Belästigungsskandal im Parlament weitet sich aus: Abgeordnete protestieren, Polizei errichtet Barrikaden
Nachdem weibliche Abgeordnete gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Praktikantinnen im türkischen Parlament (TBMM) protestieren wollten und zum Dikmen-Tor marschierten, stießen sie auf eine Polizeisperre. Die Abgeordneten reagierten mit der Forderung: „Öffnet die Barrikade“.
Nachdem bekannt wurde, dass Praktikantinnen einer Berufsschule in der Kantine des türkischen Parlaments (TBMM) von Parlamentsmitarbeitern sexuell missbraucht wurden, wächst der Protest im Parlament. Weibliche Abgeordnete organisierten heute einen Protestmarsch, um den Belästigungsskandal anzuprangern.
ABGEORDNETE MARSCHIEREN MIT DEM SLOGAN „KINDESMISSBRAUCH KANN NICHT REINGEWASCHEN WERDEN“
Die Abgeordneten begannen einen Marsch in Richtung des Dikmen-Tors des Parlaments, um ihren Unmut über den Skandal auszudrücken. Während des Marsches wurde der Slogan „Kindesmissbrauch kann nicht reingewaschen werden“ skandiert. Die Abgeordneten betonten, dass aufgrund der Schwere der Vorwürfe eine offizielle Stellungnahme erforderlich sei und der Prozess transparent geführt werden müsse.
POLIZEI ERRICHTET BARRIKADE, ABGEORDNETE REAGIEREN EMPÖRT
Während des Marsches blockierten Polizeieinheiten den Weg der Abgeordneten. Angesichts der Barrikade forderten die Abgeordneten die Polizeibeamten auf: „Öffnet die Barrikade“. Während der anhaltenden Spannungen bekräftigten die Abgeordneten ihre Entschlossenheit, ihren Protest fortzusetzen.
WIE KAM DER SKANDAL ANS LICHT?
Eine 16-jährige Praktikantin, die in der Kantine des Parlaments arbeitete, deckte die Belästigungsvorwürfe auf, indem sie den Behörden eine ihr zugesandte Nachricht zeigte. Es wurde bekannt, dass der Vater einer der Schülerinnen den Fall bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht hat.
Dem Bericht von Birgün zufolge soll der Missbrauch bereits seit Jahren stattfinden. Es wird behauptet, dass eine Gruppe von etwa 10 Mitarbeitern die Praktikantinnen untereinander aufgeteilt habe, mit Aussagen wie „Diese Praktikantin gehört mir, jene dir“. Quellen aus dem Parlament bestätigten, dass diese Verdachtsmomente bereits seit Längerem im Gespräch waren.
STELLUNGNAHME DES PARLAMENTS ZUR UNTERSUCHUNG
Nachdem der Skandal in der Öffentlichkeit bekannt wurde, gab das Generalsekretariat des Parlaments eine Erklärung ab. In der Erklärung wurden folgende Informationen mitgeteilt:
Nach der Beschwerde der Familie der Praktikantin am 19.11.2025 wurde am 20.11.2025 eine verwaltungsinterne Untersuchung eingeleitet.
Im Rahmen der Untersuchung wurde ein als Koch tätiger öffentlicher Bediensteter am 04.12.2025 vom Dienst suspendiert; die Verfahren zur Beendigung seines Arbeitsverhältnisses laufen.
Es wurde erklärt, dass die Ermittlungen gegen die anderen Verdächtigen umfassend fortgesetzt werden.
Es wurde angekündigt, dass die Untersuchung bis zum 12.12.2025 abgeschlossen sein soll und alle gewonnenen Erkenntnisse an die Justizbehörden weitergeleitet werden.
„ARBEITSVERHÄLTNIS WIRD BEENDET, JUSTIZBEHÖRDEN WERDEN INFORMIERT“
In der Erklärung wurde zudem betont, dass nach Abschluss der Untersuchung die notwendigen disziplinarischen Maßnahmen gegen die Verantwortlichen ergriffen werden, einschließlich der Entlassung aus dem öffentlichen Dienst. Die Parlamentsverwaltung erklärte, dass die Vorwürfe akribisch untersucht würden und der Prozess transparent verlaufe.
Nachrichtenquelle: 12punto
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