Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft hat die Namen neuer Unternehmen bekannt gegeben, die bei Lebensmitteln betrügen.
Wenn man sich die Listen ansieht, die mittlerweile fast wöchentlich aktualisiert werden, bleibt einem die Spucke weg...
Alles, was wir essen und trinken, ist gefälscht!
Während es anfangs um Schweinefleisch in Frikadellen ging, stellte sich heraus, dass Unternehmen den Bürgern Pferde- und Eselfleisch statt Hackfleisch, Zungenfleisch statt Döner, Pflanzenfett statt Kasar-Käse und Samenöl statt Olivenöl unterjubeln.
Bei einem der berühmten Börek-Läden in Istanbul wurde festgestellt, dass statt Hackfleisch Innereien verwendet wurden.
Es ist im Land mittlerweile unmöglich zu unterscheiden, was gefälscht und was echt ist.
Auch das Vertrauen in die Institutionen ist geschwunden. Dass beispielsweise die berühmte Whiskymarke Chivas Regal auf der vom Landwirtschaftsministerium veröffentlichten Liste für gepanschte Lebensmittel auftauchte, ließ viele nur noch den Kopf schütteln.
Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft hatte bekannt gegeben, dass in einem Whisky mit dem Etikett Chivas Regal Alkohol festgestellt wurde, dessen Verwendung in Lebensmitteln nicht zulässig ist, sowie ein zu geringer Alkoholgehalt.
Das Unternehmen gab eine Stellungnahme ab: „Bei einer Kontrolle des Landwirtschaftsministeriums vor 6 Monaten wurde eine Chivas-Regal-Probe aus einem Geschäft in Kadıköy als problematisch eingestuft.
Der Vorfall wurde uns gemeldet; wir haben festgestellt, dass das Produkt nicht von uns stammt, sondern dass gesammelte leere Flaschen mit Alkohol unbekannter Herkunft befüllt wurden, und haben sofort Klage gegen den Händler eingereicht.
Doch während das Verfahren noch lief, veröffentlichte das Ministerium eine solche Liste, wodurch der Eindruck entstand, das Originalprodukt sei fehlerhaft.
Der Konsum der von uns importierten Originalprodukte mit Steuerbanderole ist völlig unbedenklich.“
Wenn die Erklärung des Unternehmens stimmt, ist die Lage noch gravierender. Dass man beim Händler gefälschten Alkohol kauft und dann die Marke dafür verantwortlich macht!
Wo wir gerade beim schwindenden Vertrauen in Institutionen sind: Während der Sucharbeiten nach Narin Güran, deren Leiche in einem Bach in Diyarbakır gefunden wurde, war behauptet worden, die Gendarmerie habe einen „Geisterbeschwörer“ aufgesucht. Die Behauptungen über den Geisterbeschwörer wurden vom Gouverneursamt dementiert.
Gestern aufgetauchte Aufnahmen, die DW vorliegen, zeigen jedoch Personen, die zusammen mit Narins Onkeln an die syrische Grenze fuhren und unter Aufsicht der Gendarmerie mit Drahtstücken nach Narins Spur suchten.
Wenn ein solcher Vorfall stattgefunden hat, ist es unmöglich zu verstehen, warum er geleugnet wird. Wen entlastet es, zu leugnen, anstatt zu sagen: „Wir haben Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet, das Notwendige wird getan werden.“
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