Wir dachten, wir müssten nicht darüber diskutieren, welche Geisteshaltung Lehrer haben sollten, die unsere Kinder in Schulen, die wir als Bildungsstätten bezeichnen, auf die Zukunft vorbereiten. Doch es scheint, als hätten manche sogar diese grundlegende Frage vergessen.
Zuletzt haben die Vorfälle am Atatürk-Gymnasium, einer der traditionsreichsten Schulen in Ankara, nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in den tiefsten Verwerfungslinien unseres Bildungssystems für ein gewaltiges Beben gesorgt. Die Fotos, auf denen der stellvertretende Schulleiter Hüseyin Çinkaya mit einem Gewehr posiert, wurden am 17. April in den sozialen Medien geteilt und lösten verständlicherweise große Empörung aus.
Stellen Sie sich eine Führungskraft vor, die mit einem Gewehr posiert... Der Ort: ein Gymnasium. Im Hintergrund die Schulbänke, Tafeln und Flure, in denen unsere Kinder, unsere Zukunft, lernen... Ein Bildungsumfeld im Schatten einer Waffe! Ist das das ideale Lehrerprofil, von dem wir träumen?
Die Bildungsdirektion der Provinz Ankara gab umgehend bekannt, dass eine „Untersuchung eingeleitet“ wurde. Ja, ein klassischer Satz. Eine Untersuchung wird eingeleitet, das Ergebnis wird „zu einem späteren Zeitpunkt“ der Öffentlichkeit mitgeteilt. Doch das, was dieses Foto symbolisiert, ist nicht nur die Unbesonnenheit einer einzelnen Person. Dieses Bild ist ein schmerzhaftes Indiz für den Verfall, den das System durchlebt.
Denn gleichzeitig erleben wir folgende Realität: Erfolgreiche, kritische Lehrer an Projektschulen, die ihren Schülern nicht nur den Lehrplan, sondern auch ein Gewissen vermitteln, werden einer nach dem anderen wie „Verbannte“ versetzt. Wer uns nicht ähnlich ist, wer nicht wie wir denkt, hat in diesem System keinen Platz! Aber denjenigen, die so rücksichtslos sind, mit einer Waffe in der Hand zu posieren, werden Klassen, Ämter und Befugnisse übertragen.
Unser „Brot“ ist das Wissen, sie hingegen scheinen sich von anderen Dingen zu ernähren...
Wir wollen Menschen vor unseren Kindern sehen, die nicht mit Waffen, sondern mit Büchern, Stiften und Wissenschaft vor ihnen stehen. Ein Vorbild ist ein Lehrer, der das Leben eines Schülers lenkt. Ich frage nun: Welcher Elternteil, welcher Schüler, welcher Pädagoge kann ein solches Bild als „normal“ betrachten?
Damit solche dunklen Szenen keinen Platz in der Bildung haben, muss endlich jemand laut „Genug!“ sagen. Das Gewand eines Lehrers ist Wissen und Weisheit; nicht der Griff, nicht der Abzug!
Die Aufgabe des Bildungsministeriums besteht nicht darin, diesen Vorfall lediglich unter der Überschrift einer „Untersuchung“ zu belassen, sondern den Kurs der Bildung wieder auf Vernunft, Wissenschaft und Gewissen auszurichten.
Denn wir wollen unsere Kinder im Schatten der Weisheit aufwachsen sehen, nicht im Schatten von Waffen.
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