Still und leise beendet... Erdoğan wurde nach 26 Jahren von Klage freigesprochen
Präsident Erdoğan wurde 26 Jahre nach der Einleitung des Ermittlungsverfahrens wegen der AKBİL-Korruptionsaffäre, das während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Istanbul begann, freigesprochen.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan wurde von den Korruptionsermittlungen freigesprochen, die 1999 im Zusammenhang mit AKBİL, dem damaligen Zahlungsmittel für öffentliche Verkehrsmittel in Istanbul, während seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt eingeleitet worden waren. Gegen 65 Personen war damals wegen des Vorwurfs der unrechtmäßigen Bereicherung in Höhe von 2,6 Billionen Lira ermittelt worden.
Erdoğans Name war ebenfalls in die Vorwürfe der „Veruntreuung im Amt“ verwickelt. Das zuständige 2. Schwurgericht von Üsküdar entschied jedoch im Jahr 2003, als der Prozess gegen 29 Angeklagte endete, auf Freispruch und forderte die Aufhebung der Immunität Erdoğans. Da Erdoğan 2014 zum Präsidenten gewählt wurde, wurde das Verfahren aufgrund seiner verfassungsrechtlichen Immunität ausgesetzt.
Auf Antrag der Anwälte Erdoğans wurde die AKBİL-Akte an das 6. Schwurgericht von Istanbul-Anadolu überwiesen und eine Wiederaufnahme des Verfahrens beschlossen. Das Gericht nahm die Akte still und leise wieder auf und sprach Erdoğan frei.
Wie Alican Uludağ von DW Türkçe berichtet, ist das Urteil rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft von Istanbul-Anadolu keine Berufung eingelegt hat.
Erdoğans Anwälte hatten unter Hinweis auf den Freispruch der anderen Angeklagten auch für Präsident Erdoğan einen Freispruch gefordert. Der damalige Gerichtsvorsitzende hatte jedoch erklärt, dass der Fall aufgrund der Immunität des Präsidenten nicht verhandelt werden könne. Daraufhin wurde der Gerichtsvorsitzende ausgetauscht und ein neues Gremium gebildet.
Das neue Richtergremium prüfte die Akte und sprach Erdoğan frei. Dass die Staatsanwaltschaft keine Einwände erhob, trug zur Rechtskraft des Urteils bei.
Dem Bericht von DW Türkçe zufolge war während des Prozesses gegen Präsident Erdoğan auch die „Zustimmung des Präsidenten“ ein Diskussionsthema. Quellen gaben an, dass der Fall mit Erdoğans Zustimmung wieder eröffnet wurde. Erdoğans Anwälte ließen Anfragen zu diesem Thema jedoch unbeantwortet.
Parallel zum Freispruch Erdoğans wurde bekannt, dass auch der ehemalige Innenminister İdris Naim Şahin nach dem Ende seiner parlamentarischen Immunität vor demselben Gericht freigesprochen wurde.
Nachrichtenquelle : 12punto
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