Während das Leben an sich schon eine Last ist, verursachen die Bürger mittlerweile selbst im Tod Kosten. Früher sagte man bei sehr alten oder schwer kranken Menschen: „Eines von beiden Welten... Möge Gott sie erlösen“, doch heute blickt man eher darauf, dass sie „nicht sterben und Kosten verursachen sollen“.
Zum Beispiel: Die Preise für Grabstätten in Istanbul steigen!
Für Friedhöfe der ersten Gruppe wie Karacaahmet, Nakkaştepe, Zincirlikuyu und Aşiyan wurde eine Preiserhöhung von 60 Prozent genehmigt. Sagen Sie nicht, dass es bei Gräbern keine erste Klasse geben kann – das ist ein ganz anderes Thema, über das wir sicher noch schreiben werden... Aber das eigentliche Problem ist, dass selbst das Sterben in Istanbul mittlerweile sehr teuer ist.
Ab dem 1. Januar 2025 werden freie Grabstätten je nach Gruppe zu Tarifen verkauft, die zwischen 7.152 Lira und 111.632 Lira liegen!
Die Entscheidung zur Preiserhöhung wurde zudem einstimmig in der Stadtverordnetenversammlung von Istanbul (İBB) beschlossen...
Es scheint, als seien die Bürger Objekte, die man sowohl im Tod als auch im Leben ausnutzen kann. Da ihr nicht sterbt, haben wir uns gesagt, nutzen wir euch eben, solange ihr lebt, und haben eine brandneue Praxis eingeführt: das „Ausgabenlimit“!
Zum Beispiel: Sie gehen in ein Lokal, um einen Tee zu trinken. Das Lokal sagt: „So einfach geht das nicht! Du kannst nicht einen Tee trinken und meinen Tisch besetzen. Es gibt ein Mindestausgabenlimit. Sie müssen mindestens 1500 Lira ausgeben. Wenn Sie nichts essen oder trinken, müssen Sie trotzdem 1500 Lira für ein Glas Tee bezahlen...“
Laut der Untersuchung der IPA (Planungsagentur Istanbul) vom November liegen die Lebenshaltungskosten in Istanbul bei 75.717 Lira. Ob das Ausgabenlimit darin enthalten ist oder ob die Grabpreise mit eingerechnet wurden, ist nicht bekannt, aber ein Bürger mit Mindestlohn hat in Istanbul nicht nur nicht die Kraft zum Leben, sondern nicht einmal zum Sterben.
Wenn in entwickelten Ländern ein Mindestlohnempfänger seine Lebenshaltungskosten decken kann, wir aber nicht einmal die Bestattungskosten bewältigen können, dann muss das Volk dringend zu Wohlstand geführt werden. Der Bürger auf der Straße will weder in Damaskus beten, noch zerbricht er sich den Kopf darüber, ob İmamoğlu oder Yavaş kandidieren werden.
Die Sorge des Bürgers ist es, zuerst einmal die Suppe auf dem Herd zum Kochen zu bringen.
Und danach seine Kinder zu schützen, die in der Hoffnung auf ein bequemeres Leben Gefahr laufen, in illegale Geschäfte, Glücksspiel oder Prostitution abzugleiten.
Hören Sie auf die Stimme der Jugend auf der Straße. Die meisten sind arbeitslos, wollen aber nicht für den Mindestlohn arbeiten. Der einfache Weg, Geld zu verdienen, erscheint attraktiver. Das ist die größte Sorge der Mütter und Väter. Haben wir das nicht in vielen Ländern der Welt gesehen, deren Wirtschaft zusammengebrochen ist? Ist das nicht die eigentliche Gefahr?
Anstatt kurzfristige Berechnungen anzustellen, sollten wir unsere Pläne auf die Jugend ausrichten. Sonst wird unsere Zukunft in den Händen einer verlorenen Generation liegen...
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