'Laçin Akyol'
Laçin Akyol war ein junges Mädchen, das mit Liebe aufgewachsen war, gutherzig, naiv, mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein und voller Liebe.
Sie galt als eine der glänzenden Geigenvirtuosinnen der Zukunft.
Ihre Eltern hatten schon sehr früh bemerkt, dass sie hochbegabt war. Mahmut und Övül Akyol, beide Künstler an der Staatsoper und beim Ballett, richteten ihr Leben auf die zukünftige Karriereplanung ihrer Tochter aus.
Als Laçin 6 Jahre alt war, begann sie ein Teilzeitstudium am Staatlichen Konservatorium Mersin. Sie übersprang Klassen sehr schnell. Mit ihren kleinen Händen spielte sie große Werke auf ihrer Geige.
Schon im Alter von 8 Jahren zog sie die Aufmerksamkeit auf sich.
Mit 9 Jahren belegte sie den 3. Platz beim Internationalen Grumiaux-Wettbewerb für junge Geiger, einem der prestigeträchtigsten Wettbewerbe der Welt. Präsident Erdoğan hatte Laçin eine Geige geschickt.
Mit 12 Jahren setzte sie sich bei der Prüfung für das Sinfonieorchester der Stadtverwaltung Eskişehir gegen ihre Konkurrenten durch und qualifizierte sich als Solistin. Sie war jung an Jahren, aber groß an Talent. Sie hatte große Träume. Sie gewann ein Leistungsstipendium. Ein neues Kapitel in ihrer Musikkarriere hatte begonnen. Sie war nun Studentin an der Internationalen Musikakademie in der Schweiz! Ihr Lehrer Philip Draganov hatte ihrer Familie gesagt, dass Laçin in Zukunft eine der glänzendsten Geigenvirtuosinnen der Welt sein würde.
Sie war leidenschaftlich, was ihre Geige betraf. Sie übte stundenlang.
Während der Semesterferien brach sich Laçin Akyol bei einem Skiurlaub, den sie zur Erholung mit Freunden machte, das Bein. Um zu genesen, kam sie zu ihren Eltern nach Mezitli, Mersin.
Am Tag des Unfalls waren sie und eine Freundin auf dem Weg, um am Meer Tee zu trinken. Laçin ging an Krücken. Als sie den Fußgängerüberweg erreichten, ging ihre Freundin vor ihr hinüber. Ein Fahrzeug, das mit 100 km/h in den Fußgängerüberweg fuhr, hielt nicht an und erfasste Laçin. Laçin, die mit dem Kopf gegen die Leitplanke prallte, wurde auf die Intensivstation eingeliefert.
Ihre einzige Tochter Laçin Akyol, der sie ihr Leben gewidmet hatten und die sie wie ihren Augapfel hüteten, wurde an einem Fußgängerüberweg Opfer des Verkehrsterrors. Man ist am Boden zerstört. Man möchte aus voller Kehle schreien…
Es schmerzt so sehr..
Laçin konnte leider nicht gerettet werden.
Der schwerste und schmerzhafteste Tag für die Eltern. Sie trafen die Entscheidung, die Organe ihrer Tochter, bei der der Hirntod eingetreten war, zu spenden.
Ein Engel ging durch diese Welt. Laçin schenkte mit ihren Organen fünf unserer Mitmenschen in Malatya, Kayseri und Mersin das Leben.
Die Internationale Musikakademie in der Schweiz (SIMA), an der sie mit einem Leistungsstipendium studierte, hat beschlossen, fortan einen Fonds im Gedenken an Laçin Akyol einzurichten. Dank dieses Fonds werden türkische Jugendliche aus der Türkei mit einem Stipendium studieren können.
Ihr Lehrer Philip Draganov sagte: „Laçin war ein besonderes Kind. Alle Lehrer haben sich zusammengesetzt und überlegt, was wir in ihrem Gedenken tun können, und wir haben beschlossen, diesen Fonds zu gründen.“
Es ist so schwer zu ertragen, so schwer. Wir konnten dich nicht vor dem Verkehrsterror schützen, mein Kind. Man ist am Boden zerstört.
Am Boden zerstört
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