Reaktionen auf die IMM-Anklageschrift reißen nicht ab: Kurdisches Sprichwort eines Regierungsabgeordneten sorgt für Aufsehen!
Die Kritik an der Unübersichtlichkeit und den mutmaßlich politischen Hintergründen der Anklageschrift im Verfahren gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IMM) hält an. Juristen hinterfragen die Komplexität des Falls mit den Worten „Eine Anklageschrift mit 400 Angeklagten ist unmöglich“, während ein Regierungsabgeordneter die Anklageschrift mit einem kurdischen Sprichwort kritisierte.
Die Anklageschrift gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) bleibt inmitten der intensiven politischen Agenda der Türkei ein bemerkenswertes Thema.
Während die Opposition forderte, das Verfahren live zu übertragen, und die Regierung diesem Vorschlag zunächst grünes Licht gab, wurde der entsprechende Antrag im Parlament durch die Stimmen von MHP und AKP abgelehnt. Die 19 im Rahmen der Ermittlungen inhaftierten Personen wurden am 4. Dezember freigelassen.
In politischen Kreisen gehen die Diskussionen über den Inhalt der Anklageschrift unvermindert weiter. Während Juristen vor dem bevorstehenden Prozess bemerkenswerte Einschätzungen zur Struktur und zum Inhalt der Akte abgeben, kommen auch aus dem Lager der Regierung weiterhin interessante Kommentare.
Hinsichtlich der IBB-Ermittlungen in Istanbul gibt es weiterhin Kritik aus juristischen Kreisen.
Viele Juristen wiesen darauf hin, dass eine Anklageschrift mit 400 Angeklagten rechtlich nicht haltbar sei, und machten auf die Widersprüche und Unklarheiten in der Akte aufmerksam. Einer dieser Kommentare stammte von einem Regierungsabgeordneten, der die Anklageschrift mit einem kurdischen Sprichwort bewertete.
Ein Politiker aus dem Regierungslager nahm Bezug auf die Unübersichtlichkeit der Anklageschrift und erklärte: „Wenn jemand in einer Schlägerei nach einem großen Stein greift, versteht man, dass er nicht die Absicht hat, ihn zu werfen.“ Dieser Kommentar verdeutlicht, dass der eigentliche Zweck der Akte in Frage gestellt wird.
„EINE ANKLAGESCHRIFT MIT 400 ANGEKLAGTEN IST NICHT HALTBAR“
Juristen vertiefen ihre Kritik am Inhalt der Anklageschrift weiter. Viele juristische Abgeordnete kritisierten die Unübersichtlichkeit der Akte und erklärten, dass eine Anklageschrift mit 400 Angeklagten nicht realistisch sei. „Eine derart umfangreiche und unübersichtliche Akte wird in der Gerichtsphase noch komplexer werden. Es besteht kein Zweifel, dass dieser Fall in der Revisionsinstanz beim Kassationshof scheitern wird. Das unabhängige und den Rechtswerten verpflichtete Personal des Kassationshofs könnte solche problematischen Anklageschriften zurückweisen“, lautete eine Einschätzung.
Die Struktur der Anklageschrift ist ein weiterer Punkt, der von Juristen stark kritisiert wird. Während darauf hingewiesen wird, dass viele Strafverfahren sich auf die Kernelemente des Vorfalls konzentrieren, wird bei den IBB-Ermittlungen festgestellt, dass die Vorwürfe ausgeweitet wurden.
„Selbst wenn bei Mordfällen das Opfer an mehreren Stellen erstochen wurde, wurde das Verfahren auf den tödlichen Schlag gegen das Herz gestützt. Wenn man jedoch diese Anklageschrift prüft, ist die Akte verworren und die Strafen sind übertrieben. Neben den Straftatvorwürfen wurden viele andere Themen in die Akte aufgenommen, die das Verfahren schwächen würden. Es scheint, als wolle man durch die Unübersichtlichkeit der Akte von den eigentlichen Punkten ablenken“, hieß es in Kommentaren.
Die Journalistin Nuray Babacan erläuterte das Ziel der Anklageschrift wie folgt:
„Es ist offensichtlich, dass es hier nicht um ein juristisches Ergebnis geht, das aus dieser Anklageschrift hervorgehen soll. Das eigentliche Ziel ist es, Ekrem İmamoğlu und sein Team aus der Politik zu drängen. Dies lässt sich an der Komplexität der Akte und den anderen darin enthaltenen Themen ablesen. Es zeigt sich, dass Politiker, die die Akte prüfen, der Ansicht sind, dass der Zweck der Anklageschrift weniger darin besteht, ein juristisches Ergebnis zu erzielen, als vielmehr İmamoğlu aus dem System zu entfernen.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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