Ein Bauer pflügt sein Feld. Das Feld liegt in einer Ebene zwischen zwei Hügeln. Zwei Diebe kommen und verstecken sich in einer Senke des nördlichen Hügels. Ihr Ziel ist es, einen der Ochsen des Bauern zu stehlen. Sie warten auf eine Gelegenheit. Dann wird es Mittag. Der Bauer spannt die Ochsen aus. Er lässt sie auf dem Feld grasen. Er selbst öffnet sein Bündel und beginnt, sein Brot mit Käse zu essen. Genau in diesem Moment beginnt einer der Diebe auf dem gegenüberliegenden Hügel zu springen, um die Aufmerksamkeit des Bauern zu erregen. Gleichzeitig ruft er:
-Ich bin verblüfft! Ich bin verblüfft!
Der Bauer schaut in Richtung des Diebes. Der Mann denkt gar nicht daran, aufzuhören oder innezuhalten. Er ruft weiter. Währenddessen wirft er sich auf dem Boden hin und her:
-Ich bin verblüfft! Ich bin verblüfft!
Der Bauer ist neugierig. Und in der Hoffnung, helfen zu können, steht er auf und geht bis zu dem Dieb hinüber. Der Bauer ist am einen Ende seines Feldes, der Dieb am anderen. Ein weiter Weg. Bis der Bauer dort ankommt, nimmt der andere Dieb einen der Ochsen und flieht über den gegenüberliegenden Hügel. Er verschwindet aus dem Blickfeld.
Der Bauer erreicht den schreienden und tobenden Dieb und fragt:
-Mensch, Bruder, was ist denn los? Warum bist du verblüfft?, woraufhin der Dieb antwortet:
-Bei Gott, ich bin darüber verblüfft, wie du mit nur einem Ochsen pflügen kannst!
Der Bauer dreht sich um und sieht, dass tatsächlich einer der Ochsen fehlt. Er bleibt wie angewurzelt stehen. Er sagt:
-Bei Gott, ich bin auch verblüfft!
Als Gesellschaft durchlaufen wir gerade einen Prozess vollkommener Verblüffung.
Verwirrung, Orientierungslosigkeit und die Entfremdung von der Realität sind die geistigen Zustände, die das Denken der heutigen Gesellschaft beherrschen. Die Bürger wissen nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen. Ihnen wird nur ein Weg gewiesen: der Weg des Liberalismus. Der Weg des „Laissez-faire, laissez-passer“. Also der Weg des Kapitalismus.
Der Kapitalismus hat unsere Menschen zu reinen Unterhaltungssuchenden gemacht. Zu Menschen, die nur noch an „Spaß und Vergnügen“ denken. Es gibt doch dieses Sprichwort: Während das Viertel brennt, schminkt sich die vergnügungssüchtige Frau. Der vergnügungssüchtige Mann kämmt sich das Haar.
„Weder die Atombombe,
Noch die Londoner Konferenz.
In der einen Hand die Pinzette,
In der anderen der Spiegel.
Was kümmert mich die Welt!“
Ob Mann oder Frau, was kümmert uns die Welt!
Rechte einfordern, sich organisieren, Massendemonstrationen abhalten… Solche Dinge gibt es in unserer Kultur nicht. Ach und Weh, das gibt es. Sich beklagen, das gibt es. Alles Gott überlassen, das gibt es.
Dabei gibt es im Koran den Vers: „Wir lassen Schmutz über diejenigen regnen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“
Fleiß, Arbeit, Produktion – das fehlt uns. Sich organisieren – das fehlt uns.
Es gibt den Ausspruch: „Wer angesichts von Unterdrückung und Ungerechtigkeit schweigt, ist ein stummer Teufel.“ Ja… deshalb haben wir reichlich sprechende Teufel. Und deshalb regnet es auch reichlich Schmutz auf unsere Köpfe. Und wir sind verblüfft.
-Ich bin verblüfft!
-Ich bin verblüfft!
Warum bist du verblüfft, Bruder?
Es gibt nichts, worüber man verblüfft sein müsste. Wir ernten, was wir gesät haben.
Der Artikel von Mustafa Büyüksipahi über die Presse beschreibt die sprechenden und stummen Teufel sehr treffend. Ich empfehle jedem, diesen Artikel über die Presse aufmerksam zu lesen.
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