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Vom Großraum Nahost nach Zentralasien: Die neue Route der Abraham-Abkommen

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Der Beginn einer neuen Phase der Interaktion zwischen den USA und Zentralasien wurde durch die Ankündigung Kasachstans, sich den Abraham-Abkommen anzuschließen, auf dem C5+1-Gipfel (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan) konkretisiert. Diese Entwicklung verdeutlicht das Potenzial des Abkommens, sich in Richtung Asien auszudehnen. Für die Länder der Region sind das Streben nach wirtschaftlicher Sicherheit und politischer Stabilität entscheidende Faktoren in diesem Prozess. Es besteht die Möglichkeit, dass sich in Zukunft auch weitere zentralasiatische Staaten diesem Prozess anschließen werden.

KASACHSTAN: DAS SCHLÜSSELLAND ZENTRALASIENS 

Kasachstan ist ein Staat im Zentrum Zentralasiens, der über eine Küste am Kaspischen Meer verfügt und eine strategische Lage zwischen China und Russland einnimmt. Während das Land seine guten Beziehungen zu Russland und China aufrechterhält, strebt es auch den Aufbau ausgewogener Beziehungen zu westlichen Ländern an. Kasachstan, das seit 1992 diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält, unternimmt heute Schritte zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit den USA.

Die Teilnahme Kasachstans an den Abraham-Abkommen ist als Reflexion eines nahostorientierten „Normalisierungsprozesses“ auf Zentralasien zu verstehen und kann eher als symbolischer Schritt gewertet werden. Dies kann auch als Zeichen für die Absicht der USA interpretiert werden, ihre regionalen Strategien auf Zentralasien auszuweiten.

ZIEL: EIN NEUER KREIS GEGEN IRAN UND CHINA 

Das Beispiel Kasachstan dient als Fallstudie, um die möglichen strategischen Auswirkungen der Abraham-Abkommen auf Zentralasien zu verstehen. Die Ausweitung der Abraham-Abkommen auf Zentralasien legt die möglichen strategischen Ziele dieser Initiative offen:

- Das zwischen Israel und den sunnitischen arabischen Staaten geschmiedete Bündnis nach Zentralasien zu tragen.

- Die nuklearen Aktivitäten des Iran unter Kontrolle zu halten.

- Eine alternative Route zu Chinas „Gürtel-und-Straße“-Projekt zu schaffen.

Diese Entwicklungen werden nicht als feststehende Ziele, sondern als mögliche strategische Orientierungen betrachtet.

EIN ALTERNATIVES MODELL ZUR SCHANGHAIER ORGANISATION FÜR ZUSAMMENARBEIT?

Die Hauptanliegen der zentralasiatischen Staaten waren Sicherheit, Terrorismusbekämpfung und wirtschaftliche Entwicklung. Im Einklang mit diesen Anliegen wurde 2001 unter der Führung Russlands und Chinas die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) gegründet. In einigen Analysen wird vorgeschlagen, dass die Abraham-Abkommen ein diplomatischer alternativer Rahmen sein könnten, der auf diese Bedenken reagieren kann. Diese Initiative bedeutet jedoch keine offizielle Sicherheitsorganisation, die die SOZ ersetzt.

Es ist absehbar, dass die USA mit diesen Abkommen darauf abzielen könnten, die Region vom Einfluss Russlands, Irans und Chinas zu lösen und – wie im Nahen Osten – auch in Zentralasien die muslimische Geografie neu zu strukturieren und die globale Ordnung zu ihren Gunsten zu gestalten; ein konkreter strategischer Plan liegt jedoch noch nicht vor.

TRUMPS REICHTUMSFETISCH UND DIE RESSOURCEN ZENTRALASIENS 

Aufgrund des Reichtumsstrebens von US-Präsident Donald Trump sind auch die Bodenschätze in Ländern wie Kanada, Venezuela, der Ukraine und der Türkei für die USA von strategischer Bedeutung und werden in ihrer Regionalpolitik berücksichtigt. Auch Zentralasien zieht als eine an Energie und seltenen Erden reiche Region das Interesse der USA auf sich. Der Zugang zu diesen Ressourcen ist für die USA von strategischer Bedeutung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Washington seine Politik zur Eindämmung des russischen und chinesischen Einflusses in der Region verstärkt.

RISIKEN UND MÖGLICHE FOLGEN 

Die Übertragung der Abraham-Abkommen auf Zentralasien könnte Fragen hinsichtlich der regionalen Sicherheit aufwerfen. Dies hat das Potenzial, das bestehende Gleichgewicht zu verändern. Zudem könnte die Ausweitung des Abkommens die internationalen Reaktionen auf Israels Vorgehen im Gazastreifen beeinflussen.

Die Teilnahme von Staaten, die Wert auf Völkerrecht und Menschenrechte legen, an einem solchen Bündnis könnte indirekt als Billigung der israelischen Politik ausgelegt werden. 

Die Teilnahme Kasachstans und anderer Staaten der Region an den Abraham-Abkommen könnte nicht nur im Widerspruch zum Streben nach regionaler Stabilität stehen, sondern auch zu einer Schwächung der Beziehungen zwischen den zentralasiatischen Ländern führen.

Kurz gesagt: Der Kampf um strategische Ressourcen in Zentralasien ist ein kritischer Wendepunkt, der die regionale Stabilität und das globale Machtgleichgewicht bestimmen wird.