Das 61 Jahre währende Baath-Regime endete innerhalb eines einzigen Wochenendes…
In Syrien fiel die Hauptstadt Damaskus im Handumdrehen, Baschar al-Assad floh mit Geld nach Russland.
Zeitungen und Fernsehsender verbreiteten Bilder von Syrern in der Türkei, die nach Damaskus zurückkehrten. Es gab Aufnahmen von Menschen, die sich tagsüber in Konvois auf den Weg machten. Die nächtlichen Fotos sind noch interessanter. Ein Lichtermeer aus Autos…
Alle Fahrzeuge haben türkische Kennzeichen… Viele davon sind Luxuswagen…
Die syrischen Flüchtlinge, die einst barfuß zu uns kamen, kehren nun in Luxusautos zurück.
Doch in den Autos gibt es weder Koffer noch Anhänger, nichts – es wirkt also keineswegs wie eine endgültige Rückkehr!
Hoffentlich holen sie nicht auch noch ihre Cousins zurück, wenn sie wieder in die Türkei kommen… Denn würden sie ein Land, in dem sie jahrelang gelebt, sich ein Leben aufgebaut, Geschäfte eröffnet und sich niedergelassen haben – und in dem sie sogar mehr verdient haben als in ihrer Heimat –, einfach über Nacht verlassen?
Es scheint wahrscheinlicher, dass sie nur ihre Verwandten oder ihr Hab und Gut abholen, als dass sie endgültig zurückkehren.
Sogar diejenigen, die nicht mit ihren eigenen Autos fuhren, machten sich nur mit einem Rucksack auf den Weg. Zudem ist zu beobachten, dass eher alleinstehende Männer als ganze Familien nach Syrien überquerten. Die Rückkehr ist also beschlossene Sache, aber wie sie zurückkehren werden, bleibt ungewiss.
Betrachtet man einen anderen Aspekt der Angelegenheit, so beginnt der eigentliche Bürgerkrieg in Syrien erst jetzt.
Es ist unklar, wie Syrien aufgeteilt wird. Dass diese Aufteilung neue Flüchtlingswellen auslösen wird, ist eine unbestreitbare Tatsache.
Syrien steht derzeit an einem solchen Wendepunkt, dass niemand vorhersagen kann, was an unserer 911 Kilometer langen Grenze geschehen wird.
Mit dem Fall von Damaskus haben israelische Streitkräfte bereits die Pufferzone auf den Golanhöhen durchquert und syrisches Territorium betreten. Es wurde sogar behauptet, dass sie heute auf Damaskus vorrückten. Israel dementierte dies, doch unter anderem Großbritannien und Deutschland verurteilten diesen Vorstoß als inakzeptabel.
Israel, die USA, Russland und sogar der Iran… Sie alle haben ihre eigenen Pläne. Aber was ist unser Plan?
Wie Devlet Bahçeli sagte: Kennzeichen verteilen oder sich die Hände reiben in der Hoffnung, Bauaufträge zu ergattern?
Das vorrangige Ziel muss natürlich unsere Grenzsicherheit sein. Denn sowohl eine neue Flüchtlingswelle als auch die Formierung von Terrorgruppen in diesem Gebiet müssen verhindert werden. Doch darüber hinaus werden auch diplomatische Kontakte von entscheidender Bedeutung sein.
Dass Israel nur Stunden nach dem Umsturz in Syrien einmarschierte, die Pläne des Irans und radikaler Gruppen in Syrien, die russischen Stützpunkte in Syrien, die von den USA unterstützten Gruppen und der auf dem Tisch liegende Plan eines kurdischen Staates…
Das sind keine Angelegenheiten, die man nur aus der Ferne betrachten kann. Und sie sind wichtiger als die in der Öffentlichkeit verbreitete Angst: „Wen sollen wir billig beschäftigen, wenn die syrischen Arbeiter gehen?“
UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte: „Das syrische Volk steht vor einer historischen Chance.“ Das ist eine zutreffende Einschätzung. Das syrische Volk muss, ungeachtet ob Turkmenen, Kurden, Sunniten oder Alawiten, Verantwortung für sein Land übernehmen und zusammenstehen. Auch wenn dies sehr schwierig erscheint, haben sie keine andere Wahl, wenn sie künftigen Generationen ein Land auf der Landkarte hinterlassen wollen. Denn am Tisch der Wölfe sind die Teller bereits verteilt… Die Wölfe schlagen mit Messer und Gabel auf den Tisch.
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