Ahmet Özers Kommentar zum Öffnungsprozess: Bemerkenswerte Äußerung zu Demirtaş
Der Bürgermeister von Esenyurt, Ahmet Özer, hat aus dem Silivri-Gefängnis, wo er inhaftiert ist, wichtige Einschätzungen zum Lösungsprozess abgegeben. Özer betonte, dass der Druck auf die CHP aufgehoben werden müsse, damit der neue Prozess dem gesellschaftlichen Frieden dienen könne, und forderte: „Es müssen demokratische Schritte unternommen werden.“
Der CHP-Bürgermeister von Esenyurt, Ahmet Özer, der im Rahmen der Ermittlungen zur „Stadtkonsens“-Vereinbarung zwischen der DEM-Partei und der CHP bei den Kommunalwahlen wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in der PKK“ inhaftiert wurde, hat wichtige Erklärungen zum Lösungsprozess abgegeben. Im Gespräch mit der Zeitung Nefes aus dem Silivri-Gefängnis erklärte Özer, dass für ein gesundes Funktionieren des neuen Lösungsprozesses der gesellschaftliche Frieden unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden müsse.
„KANN ES IN EINEM LAND FRIEDEN GEBEN, IN DEM EINE HÄLFTE AUSGEGRENZT WIRD?“
Özer betonte, dass alle gesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden müssten, um im neuen Lösungsprozess den gesellschaftlichen Frieden zu sichern: „Kann gesellschaftlicher Frieden erreicht werden, indem die Hälfte der Türkei ausgegrenzt wird? Kann innerer Frieden gewährleistet werden, indem die CHP eingekesselt und die Opposition ausgeschaltet wird? Der Prozess entwickelte sich mit einer Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht. Jetzt sind demokratische Schritte an der Reihe“, sagte er.
Özer wies darauf hin, dass der Druck auf die CHP aufgehoben werden müsse, und erklärte, dass demokratische Schritte für den Erfolg des Lösungsprozesses unerlässlich seien. Özer sagte: „Zum Beispiel könnte man mit den Zwangsverwaltern beginnen. Damit könnte sowohl der Weg für eine neue Verfassung geebnet als auch ein Zeichen des guten Willens gesetzt werden.“
Özer erklärte, dass die Unterstützung der Gesellschaft für den Erfolg des Prozesses unerlässlich sei, und sagte, dass hierfür eine „Sprache des Friedens“ geschaffen und die seit Jahren anhaltende Paranoia vor einer Spaltung beseitigt werden müsse. Özer äußerte: „Dies können der Staat oder die Akteure der Regierung nicht alleine bewältigen. Es braucht Akteure, die beim Volk beliebt sind, beim Volk Rückhalt haben und sich mit diesen Themen befasst haben.“
Hinsichtlich der Notwendigkeit, den Lösungsprozess auf eine demokratische Grundlage zu stellen, äußerte Özer folgende Kritik:
„Warum sitzt beispielsweise Selahattin Demirtaş in einer solchen Zeit immer noch im Gefängnis? Warum sitze ich und sitzen Wissenschaftler wie ich im Gefängnis, während auf der anderen Seite ein Friedensprozess geführt wird? Nicht nur Demirtaş, sondern die Inhaftierung von hunderten, tausenden Politikern, gewählten Bürgermeistern und des Präsidentschaftskandidaten der größten Oppositionspartei, İmamoğlu, wirft einen Schatten auf die Demokratie dieses Prozesses.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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