestigt sind. Es ähnelt einem Snowboard. Davor spannt man ein Pferd, einen Esel oder einen Ochsen und dreht sich im Kreis. Man drehte sich so lange, bis die Weizenkörner von der Ähre getrennt waren. Mein Großvater Osman Demir ließ mich in Göcek Taşbaşı ebenfalls auf den Düven steigen, und wir drehten uns minutenlang im Kreis“, erklärte ich.

Mit dem Einzug der Technologie in die Dörfer sieht man den Düven heute nur noch in Yörüken-Museen. Ist es nur der Düven? Wie vieles andere ist auch das in der Vergangenheit geblieben. Ein starkes gesellschaftliches Symbol der Solidarität, das bei der Befreiung und Gründung unseres Landes eine große Rolle spielte, ist die „İmece“.

Das Wort İmece wird heute nur noch selten verwendet. In meiner Kindheit und sogar in meiner Jugend gab es auf dem Feld, auf der Tenne und beim Straßenbau eine starke İmece; es gab gegenseitige Hilfe und Solidarität. Die produktiven Frauen und Männer des Dorfes arbeiteten einen Tag beim Tabak, am nächsten Tag auf der Tenne und manchmal beim Straßenbau gemeinsam in solidarischer İmece. İmece ist der Name für eine starke Solidarität in Sorgen, bei der Ernte, bei Hochzeiten, kurzum im täglichen Leben. Diese traditionellen İmece-Formen gehören nun der Vergangenheit an. Technologie und Kapitalismus haben diese schönen Gefühle und das Teilen geschwächt.

Wie soll der Landwirt unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen, in denen Diesel und Kraftstoffpreise durch die Decke gehen, seinen Traktor oder Mähdrescher in einer İmece einsetzen? Die Landwirtschaft ist zu einem schwierigen Handwerk geworden. Was sagt die Regierung? „Wir importieren Fleisch aus Uganda oder Tansania. Das reicht schon. Der Bauer, der Produzent soll sehen, wie er zurechtkommt“, heißt es. Ich frage: Sind solche Aussagen nicht das offene Eingeständnis, dass sie die türkische Landwirtschaft und Viehzucht ruiniert haben? Das ist der Punkt, an dem wir nach 23 Jahren angekommen sind! Die Zeiten ändern sich, und eines Tages wird das Recht siegen.

Liebe Leser, lassen wir unseren Artikel mit den Worten eines schönen Volksliedes ausklingen...

Das Pferd hat das Gebiss genommen, hält der Weg das aus?

Die geliebte Schöne erwacht aus ihrem Schlaf

Meine Döndü ist zur Braut geworden und geht fort

Mein Gott, hält das Herz das aus?

Wäre ich doch der Stein auf dem Düven der Tenne

Wäre ich doch der Stein an ihrem Ring am Finger

Wäre ich doch in dieser lügnerischen Welt dein Gefährte

Es gibt keine Rechenschaft im Jenseits für meine Döndü, mein Löwe

Wenn Sie erlauben, habe ich noch eine Ankündigung. Ich möchte sie gerne teilen.

„Die Menschen in Bodrum ernten das Getreide früh.“ Auch die Yörüken von Bodrum machen sich dieses Jahr früh auf den Weg. Das 5. Yörüken-Fest von Bodrum findet am Sonntag, den 11. Mai, in den Stadtteilen Yalıkavak und Geriş in Bodrum statt. Kommen Sie und nehmen Sie am Yörüken-Zug teil...

Prof. Dr. Nurettin DEMİR