Je näher die Kommunalwahlen rücken, desto mehr verwandelt sich die Wahlarena in eine „Komödie der Irrungen“.
Die einen sprechen davon, Istanbul zu erobern, die anderen davon, Ankara mit einem Schienennetz zu überziehen!
Wieder ein anderer kandidiert nur, weil er denselben Namen wie sein Rivale trägt, obwohl ihn niemand kennt oder gesehen hat!
Einer kandidiert für die Verwaltung Istanbuls, verwechselt aber, welcher Stadtteil auf welcher Seite liegt.
Ein anderer tanzt und singt.
Ein weiterer Kandidat verspricht einen rosa Bus. Er will die Frauen in einen separaten Bus setzen!
Er rechtfertigt dies mit den Worten: „Wer das heutige Bild als fair, schön und gleichberechtigt betrachtet, hat eine verzerrte Wahrnehmung. Ich sage es ganz klar: Es ist eine Zumutung, Frauen, Mädchen und älteren Menschen diese Fahrt im Metrobus während der Stoßzeiten am Morgen und Abend zuzumuten.“
Es gibt Leute, die zwischen den Parteien hin- und herwechseln; so einen Transfermarkt gibt es nicht einmal im Fußball.
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Zum Beispiel gibt es auch Heldentaten, die im Volksmund als „Rückwärtsgang“ bezeichnet werden;
Der Kandidat der Volksallianz für das Bürgermeisteramt der Stadt Istanbul, Murat Kurum, trat im staatlichen Fernsehen auf und forderte seinen Rivalen heraus: „Ekrem İmamoğlu kann mit mir nicht über Projekte sprechen. Er kann nicht einmal über Istanbul sprechen, weil er es nicht kennt.“
Ekrem İmamoğlu erklärte daraufhin, dass er „ohne Zögern“ bereit sei, sich im Live-Fernsehen dem direkten Duell zu stellen.
Und was passierte dann?
Kurum erinnerte sich plötzlich an die fast zwanzigjährige Tradition der Regierung, sich nicht dem politischen Gegner zu stellen.
Und er sagte: „Die Forderungen derjenigen, die Istanbul nicht sehen, heute mit uns über Istanbul sprechen zu wollen, sind nicht aufrichtig. Wenn über Istanbul gesprochen werden soll, sind wir bereit, jedes Projekt in jedem Umfeld zu diskutieren. Die Perspektive ist nicht aufrichtig. Wir sind für jede Einladung offen, aber zuerst muss die Aufrichtigkeit bewiesen werden.“
Man muss fragen: Was hat Kurum dazu veranlasst, an der Aufrichtigkeit seines Rivalen zu zweifeln, obwohl dieser sagte: „Ich bin bedingungslos dabei“?
Er spricht von „nicht aufrichtig“, aber wann werden wir jemals zwei politische Rivalen direkt gegenüberstehen sehen, damit wir uns selbst ein Bild von ihrer Aufrichtigkeit machen können?
Die Politik hat einen Zustand erreicht, in dem man den Gegner mit „Komm schon, wenn du den Mut hast, stell dich mir...“ in die Arena ruft, um dann mit der Ausrede „Du bist nicht in meiner Gewichtsklasse, ich kann nicht gegen dich ringen“ dem Kampf auszuweichen.
Genau deshalb ist das „Herausfordern“ auf den Plätzen inhaltsleer geworden. Schreien, pöbeln, beleidigen, aber sich dem Gegner nicht stellen!
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Wahlkampf bedeutet natürlich nicht nur, die Menschen auf diese Weise zu ermüden…
In den Großstädten können wir den Himmel nicht mehr sehen, weil die Kandidaten ihre Fahnen und Banner von Gebäude zu Gebäude spannen.
Man darf auch den Terror der Wahlkampfbusse nicht vergessen, die von frühmorgens bis spätabends ohrenbetäubenden Lärm machen.
Und was ist mit den Vorfällen vor den Wahlkampfzelten…
Ob man nun Leute sucht, die sich gegenseitig anpöbeln, beleidigen oder mit der Polizei drohen, oder Parteianhänger, die ihre Bekannten anrufen und sagen: „Kommt schnell her, hier ist ein Vaterlandsverräter“... Oder den Zeltbetreuer, der den zu Besuch kommenden Bürgermeister anschreit: „Geh zurück!“... Alles ist dabei!
Die eigentliche Frage lautet: „Ist all dieser Trubel aus Liebe zum Dienst am Bürger?“
Wer mit „Ja“ antwortet, sollte bitte nicht weiterlesen…
Denn den Bürger interessieren weder eure billigen Heldentaten und eure Grobheiten, noch eure utopischen Projekte. Den Bürger kümmert nicht eure Gier nach einem Posten, sondern der Inhalt seines leeren Einkaufskorbs!
Die Hungerarmutsgrenze liegt bei 16.257 Lira…
Die Armutsgrenze hat die 50.000-Lira-Marke überschritten!
Die Lebenshaltungskosten für einen alleinstehenden Arbeitnehmer sind auf 21.189 TL pro Monat gestiegen. Mit dem Mindestlohn kann man sich also nicht mehr selbst versorgen.
Das zeigt die Februar-Studie von TÜRK-İŞ.
Nehmt jetzt eure Fahnen und spielt woanders. Das Volk sorgt sich nicht um Fahnen, sondern darum, wie es satt werden kann.
Jede Partei, jeder Anführer, wer auch immer um Stimmen wirbt: Diese Kommunalwahlen sind die letzte Kurve.
Bei den nächsten Parlamentswahlen werden weder Busse, noch Tänze, noch Kanäle oder Bündnisse etwas nützen.
Die Partei, die bis zur Parlamentswahl kein wirtschaftliches Entwicklungspaket vorlegen kann, wird ihr eigenes Grab schaufeln!
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