Dervişoğlu zur Zwangsverwaltung: 'Eingriffe in die Wahlentscheidung des Volkes sind inakzeptabel'
Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, hat erneut eine klare Haltung gegen die Praxis der Zwangsverwaltung eingenommen. Dervişoğlu betonte, dass sie keinerlei Initiativen dulden werden, die den Volkswillen missachten.
Der Vorsitzende der İYİ-Partei, Müsavat Dervişoğlu, äußerte sich bei der Eröffnung des zweiten Semesters der Politikakademie in der Parteizentrale. In seiner dortigen Rede kritisierte er die aktuelle politische Ordnung des Landes und stellte seinen Standpunkt mit den Worten klar: „Ganz gleich, gegen wen oder wo sie angewendet wird, wir lehnen das Konzept der Zwangsverwaltung, das das Wahlrecht des Volkes aushebelt, entschieden ab.“
Dervişoğlu erklärte in seiner Rede, dass nicht mehr nur Ereignisse, sondern auch die ihnen beigemessenen Bedeutungen zu einem ernsthaften Kampfgebiet geworden seien. Er wies darauf hin, dass man sich in einer Zeit befinde, in der Krieg und Frieden, Diplomatie und Unterdrückung, Wirtschaft und Sicherheit miteinander vermischt würden. Mit Blick auf die Unsicherheit in der Gesellschaft bewertete Dervişoğlu die Lage wie folgt: „Spannungen können schnell in Konflikte umschlagen, und Staaten können ihre Richtung durch plötzliche Entscheidungen ändern. Unser Volk muss dann oft sehr hohe Preise zahlen.“
Dervişoğlu betonte, dass Politik nicht nur als tägliche Debatte betrachtet werden dürfe: „Für uns beginnt Politik damit, die Welt, das Volk und den Staat richtig zu lesen. Ohne die Zeit, in der wir leben, korrekt zu analysieren, können wir unseren Nationalstaat nicht schützen.“
„POLITIKLOSIGKEIT IST DER PUNKT, AN DEM DER WILLE DES VOLKES MISSACHTET WIRD“
Dervişoğlu erklärte, dass die rechtlichen und sozialen Sicherheiten in der Gesellschaft schwächer würden. Er äußerte, dass Menschen davon abgehalten würden, Individuen zu sein, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen, und stattdessen in verwaltete Massen verwandelt werden sollten, und sagte weiter:
„Infolgedessen wächst der Autoritarismus, demokratische Traditionen nehmen Schaden, und schädliche sowie destruktive politische Ansätze, die den Willen des Volkes schwächen, gewinnen an Verbreitung.“
Dervişoğlu argumentierte, dass Verfassung, Traditionen und Gesetze in der Staatsführung ausgehöhlt würden. Er sagte, dass die auf Verdienst und Volkswillen gegründete Ordnung der Republik durch Bestrebungen ersetzt werde, die den Spielraum für die Zustimmung des Volkes einengten. Dervişoğlu betonte: „Als İYİ-Partei ist es uns unmöglich, solche Tendenzen jemals zu akzeptieren.“
KLARE REAKTION AUF ZWANGSVERWALTUNGEN
Dervişoğlu beschrieb ein Bild, das er als „Station der Politiklosigkeit“ bezeichnete, und äußerte sich wie folgt:
„In jedem Fall, in dem in einem Land Ernennungen an die Stelle von Wahlen, Eingriffe an die Stelle von Wettbewerb und Privilegien an die Stelle von Recht treten, wird die Politik ignoriert. Dies ist ein Ort, an dem der Entscheidung des Volkes keine Chance gegeben wird. Daher ist es eine Grundvoraussetzung unserer Partei, sich gegen Zwangsverwaltungen in Kommunen oder gegen den politischen Willen zu stellen, unabhängig davon, welche Partei betroffen ist.“
BOTSCHAFT AN DIE JUGEND UND DIE POLITIKAKADEMIE
Dervişoğlu erklärte, dass die Politikakademie nicht nur ein Ort für Vorlesungen sei, sondern eine Plattform, auf der Konzepte wie Staat, Recht, Volk und Verantwortung sowohl in ihrer realen als auch in ihrer moralischen Dimension diskutiert würden. Er drückte seine Zufriedenheit über das Interesse der Jugend an einem solchen Programm aus.
Dervişoğlu betonte, dass man die Politik angesichts der wachsenden Hoffnungslosigkeit und des Misstrauens bei jungen Menschen wieder zu einem vertrauenswürdigen Bereich machen wolle, und richtete folgenden Appell an sie:
„Sie sind nicht hierhergekommen, um nur zuzuhören. Sie sind gekommen, um zu denken, zu hinterfragen, zu diskutieren und zu lernen. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie Politik nicht nur mit technischem Wissen, sondern mit Gewissen und Moral begreifen. Denn was die Türkei braucht, sind Kader, deren Wort und Tat eins sind.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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