Alle waren gespannt auf Kılıçdaroğlu: Es wurde bekannt, von wo aus er den Parteitag-Prozess verfolgte!
Die kritische Anhörung im Verfahren zur Annullierung des 38. ordentlichen Parteitags der CHP hat begonnen. Ein gerichtliches Urteil auf „absolute Nichtigkeit“ könnte die Parteiführung und den Vorsitz von Özgür Özel direkt beeinflussen. Nun wurde bekannt, wo sich Kemal Kılıçdaroğlu am Tag der Anhörung aufhielt. Hier sind die Details zur Verhandlung...
Das Verfahren zur Annullierung des 38. ordentlichen Parteitags der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) wird heute vor dem 42. Zivilgericht erster Instanz in Ankara verhandelt. Am Tag der Verhandlung befindet sich der ehemalige CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu nicht in Ankara. Es wurde bekannt, dass weder Kılıçdaroğlu noch der ehemalige Bürgermeister der Großstadt Hatay, Lütfü Savaş, der die Klage eingereicht hat, bei der Anhörung anwesend sind.
In den Kulissen der CHP wird kommentiert, dass der ehemalige Parteichef es vorziehe, sich vom Gerichtsverfahren fernzuhalten und das Geschehen von außen zu beobachten, während Mitglieder des Parteirats (PM) den Antrag stellten, dem Verfahren beizutreten.
IM ZENTRUM DER KLAGE STEHT DER VORWURF DER „ABSOLUTEN NICHTIGKEIT“
Die Klage umfasst Anträge auf Annullierung des 38. ordentlichen Parteitags von 2023 sowie des Satzungsparteitags von 2025. Der ehemalige Bürgermeister von Hatay, Lütfü Savaş, sowie die Delegierten Levent Çelik, Bahar Önal, Yılmaz Özkanat und Hatip Karaaslan reichten die Klage mit der Begründung ein, dass beim Parteitag „Stimmen manipuliert“ und der „Wille der Delegierten verfälscht“ worden seien.
In der Klageschrift wird argumentiert, dass Özgür Özel und der Versammlungsleiter Ekrem İmamoğlu die Partei „auf rechtswidrige Weise übernommen“ hätten. Sollte das Gericht auf „absolute Nichtigkeit“ entscheiden, könnte der Parteitag für ungültig erklärt werden.
Die dritte Anhörung des Verfahrens begann heute um 10.04 Uhr vor dem 42. Zivilgericht erster Instanz in Ankara. Die Anwälte der Parteien waren im Saal anwesend. Das Interesse der Presse war groß.
Die Anwälte der CHP stellten keinen Antrag auf Fristverlängerung. Die Mitglieder des Parteirats reichten ihre Anträge auf Teilnahme an der Anhörung beim Gericht ein. In den Teilnahmeanträgen wurden die Vorwürfe, dass „Stimmen gegen Entgelt abgegeben wurden“, zurückgewiesen.
ANWALT VON LÜTFÜ SAVAŞ: ÖZEL SOLL DES AMTES ENTHOBEN WERDEN
Der Anwalt von Lütfü Savaş forderte die Annullierung des Parteitags und verlangte, dass die Führung unter Özgür Özel einstweilen des Amtes enthoben wird. Der Anwalt argumentierte, dass nun zur Phase der mündlichen Verhandlung übergegangen werden müsse.
WELCHE ENTSCHEIDUNG KANN DAS GERICHT TREFFEN?
Dem Gericht stehen mehrere Optionen offen:
Sollte es nur ein Urteil auf „absolute Nichtigkeit“ fällen, wird die CHP-Führung in Berufung gehen, und Özgür Özel bliebe bis zur Rechtskraft des Urteils im Amt.
Sollte das Gericht zudem eine einstweilige Verfügung erlassen, könnte die derzeitige Führung vorübergehend des Amtes enthoben werden. In diesem Fall könnte die alte Führung zurückkehren oder das Gericht einen vorläufigen Ausschuss ernennen.
Das Gericht könnte den Antrag auch abweisen oder die Akte auf das neue Justizjahr vertagen.
Die Verfahren bezüglich des Parteitags werden sowohl vor dem Zivilgericht als auch vor dem Schwurgericht geführt. Vor dem Schwurgericht läuft ein separates Verfahren gegen 12 Personen, darunter der Versammlungsleiter Ekrem İmamoğlu, wegen des Vorwurfs der „Stimmenmanipulation“, für das Haftstrafen von bis zu 3 Jahren gefordert werden.
In diesem Zusammenhang wurde eine 40-seitige Anklageschrift erstellt. Der ehemalige Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu tritt in diesem Verfahren als „Geschädigter“ auf. Es wurde erklärt, dass Kılıçdaroğlu am Tag der Anhörung nicht in Ankara sei und den Prozess von außerhalb Ankaras verfolgen werde.
WAS SAGT DIE REGIERUNGSSEITE?
In den Kulissen von AKP und MHP wird ein Hinauszögern des Verfahrens bis nach der gerichtlichen Sommerpause in das neue Justizjahr als das wahrscheinlichere Szenario bewertet. Sollte jedoch bewiesen werden, dass der Parteitag manipuliert wurde, wird ein Urteil auf „absolute Nichtigkeit“ als möglich erachtet.
Der YSK-Vertreter der AKP, Recep Özel, argumentierte hingegen, dass das Zivilgericht nicht die Befugnis habe, ein solches Urteil zu fällen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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