Die Gefängnisse in der Türkei sind bis zum Bersten gefüllt... Nach Informationen von 12Punto-Autor Rechtsanwalt Ruşen Gültekin gibt es in der Türkei 396 Haftanstalten. Derzeit befinden sich 410.000 Menschen in den Gefängnissen. Die Gesamtkapazität der türkischen Haftanstalten liegt jedoch bei 295.000 Plätzen. Das bedeutet, dass für 115.000 Menschen eigentlich kein Platz vorhanden ist!
Da dies der Fall ist, muss natürlich Platz in den Gefängnissen geschaffen werden! Eines der meistdiskutierten Themen der letzten Tage ist das 10. Justizpaket. Der bemerkenswerteste Aspekt dieses neuen Pakets ist das neue Strafvollzugsgesetz.
Die geplante Regelung bringt erhebliche Flexibilität bei der Vollstreckung von Strafen im häuslichen Umfeld, bei nächtlicher Haft sowie bei der Wochenendhaft. Ziel ist es, die überlastete Gefängnispopulation ein wenig zu entlasten. Wie wir aus der regierungsnahen Zeitung Türkiye erfahren haben, soll die derzeitige Strafgrenze von 3 Jahren in der neuen Regelung auf 5 Jahre angehoben werden. Dadurch werden mehr Verurteilte die Möglichkeit erhalten, ihre Strafe außerhalb der Haftanstalt zu verbüßen.
Im neuen Modell sollen Personen, die wegen einfacher Delikte verurteilt wurden, durch die Anwendung der „nächtlichen Haft“ tagsüber ihrer Arbeit nachgehen können und abends in den offenen Vollzug zurückkehren, um ihre Strafe abzusitzen. Hierbei ist der Begriff des einfachen Delikts von Bedeutung. Haben beispielsweise Studenten, die bei Protesten inhaftiert wurden, ein einfaches oder ein schweres Verbrechen begangen? Wir werden die Details erfahren, sobald das Paket konkreter wird, aber eines ist sicher: 100.000 bis 150.000 Häftlinge werden auf freien Fuß gesetzt!
Während einerseits versucht wird, die Gefängnisse zu leeren, werden sie andererseits weiter gefüllt.
PLÜNDERUNG
Seit drei Tagen herrscht in Europa eine Stromkrise. Stromausfälle, die Spanien, Portugal und Frankreich betreffen, haben das Leben nahezu zum Stillstand gebracht. Flugverbindungen und U-Bahn-Betriebe konnten nicht aufrechterhalten werden. Viele Städte versanken in Dunkelheit.
Allein in Spanien und Portugal waren 60 Millionen Menschen von diesen Ausfällen betroffen. Trotz des großen Chaos und der Panik gab es in der Weltpresse keine Berichte über Plünderungen...
Doch heute gab es eine Meldung in unseren Zeitungen: Nachdem die Plane eines Sattelaufliegers aufgerissen war, verteilten sich Bierdosen auf der Straße. Bürger drängten sich gegenseitig, um die Bierdosen einzusammeln.
Vor wenigen Tagen wetteiferten Bürger ebenfalls miteinander, um Gemüse einzusammeln, das nach dem Umkippen eines Lastwagens auf der Autobahn verstreut worden war.
Und das, während der leblose Körper eines Bürgers, der bei dem Unfall ums Leben gekommen war, dort noch lag... Das Urteil überlassen wir Ihnen!
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