Aufsehenerregende Botschaft von Deutschlands Bundeskanzler Merz in Ankara: Frage zu İmamoğlu prägt das Treffen
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz traf im Rahmen seines Türkei-Besuchs mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan zusammen. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gespräch betonte Merz die Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei und rief zu einem „strategischen Dialog“ auf.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz traf im Rahmen seines Türkei-Besuchs in Ankara mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan zusammen. Bei dem Treffen im Präsidentenpalast wurden neben den bilateralen Beziehungen auch der EU-Beitrittsprozess, die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie, Migrationspolitik und regionale Entwicklungen erörtert.
Nach dem Gespräch hielten die beiden Staatschefs eine gemeinsame Pressekonferenz ab. Merz betonte in seiner Erklärung die Unterstützung für den EU-Beitritt der Türkei.
„WIR MÖCHTEN DIE TÜRKEI IN DER EU SEHEN“
Der deutsche Bundeskanzler Merz äußerte sich zum EU-Beitritt der Türkei wie folgt: „Ich und die Bundesregierung möchten die Türkei in der EU sehen. Ich habe diesbezüglich einen strategischen Dialog vorgeschlagen. Wir wünschen uns, dass der Dialog wieder aufgenommen wird.“
Merz erinnerte daran, dass es für den EU-Beitrittsprozess bestimmte Bedingungen gebe, und betonte, dass der Prozess auf der Grundlage von Reformen und gegenseitigem Vertrauen voranschreiten müsse.
ERDOĞAN: „WIR HALTEN AN UNSERER ENTSCHLOSSENHEIT FEST“
Präsident Erdoğan betonte seinerseits, dass die Türkei ihr Ziel der Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union mit Entschlossenheit verfolge. Erdoğan sagte: „Wenn der entschlossene Wille, den die Türkei zeigt, seitens der Union die verdiente Anerkennung findet, können wir in sehr kurzer Zeit erhebliche Fortschritte erzielen.“
Erdoğan wies darauf hin, dass die türkische Gemeinschaft in Europa eine Brückenrolle in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern einnehme, und fügte hinzu: „Wir legen großen Wert auf den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit, die bis hin zu einem nicht mehr zu ignorierenden Rassismus in Europa reichen.“
BOTSCHAFT ZU WIRTSCHAFTLICHER ZUSAMMENARBEIT UND HANDELSVOLUMEN
Erdoğan erinnerte daran, dass Deutschland der größte Handelspartner der Türkei in Europa sei, und teilte das Ziel mit, das Handelsvolumen auf 60 Milliarden Dollar zu steigern. Er erklärte, dass neue Schritte geplant seien, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf ein höheres Niveau zu heben.
Auf der Pressekonferenz sagte Merz, dass man bei der Rückführung von Migranten, die illegal nach Deutschland gekommen seien, mit der Türkei zusammenarbeiten wolle. Er betonte, dass die Migrationskrise zwischen den beiden Ländern koordiniert bewältigt werden müsse.
Merz wies zudem auf die Entwicklung gemeinsamer Projekte im Bereich der Verteidigungsindustrie hin und betonte die Bedeutung gegenseitiger Investitionen und des Technologietransfers in diesem Sektor.
REGIONALE FRAGEN AUF DER TAGESORDNUNG
Es wurde berichtet, dass bei dem Treffen auch Syrien, der Ukraine-Russland-Krieg und die Lage in Gaza zur Sprache kamen. Merz erklärte, dass eine gerechte und dauerhafte Lösung im Ukraine-Krieg nur auf diplomatischem Wege erreicht werden könne.
Bezüglich der humanitären Krise in Gaza sagte Merz: „Ich habe unsere Ansichten zu einer Zwei-Staaten-Lösung dargelegt, die der Schlüssel zu einem dauerhaften Frieden in der Region ist und dazu beitragen soll, dass sich ein solches Leid nicht wiederholt.“
Der deutsche Bundeskanzler bezeichnete die Türkei als unverzichtbaren Partner in der europäischen Sicherheitspolitik und sagte: „Wir planen eine engere Zusammenarbeit mit der Türkei. Wir stehen mit Ankara in vielen Fragen im Dialog, von der regionalen Sicherheit bis hin zur Energie.“
DIE FRAGE ZU İMAMOĞLU
Während der Konferenz sprach ein deutscher Journalist die Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung von Istanbul im Zusammenhang mit dem EU-Beitrittsprozess an.
Erdoğans Antwort an den Journalisten lautete wie folgt:
'Wir sind in Bezug auf diese Ansätze entspannt und gelassen. Wir haben bezüglich der Kopenhagener Kriterien Folgendes gesagt: Die Kopenhagener Kriterien sind für uns kein negativer Ansatz. Wir haben dem gegenüber unsere Ankara-Kriterien. Mit den Ankara-Kriterien öffnen wir uns nach Europa. Denn die Türkei ist kein gewöhnliches europäisches oder asiatisches Land. Die Türkei ist ein demokratisches Land, das diesen Prozess weltweit am besten steuert und umsetzt, sowohl in Europa als auch in Asien, und es gibt diesbezüglich keine Probleme.
Sie hatten eine Frage zur Stadtverwaltung von Istanbul (İBB). Egal wer in welcher Position ist, in einem Rechtsstaat kann man das Recht nicht mit Füßen treten. Wenn man das tut, müssen die Justizbehörden in einem Rechtsstaat tun, was notwendig ist. Wenn sie das nicht tun, dann nehmen Korruption, Diebstahl und alle Arten von Fehlverhalten überhand. Genau so ist der Prozess in Istanbul abgelaufen, und derzeit führt die Justiz diesen Prozess fort und tut, was erforderlich ist.
In letzter Zeit ist das Thema der Schiedsrichter aufgekommen, und was auf den Fußballplätzen passiert; während all dies geschieht, kann ein Staat nicht mit gebundenen Händen zusehen. Er muss tun, was nötig ist, und genau das wurde jetzt getan. Wenn die Bürger diese Entwicklung auf den Tribünen sehen, sind sie jetzt sehr glücklich.'
Nachrichtenquelle: 12punto
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