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„Verschont die Mittelschicht“, meine Herren

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Beginnen wir unseren Artikel mit einem Zitat von Nazım Hikmet.

Es war sein Geburtstag.

Er wurde vor 122 Jahren geboren.

„Mütter sind es, die den Menschen zum Menschen machen,

Lichter sind es, die vor uns hergehen.

Hat nicht auch euch eine Mutter geboren?

Verschont die Mütter, meine Herren.“

So beginnt es, und er fährt fort, man solle auch Kinder, Alte und Bräute verschonen.

In letzter Zeit stoße ich in den sozialen Medien häufig auf Videos zum Thema „Mittelschicht“.

Hätte Nazım Hikmet diese Videos gesehen, hätte er wohl noch einen Vierzeiler hinzugefügt!!!

„Verschont die Mittelschicht, meine Herren.“

So in etwa.

Das türkische Kino hat sich dieses Themas bereits in den 1980er Jahren angenommen.

Der 1984 erschienene Film „Orta Direk Şaban“, bei dem der bedeutende Yeşilçam-Star Kartal Tibet Regie führte und der große Schauspieler Kemal Sunal die Hauptrolle spielte, ist einer der bekanntesten Vertreter.

In diesem Film, der auch eine Anspielung auf den saudischen Milliardär Adnan Kaşıkçı enthält, wird deutlich dargestellt, wie der Kaufkraftverlust und die Inflation unser Leben beeinträchtigen.

Heutzutage erleben wir nicht gerade ähnliche Schwierigkeiten,

aber ich wünschte, das Ende des charmanten Milliardärs, der in seinem weißen Anzug und mit seiner Kufiya „ayva ayva“ sagt, wäre so glücklich und zufrieden ausgegangen wie im Film.

Wie dem auch sei, den Videos zufolge,

wird es so etwas wie eine Mittelschicht bald nicht mehr geben.

Es heißt, es werde nur noch Reiche und Arme geben.

Ob das wirtschaftlich gut oder schlecht ist, weiß ich nicht.

Aber,

die Armen werden nicht mehr so sein wie die Armen von früher,

sagen sie.

Sie werden ein Haus und ein Auto haben,

sagen sie.

Heizung, Unterkunft und andere Ausgaben werden wegfallen,

sagen sie.

Die von den Reichen unterstützten Politiker werden unseren Kindern kostenlose, hochwertige Bildung und uns allen eine kostenlose Gesundheitsversorgung bieten,

sagen sie.

Sie sagen und sagen, und was sie sonst noch alles sagen.

Selbst für den Sultan, der während der Tulpenzeit allein in sein Boot an der Anlegestelle der Sadabad-Ebene am Kağıthane-Bach stieg, wurde nicht so viel behauptet.

Kürzlich baten Mitarbeiter einer bekannten und schicken Bildungseinrichtung, die viel Werbung macht und fast an jeder Ecke des Landes eine Filiale hat, um eine kleine „Gehaltsanpassung“, da ihre Gehälter nicht mehr ausreichten und sie sogar Probleme hatten, die Verpflegungskosten ihrer Kinder zu decken.

Der Chef ließ denjenigen, die eine Anpassung forderten, ausrichten:

Sie sollen etwas früher Feierabend machen und sich einen zweiten Job suchen, oder sie können ihre Abfindung in der Buchhaltung abholen.

Fortsetzung folgt!!