EILMELDUNG... 'Stadtskonsens'-Operation gegen CHP-geführte Kommunen
Im Rahmen einer von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Untersuchung wurden Haftbefehle gegen die stellvertretenden Bürgermeister von Kartal und Ataşehir sowie gegen Gemeinderatsmitglieder aus Tuzla, Fatih, Adalar, Şişli und Beyoğlu erlassen. Insgesamt liegen gegen 9 Kommunalbeamte Haftbefehle vor. Zudem wurde berichtet, dass gegen den Bürgermeister von Kartal, Gökhan Yüksel, wegen des Vorwurfs der Unregelmäßigkeiten ermittelt wird.
Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hat eine neue Operation gegen CHP-geführte Kommunen eingeleitet. Im Rahmen der als „Stadtskonsens“ (Kent Uzlaşısı) bezeichneten Operation wurden die stellvertretenden Bürgermeister von Kartal und Ataşehir festgenommen; zudem wurden Haftbefehle gegen 7 Gemeinderatsmitglieder aus verschiedenen Kommunen erlassen. Es wurde bekannt, dass die Durchsuchungen in den Rathäusern andauern.
Unterdessen wurde eine Anklageschrift gegen 21 Personen, darunter der Bürgermeister von Kartal, Gökhan Yüksel, wegen des Vorwurfs der „Amtsmissbrauchs“ erstellt. In der von der Sonderermittlungsabteilung der Generalstaatsanwaltschaft Anadolu vorbereiteten Anklageschrift wird behauptet, dass zwischen 2019 und 2021 44 kommunale Immobilien entgegen dem staatlichen Vergabegesetz vermietet wurden. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang dauern an.
Zu den Festgenommenen gehören der stellvertretende Bürgermeister von Kartal, C.Y., der stellvertretende Bürgermeister von Ataşehir, L.G., das Gemeinderatsmitglied von Üsküdar, B.K., das Gemeinderatsmitglied von Sancartepe, E.G., das Gemeinderatsmitglied von Fatih, G.A., das Gemeinderatsmitglied von Tuzla, H.Ö., das Gemeinderatsmitglied von Adalar, N.A., das Gemeinderatsmitglied von Şişli, S.G., sowie das Gemeinderatsmitglied von Beyoğlu, T.Ş.
Die diesbezügliche Erklärung der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft lautet wie folgt:
„Im Rahmen der von unserer Generalstaatsanwaltschaft gemeinsam mit der Abteilung für Terrorismusbekämpfung der Istanbuler Polizeidirektion durchgeführten Ermittlungen;
In dem von der DEM-Partei als Strategie für die Kommunalwahlen festgelegten und im Dezember 2023 veröffentlichten Positionspapier wurde im Rahmen der unter dem Namen ‚Stadtskonsens‘ skizzierten Strategie nach einer Basis für Dialog/Allianzen mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in den westlichen Provinzen der Türkei gesucht. In diesem Rahmen wurden durch Gespräche/Verhandlungen im Zuge der ‚Stadtskonsens‘-Formel in den betroffenen Provinzen/Bezirken keine eigenen Kandidaten aufgestellt, eigene Kandidaten über andere Parteien nominiert oder Kontingente in den Gemeinderäten gesichert.
Betrachtet man die Erklärungen der PKK/KCK-Führung, die in offenen Quellen zugänglich sind:
-Die KCK-Co-Vorsitzende Bese Hozat, Deckname Hülya ORAN, erklärte in ihrer Rede am 05.11.2024 beim Sender Medya Haber, der auf der Linie der Organisation berichtet: ‚Der Name der Einheit und des gemeinsamen Kampfes sowie der Allianz zwischen Kurden und Türken sei der Stadtskonsens; der Stadtskonsens sei die gemeinsame Haltung/Einigung von Türken und Kurden.‘
-In einem Artikel des PKK/KCK-Exekutivrates, verfasst von Cuma, Deckname Cemil BAYIK, der vor den Wahlen am 31.03.2024 in der der Organisation nahestehenden Zeitschrift Serxwebun veröffentlicht wurde:
‚Die als Stadtskonsens bezeichnete Strategie sei eine richtige Entscheidung. Mit dieser Methode könne das kurdische Volk in Kurdistan (sic) und in den türkischen Städten, in denen es stark vertreten ist, eigene Kandidaten aufstellen und zum Erfolg führen, während es gleichzeitig in anderen türkischen Städten durch die Unterstützung von Kandidaten, die demokratisch und freiheitlich eingestellt sind, die kurdische Frage demokratisch angehen, das kurdische Volk als Freunde betrachten und Solidarität mit dem gerechten Anliegen des kurdischen Volkes zeigen, sein politisches Gewicht weiter erhöhen könne. Dies sei ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Freiheitskampfes und die demokratische politische Lösung der kurdischen Frage.‘
-In einem Interview mit dem Mitglied des PKK/KCK-Exekutivrates Hüseyin Avareş, Deckname Mustafa KARASU, das am 04.04.2024 in der der Organisation nahestehenden Nachrichtenagentur ANF veröffentlicht wurde, äußerte dieser: ‚Die DEM-Partei verfolge bei dieser Wahl in der Türkei kein allgemeines Bündnis oder einen Konsens, verfolge aber in sehr strategischen Gebieten der Türkei mit der Politik des ‚Stadtskonsens‘ eine Politik, die gemeinsam mit allen demokratischen Kräften die Regierung verlieren lässt. Dieser Zustand sollte nicht als Haltung für eine Partei, sondern als Haltung zur Stärkung der demokratischen Kräfte gesehen werden; es wäre nützlich, wenn die Opposition dies ebenfalls so verstehen würde.‘
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die oben genannten Punkte in Verbindung mit den Informationen und Dokumenten, die im Rahmen der Ermittlungen gegen die Terrororganisation, insbesondere die HDK-Struktur, gewonnen wurden, wie folgt bewertet werden:
Die Theorie der Stadtskonsens-Formel wurde von der Führung der Terrororganisation entwickelt. Es handelt sich um eine Formel, die im System der demokratischen Autonomie in einigen Bereichen angewendet werden soll. Sie wurde im Rahmen der Planung erstellt, in den östlichen Provinzen durch den Gewinn der Kommunalverwaltungen das Autonomiesystem zu etablieren und in den westlichen Provinzen die kurdische Bevölkerung durch ein dem Autonomiesystem ähnliches System in die Kommunalverwaltungen einzubinden. Mit der ‚Stadtskonsens‘-Formel wird angestrebt, dass Kurden in westlichen Provinzen und Bezirken, selbst wenn sie die Kommunen nicht gewinnen, durch die Unterstützung von Konsenskandidaten eine bestimmte Anzahl an Quoten in den Gemeinderäten erhalten, um bei Gemeinderatsbeschlüssen mitzureden, in der Kommunalverwaltung präsent zu sein und ein politisches Gegengewicht zu bilden. Das Autonomiesystem und die Stadtskonsens-Formel sind ein Organisationssystem, das über der DEM-Partei steht. Insbesondere die innerhalb der Organisation tätigen Strukturen (DBP, HDK), die sich mit der Organisation befassen, sind die grundlegenden Institutionen, die das System der Basisorganisation (Volk) der Organisation entwickeln und verwalten.
Bezüglich des Demokratischen Kongresses der Völker (HDK) wurde laut Berichten der Abteilung für Terrorismusbekämpfung festgestellt: Er ist die Fortsetzung des Demokratischen Gesellschaftskongresses (DTK), der durch das Urteil des 16. Strafsenats des Kassationsgerichtshofs vom 02.12.2019 (Aktenzeichen 2018/4589, Urteil 2019/7385) als Bestandteil der PKK/KCK-Terrororganisation und als eigenständige Terrororganisation anerkannt wurde. Der HDK ist eine Frontorganisation mit legalem Anschein und ein alternatives Parlament zur TBMM. Seine Komponenten sind die legalen Ableger der Terrororganisationen im HBDH-Spektrum. Seine Räte zeigen Identität mit dem KCK-Vertrag. Er organisiert den gesellschaftlichen Raum durch die Durchführung von Protestmärschen, Presseerklärungen, Kundgebungen usw. mit legalem Anschein gemäß den Anweisungen der PKK/KCK-Terrororganisation. Er versuchte, durch die Organisation des gesellschaftlichen Raums während der Kobani-Ereignisse vom 6.-7.-8. Oktober, der Ausrufung der Demokratischen Autonomie und der Graben-Barrikaden-Ereignisse die Massen zu kanalisieren und die Strategie der Demokratischen Autonomie zu akzeptieren. Es wurde festgestellt, dass er Personal in die ländlichen Gebiete der Terrororganisation schickt und hierarchisch als Dachstruktur der politischen Bereichsstruktur unter der KCK/TDÖ-Teilorganisation, der sogenannten Türkei-Exekutive der PKK/KCK-Terrororganisation, fungiert. Bei der Untersuchung der Hauptermittlungsunterlagen unserer Generalstaatsanwaltschaft zu den in Istanbul tätigen Mitgliedern der HDK-Dachstruktur der Terrororganisation wurde gemäß dem beschlagnahmten organisatorischen Archiv festgestellt, dass die folgenden Personen Mitglieder des HDK (in organisatorischer Terminologie als sogenannte Mitglieder des Arbeitsrates, Bezirksratsmitglieder, Frauenratsmitglieder, Generalratsmitglieder, Mitglieder der Kultur- und Kunstkommission, Delegierte usw.) sind:
1-Der Verdächtige C.Y. als stellvertretender Bürgermeister von Kartal,
2-Der Verdächtige L.G. als stellvertretender Bürgermeister von Ataşehir,
3-Der Verdächtige B.K. als Gemeinderatsmitglied von Üsküdar,
4-Der Verdächtige E.G. als Gemeinderatsmitglied von Sancaktepe,
5-Der Verdächtige G.A. als Gemeinderatsmitglied von Fatih,
6-Der Verdächtige H.Ö. als Gemeinderatsmitglied von Tuzla,
7-Der Verdächtige N.A. als Gemeinderatsmitglied von Adalar,
8-Der Verdächtige S.G. als Gemeinderatsmitglied von Şişli,
9-Der Verdächtige T.Ş. als Gemeinderatsmitglied von Beyoğlu,
dass sie nach den Kommunalwahlen vom 31.03.2024 auf Anweisung der Terrororganisation im Rahmen der ‚Stadtskonsens‘-Aktivität gewählt wurden, ihr Amt antraten und derzeit im Amt sind. In Anbetracht der Tatsache, dass das Autonomiesystem und die Stadtskonsens-Formel ein Organisationssystem über der DEM-Partei sind und insbesondere die innerhalb der Organisation tätigen Strukturen (DBP, HDK) die grundlegenden Institutionen sind, die das System der Basisorganisation (Volk) der Organisation entwickeln und verwalten, wurde verstanden, dass die genannten Verdächtigen Organisationsmitglieder sind, die im Rahmen der ‚Stadtskonsens‘-Aktivität der Terrororganisation tätig sind.
Um die oben genannten Verdächtigen sowie den ebenfalls als HDK-Mitglied identifizierten Verdächtigen İ.P. (eine mit der Gemeinde Beyoğlu verbundene Zivilperson), insgesamt (10) Verdächtige, festzunehmen und organisatorische Dokumente sowie sonstige Beweismittel sicherzustellen, wurden am 11.02.2025 ab 06:00 Uhr im Rahmen einer simultanen Operation alle Verdächtigen gefasst und festgenommen. Die Durchsuchungen der Wohnsitze, Arbeitsplätze und der speziellen Büros der Verdächtigen C.Y. und L.G. in den jeweiligen Rathäusern durch die Teams der Abteilung für Terrorismusbekämpfung (TEM) dauern an.
Über weitere Entwicklungen wird zu gegebener Zeit informiert.
Unsere Ermittlungen werden vertieft fortgesetzt, um die ‚Stadtskonsens‘-Aktivität, die darauf abzielt, die Wirksamkeit der Terrororganisation in den Metropolen zu erhöhen, mit allen Elementen und Mitgliedern aufzudecken.“
OPERATION AUCH GEGEN DEN BÜRGERMEISTER VON KARTAL
Gegen 21 Angeklagte, darunter der Bürgermeister von Kartal, Gökhan Yüksel, war bereits eine Anklageschrift wegen „Amtsmissbrauchs“ erstellt worden, da 44 kommunale Immobilien unrechtmäßig vermietet worden sein sollen.
In der von der Sonderermittlungsabteilung der Generalstaatsanwaltschaft Anadolu vorbereiteten Anklageschrift wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem behauptet wurde, dass die Verdächtigen ihre Befugnisse missbraucht hätten, indem sie zwischen 2019 und 2021 44 kommunale Immobilien entgegen den Bestimmungen von Artikel 51 des staatlichen Vergabegesetzes vermietet hätten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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