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Devlet Bahçelis „Ein Kurde, ein Alevi"-Formel bringt die AKP in Aufruhr: 2 Namen geraten aneinander!

Der Vorschlag von MHP-Vorsitzendem Devlet Bahçeli, wonach einer der Vizepräsidenten ein Alevi und einer ein Kurde sein solle, hat ehemalige AKP-Mitglieder gegeneinander aufgebracht. Während Şamil Tayyar diese Aussagen als „schädlich" bezeichnete, antwortete Mehmet Metiner mit den Worten: „Dieser Staat ist unteilbar und gehört uns allen."

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Devlet Bahçelis „Ein Kurde, ein Alevi

MHP-Chef Devlet Bahçeli soll in einer internen Sitzung mit MHP-Abgeordneten einen bemerkenswerten Vorschlag zum Präsidialsystem gemacht haben. Laut einem Bericht des Journalisten İsmail Saymaz schlug Bahçeli eine auf gesellschaftlicher Repräsentation basierende Formel vor: „Der Präsident soll zwei Stellvertreter haben – einer soll Kurde, einer soll Alevi sein."

MHP SCHWEIGT, AKP IN AUFRUHR

Weder von der MHP noch von Bahçeli selbst kam ein Dementi oder eine Erklärung zu diesen Aussagen. Doch in den Reihen der Regierungskoalition wuchs die Debatte. Der ehemalige AKP-Abgeordnete Şamil Tayyar kritisierte Bahçelis Vorschlag in einem Beitrag auf seinen Social-Media-Kanälen mit scharfen Worten. Tayyar sagte, dieser Ansatz werde die Türkei „libanonisieren".

„Diese Aussage ist ein äußerst problematischer und gefährlicher Vorschlag, der die Nahtstellen der Türkei zum Bluten bringen würde.

Eine Struktur nach dem Libanon-Modell, bei dem der Präsident Christ, der Ministerpräsident Sunnit und der Parlamentspräsident Schiit ist, würde die Türkei spalten.

Die Verteilung von Ämtern nach Glauben und Ethnizität ist keine demokratische Haltung.

Es ist ungerecht gegenüber Türken, Kurden und Aleviten gleichermaßen. Das Entscheidende sind Verdienst und ein pluralistisches Demokratieverständnis."

MEHMET METİNERS VERNICHTENDE ANTWORT

Während Tayyars Beitrag unter AKP-nahen Persönlichkeiten eine neue Debatte entfachte, reagierte der ehemalige AKP-Abgeordnete Mehmet Metiner ohne Namensnennung mit äußerst harten Worten auf Tayyars Veröffentlichung.

Metiner bezeichnete den Beitrag als „Unverschämtheit" und äußerte sich wie folgt:

„Wenn der weise Führer der Türkei und das Symbol des türkischen Nationalismus, Dr. Devlet Bahçeli, etwas sagt, sollte jeder tausendmal nachdenken, bevor er spricht. Dass jemand im Bereich Ethnizität und Nationalismus durch Empfindlichkeitsheuchelei oder Rollenklau Herrn Bahçeli gegenüber unbedarft pöbelt, ist wahrhaftig eine Situation jenseits aller Unverschämtheit.

Ohne zu wissen, ob Herr Bahçeli gesagt hat „Der Präsident soll zwei Stellvertreter haben. Einer soll Kurde, einer soll Alevi sein." – und vor allem, selbst wenn er es gesagt hat, ist es nicht schwer zu erahnen, zu welchem Zweck und in welchem Zusammenhang er dies gesagt hat – diese Worte sofort auf das Terrain eines ethnischen und konfessionellen Kompartimentierungsdenkens zu ziehen und sie als Zielscheibe von Kritiken wie „äußerst schädlich und gefährlich" darzustellen, ist eine Haltung, die sich mit gutem Willen keinesfalls vereinbaren lässt."

„WENN DER WEISE FÜHRER DAS GESAGT HAT, HAT DAS GESAGTE GEWISS EINEN VOR- UND HINTERGRUND"

„Dass manche sich sofort hinter Ansätzen wie ‚Jeder, der durch das Staatsangehörigkeitsband verbunden ist, ist Türke' verschanzen und pöbeln, dass andere dies als imperialistisches Spaltungsprojekt darstellen und den Weg der Anschuldigung gehen – das ist in Wirklichkeit der Ausdruck des Unbehagens, das jene bekannten Kreise oder Personen angesichts des laufenden Prozesses gegenüber dem weisen Führer empfinden. Wenn der weise Führer das gesagt hat, hat das Gesagte gewiss einen Vor- und Hintergrund. Wir wissen, dass Bahçelis Türklichkeitsverständnis ein durch den Islam geadeltes, glaubensmäßiges und kulturelles Verständnis ist.

Das Staatsbürgerschafts- und Nationsverständnis des weisen Führers gründet nicht auf einem Verständnis, das jeden rassisch oder ethnisch als Türken betrachtet. Wenn er die Repräsentation von Kurden und Aleviten betont hat, bedeutet das weder, dass er ein ethnisches noch ein konfessionelles Kompartimentierungsdenken gutheißt.

Es bedarf kaum der Erwähnung, dass diese Repräsentation eine Betonung einer vereinheitlichenden neuen Repräsentativität bedeutet, die das Wort ‚Türke' an der Spitze des Staatsbürgerschafts- und Nationsverständnisses – das durch die historische Erfahrung und Architektur, die der islamische Glaube verewigt hat – mit einem großen Einheitsverständnis in die Gegenwart trägt."

„SIE SOLLTEN DIESES KRANKHAFTE DENKEN ÜBERDENKEN"

„Diejenigen, denen bei den Worten Kurde und Alevi sofort die Haare zu Berge stehen, und die bei der Rede von kurdischer und alevitischer Repräsentation sofort an ethnische und konfessionelle Spalterei denken, sollten in erster Linie dieses krankhafte Denken überdenken.

Am wichtigsten: Wenn sie in ihren Ansprüchen auf islamische Zugehörigkeit aufrichtig sind, sollten sie lernen, ihrem Glauben entsprechend zu denken. Jeder weiß, dass in Herrn Bahçelis Kopf keinerlei Vorstellungen Platz haben, die zu einer Spaltung führen würden.

Aber dass die Betonung einer für eine große Einheit notwendigen Repräsentation entlang der Achse Kurdentum und Alevitentum kein kompartimentierendes Projekt bedeutet – und dass dies zumindest von Bahçeli niemals so geäußert werden würde – ist eine Wahrheit, die jeder vernunft- und gewissensbegabte Mensch akzeptieren kann. Die Soziologie der Türkei und die Soziologie des Libanon sind zwei völlig verschiedene Realitäten, die nicht einmal miteinander verglichen werden dürfen."


Nachrichtenquelle: 12punto

Şamil Tayyar Ehemaliger AKP-Abgeordneter Mehmet Metiner Devlet Bahçeli