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Debatte um Bergbau in Olivenhainen! Ein Gesetz für kolonialen Bergbau?

Der Gesetzesentwurf, der den Weg für Bergbauaktivitäten in Olivenhainen ebnet, sorgt nicht nur aufgrund seiner ökologischen, sondern auch wegen seiner strukturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen für Kontroversen. Der Journalist Kansu Yıldırım bezeichnet die Regelung als „kolonialen Bergbau“ und betont, dass es sich um einen Prozess handele, der die ländliche Bevölkerung in die Lohnarbeit drängt und öffentliche Befugnisse zugunsten des Kapitals neu ordnet.

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Debatte um Bergbau in Olivenhainen! Ein Gesetz für kolonialen Bergbau?

Der Gesetzesentwurf, der derzeit im Industrieausschuss der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) beraten wird und Bergbauaktivitäten in Olivenhainen ermöglichen soll, ist in der Öffentlichkeit und bei der Opposition auf heftigen Widerstand gestoßen. Der Journalist Kansu Yıldırım wies darauf hin, dass der Entwurf nicht nur ökologische, sondern auch strukturelle und systemische Folgen haben werde, und bezeichnete die Regelung als „einen der umfassendsten Enteignungsversuche in der Geschichte des Landes“.

Laut Yıldırım ist die Bedrohung der Olivenhaine durch diese Regelung nur die Spitze des Eisbergs. Das eigentliche Ziel sei es, durch beschleunigte Enteignungen und Flurbereinigungen die Bodenschätze Anatoliens für das globale Kapital zu öffnen und die ländliche Bevölkerung in billige Arbeitskräfte zu verwandeln. Yıldırım beschreibt diesen Zustand als „kolonialen Bergbau“ und argumentiert, dass die mit dem Präsidialsystem geschaffene bürokratische Struktur durch dieses Modell neu geformt werde.

NEUE BEFUGNISSE, NEUE TRANSFORMATIONEN

Mit Artikel 4 des Gesetzesentwurfs wird für Bergbauvorhaben, die als „nationales Interesse“ eingestuft werden, das Recht auf beschleunigte Enteignung eingeräumt, während dem Präsidenten zudem die Befugnis erteilt wird, Bergbauvorräte anzulegen. Artikel 18 gewährt der Energiemarktaufsichtsbehörde (EPDK) bis zum Jahr 2030 das Recht auf beschleunigte Enteignung. Diese Frist kann per Präsidialdekret um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Kansu Yıldırım stellt fest, dass diese Machtübertragungen das Ausmaß der in der Öffentlichkeit häufig geäußerten Kritik an der „Ein-Mann-Herrschaft“ noch übertreffen:

„Die Opposition irrt sich, wenn sie glaubt, dies sei lediglich ein Instrument willkürlicher Verwaltung. Tatsächlich basieren diese Schritte auf den Prinzipien der Investitionserleichterung, die im 12. Entwicklungsplan klar dargelegt sind. Die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und die Verringerung der Lasten für Investoren werden durch dieses Gesetz institutionalisiert.“


UVP-VERFAHREN FAKTISCH ABGESCHAFFT

Mit dem Gesetzesentwurf werden auch die Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) weitgehend funktionsunfähig gemacht. Wenn die für eine Bergbaulizenz erforderlichen Stellungnahmen der Institutionen nicht innerhalb von 3 Monaten eingehen, „gilt die Genehmigung als erteilt“. Dieser Artikel bedeutet faktisch die Abschaffung der Umweltkontrolle.

SPUREN DER EUROPÄISCHEN UNION

Yıldırım betont zudem, dass das Gesetz nicht nur eine nationale Angelegenheit sei, sondern eine Erweiterung internationaler Kapitaldynamiken. Er verweist auf den Fortschrittsbericht der Europäischen Union zur Türkei aus dem Jahr 2004 und erinnert daran, dass die rechtlichen Anpassungsprozesse für den Bergbausektor bereits in jenen Jahren begannen:

„Unter der Anleitung der EU, die als Wiege der Demokratie gilt, verlaufen die Politik der Privatisierung und die Entfremdung der lokalen Bevölkerung von ihren Produktionsmitteln parallel.“

POOL FÜR BILLIGE ARBEITSKRÄFTE FÜR DAS GLOBALE KAPITAL

Laut Yıldırım ist dieses Gesetz nicht nur ein Schritt in Richtung Bergbau, sondern auch ein Schritt zur Transformation des ländlichen Raums. Der Prozess, der bei den Olivenhainen beginnt, zielt darauf ab, die bäuerliche Bevölkerung von ihren Produktionsmitteln zu trennen und sie in Lohnarbeiter zu verwandeln, um so die Reserve an billigen Arbeitskräften zu vergrößern. Daher könnte eine Aufhebung des Entwurfs nicht nur eine bloße Umweltregelung betreffen, sondern direkte Auswirkungen auf die globalen Kapitalketten haben.

Während die Spannungen im Ausschuss der TBMM und die Proteste der Opposition anhalten, wird erwartet, dass der Gesetzesentwurf in den kommenden Tagen auf die Tagesordnung des Plenums gesetzt wird.


Nachrichtenquelle: 12punto