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Irans neue Einsamkeit: Wie weit reicht das Bündnis mit China?

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Obwohl die Beziehungen zwischen China und dem Iran, die geografisch weit voneinander entfernt, aber strategisch näher zusammengerückt sind, politisch bis in die Pahlavi-Ära zurückreichen, fand der eigentliche Fortschritt auf wirtschaftlicher Ebene erst im letzten Jahrzehnt statt. Heute ist China einer der größten Handelspartner des Iran.

Dennoch erschweren die Tatsache, dass die iranische Wirtschaft mit Sanktionen, Korruption, sozialen Protesten, strukturellen Entwicklungsproblemen und Unsicherheiten über die Zukunft konfrontiert ist, die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen aus chinesischer Sicht und begrenzen die Zusammenarbeit. Dennoch bleibt der Iran für China sowohl ein kostengünstiger Öllieferant als auch ein strategisch wichtiger Standort im Rahmen der Belt and Road Initiative.

Chinas vorsichtiger außenpolitischer Ansatz

Die Schritte der USA zur Neugestaltung der globalen Energiekarte und ihre Druckpolitik gegenüber dem Iran betreffen nicht nur den Iran, sondern auch China unmittelbar. Dieses Bild veranlasst China jedoch dazu, vorsichtiger zu agieren.

Tatsächlich ist die chinesische Außenpolitik seit vielen Jahren von dem Ansatz geprägt: „Verbirg deine Stärke, warte auf deine Zeit“. Es ist zu beobachten, dass China anstelle von Bündnissen eine pragmatische Politik verfolgt, die auf gegenseitigem Nutzen und den eigenen wirtschaftlichen Interessen basiert. Dies ist wichtig, um die Grenzen der chinesisch-iranischen Beziehungen zu verstehen.

Das 25-Jahres-Abkommen: Bündnis oder begrenzte Partnerschaft?

Obwohl das 2021 zwischen dem Iran und China unterzeichnete umfassende 25-jährige strategische Partnerschaftsabkommen oft als strategisches Bündnis bezeichnet wird, enthält es keine politischen oder verteidigungspolitischen Verpflichtungen. Daher ist es im Einklang mit Chinas außenpolitischem Verständnis nicht zu erwarten, dass China im Falle eines militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran Schritte zur direkten Verteidigung des Iran unternimmt.

Die geopolitische Bedeutung des Iran aus chinesischer Sicht

Dennoch ist es für China nicht möglich, den Iran zu ignorieren. Der Iran ist für China ein geostrategisch wichtiges Land.

Zunächst einmal ist der Iran ein bedeutender Energielieferant für China. Darüber hinaus ist die geografische Lage des Landes und die Kontrolle über die Straße von Hormus für Chinas zunehmende wirtschaftliche Beziehungen zu den Golfstaaten von Bedeutung. Zudem möchte China die Routen für die Energieversorgung aus den Golfstaaten absichern.

Darüber hinaus ist der Iran, der trotz langjähriger US-Sanktionen und politischem Druck Widerstandsfähigkeit gezeigt hat, ein Land, das China nicht so leicht aufgeben kann. Dies birgt jedoch Risiken für China: ein Angriff der USA auf den Iran, eine mögliche Hinwendung des Iran zum Westen infolge eines Regimewechsels und die Übernahme der Region unter US-Kontrolle.

Chinas wahrscheinliche Haltung bei einem möglichen US-Angriff

In diesem Zusammenhang würde ein möglicher Angriff der USA auf den Iran oder US-Diktate gegenüber dem Iran wirtschaftliche und geopolitische Kosten für China verursachen. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass China direkte militärische Unterstützung leistet. Im Einklang mit seinem außenpolitischen Verständnis, das durch die „Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz“ definiert ist, ist es wahrscheinlich, dass China eine Haltung einnimmt, die die territoriale Integrität und Souveränität des Iran respektiert, und auf Interventionen mit Kritik reagiert. Tatsächlich hat China auch während der Proteste deutlich gemacht, dass es gegen Einmischungen von außen ist.

Ein weiterer Grund für die geringe Wahrscheinlichkeit militärischer Unterstützung ist die regionale Gleichgewichtspolitik. Während China einerseits billiges Öl aus dem Iran bezieht, baut es andererseits seine wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen zu den Golfstaaten und Israel aus. Diese vielschichtige Politik macht es schwierig, Partei zu ergreifen.

Nützt ein Konflikt China?

Es gibt Einschätzungen, dass ein militärischer Konflikt der USA mit dem Iran China indirekte Vorteile bringen könnte. Demnach könnte China, wenn die Aufmerksamkeit der USA auf den Nahen Osten gelenkt wird, im Pazifik freier agieren und seine Möglichkeiten zur Festigung seines Einflusses in Asien ausbauen. Obwohl diese Einschätzungen China kurzfristige Chancen bieten, könnten die Instabilität in der Region und die Volatilität der Energiepreise Kosten für die chinesische Wirtschaft verursachen. Daher lässt sich sagen, dass auch China keinen Krieg wünscht.

Wachsende Enttäuschung im Iran

Der Iran hält an der Erwartung fest, dass China ihn im Falle einer Krise unterstützen würde. Der Iran diskutiert jedoch darüber, warum China, mit dem er wirtschaftlich zusammenarbeitet und in das er einen Großteil seiner Ölexporte tätigt, trotz seiner Macht keine offene Unterstützung leistet. Tatsächlich zeigen vergangene Beispiele Chinas interessengeleitete Haltung deutlich. Dass China im Streit zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) um die Inseln Abu Musa, Groß-Tunb und Klein-Tunb eine den VAE nahestehende Haltung einnahm, war ein wichtiges Indiz, das im Iran für Misstrauen sorgte.

Fazit

Obwohl China seine Beziehungen zum Iran fortsetzt, scheint es nicht die Absicht zu haben, diese Beziehung in ein Bündnis umzuwandeln. Die oberste Priorität für China ist die Sicherheit des Energieflusses, die Wahrung der regionalen Stabilität und die Vermeidung eines direkten Konflikts mit den USA.

Dennoch wird China alles in seiner Macht Stehende tun, um eine Situation zu verhindern, die die Region durch eine mögliche Intervention im Iran negativ beeinflussen würde, auch wenn dies nur indirekt geschieht. Es ist wahrscheinlich, dass China seine Reaktion zeigt, indem es den Iran auf diplomatischer Ebene unterstützt und die Intervention kritisiert.

Dies könnte das Gefühl der strategischen Einsamkeit des Iran vertiefen und das Land dazu veranlassen, in seiner Außenpolitik vorsichtiger zu agieren.