Justizminister Tunç signalisiert neue Regelungen für jugendliche Straftäter: Strafen werden verschärft
Justizminister Yılmaz Tunç hat nach den jüngsten Gewalttaten angekündigt, dass die Strafen für die Strafverfolgung von Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren neu geregelt werden sollen. Tunç erklärte: „Wir zielen darauf ab, die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten und gleichzeitig das Kindeswohl zu wahren.“
Die jüngsten Mordfälle in der Türkei haben die Debatte über die Strafen für Straftaten, die von Minderjährigen begangen werden, neu entfacht.
Die Ermordung des 15-jährigen Mattia Ahmet Minguzzi in Istanbul-Kadıköy und der gewaltsame Tod von Hakan Çakır durch Messerstiche in Ankara-Keçiören hatten in der Öffentlichkeit für Empörung gesorgt.
NEUE REGELUNG IN VORBEREITUNG
Nach den aufeinanderfolgenden Vorfällen hat der Präsident und AKP-Vorsitzende Recep Tayyip Erdoğan Anweisungen für neue gesetzliche Regelungen erteilt, die sowohl die Personen betreffen, die Kinder zu Straftaten verleiten, als auch die Verantwortung der Familien.
WIR WERDEN SCHRITTE FÜR DEN FRIEDEN DER GESELLSCHAFT UNTERNEHMEN
Justizminister Yılmaz Tunç kündigte in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account an, dass umfassende Änderungen am türkischen Strafgesetzbuch und einigen anderen Gesetzen vorgenommen werden, um zu verhindern, dass Kinder in die Kriminalität abrutschen, und um den Frieden in der Gesellschaft zu schützen.
Unter Verweis auf den Mord an Hakan Çakır in Ankara sagte Tunç: „Dieser Vorfall hat gezeigt, welch ernste Bedrohung Gewalttaten durch Täter unter 18 Jahren für unsere Gesellschaft darstellen.“
UMFASSENDE ÄNDERUNGEN AUF DEM TISCH
Minister Tunç teilte zudem die Hauptpunkte der neuen Regelungen mit. Demnach:
Werden die Strafminderungen für Kinder im Alter von 15 bis 18 Jahren überprüft.
Werden die Strafen für Misshandlungen von Kindern oder pflegebedürftigen Personen verschärft.
Werden die Sanktionen bei Verletzung elterlicher Pflichten gestärkt.
Wird die Verpflichtung zur Erstellung von Sozialberichten in Jugendstrafverfahren sichergestellt.
Werden die Strafen jugendlicher Verurteilter in geschlossenen Jugendstrafanstalten vollstreckt.
Werden Sanktionen bei Pflichtverletzungen durch Beamte eingeführt.
Der Social-Media-Beitrag von Justizminister Yılmaz Tunç lautet wie folgt:
Der tragische Vorfall im Bezirk Keçiören in Ankara, der zum Tod unseres jungen Bruders Hakan Çakır führte, hat uns alle zutiefst erschüttert. Die von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara gegen die nach dem Vorfall gefassten Tatverdächtigen wegen „vorsätzlicher Tötung“ eingeleiteten Ermittlungen werden umfassend geführt, und 4 Verdächtige wurden vom Friedensgericht inhaftiert.
Ich wünsche unserem verstorbenen Bruder Gottes Gnade und seiner Familie sowie seinen Angehörigen Geduld. Gewalt ist niemals akzeptabel, egal von wem sie ausgeht oder gegen wen sie sich richtet. Nach dem Verlust unseres Kindes Ahmet Minguzzi und ähnlichen Vorfällen sind insbesondere Gewalttaten durch Täter unter 18 Jahren zu einem Thema geworden, das wir mit größter Sorgfalt behandeln müssen.
In diesem Rahmen ist die Notwendigkeit entstanden, neue Regelungen in unserem türkischen Strafgesetzbuch und einigen anderen Gesetzen bezüglich der Ermittlungs-, Strafverfolgungs- und Vollstreckungsphasen zu treffen, um zu verhindern, dass Kinder in die Kriminalität abrutschen, und um den Frieden unserer Gesellschaft zu schützen.
Die Überprüfung der in Artikel 31 des türkischen Strafgesetzbuches vorgesehenen Strafminderungsraten für Kinder im Alter von 15 bis 18 Jahren,
Die Verschärfung der Strafen für systematische Misshandlungen von Kindern oder pflegebedürftigen Personen,
Die Stärkung der Sanktionen für Straftaten im Zusammenhang mit der Verletzung elterlicher Pflichten,
Die Verpflichtung zur Erstellung von Sozialberichten in Jugendstrafverfahren und die Verhinderung deren grundloser Unterlassung,
Die Vollstreckung der Strafen jugendlicher Verurteilter in geschlossenen Jugendstrafanstalten und die Möglichkeit der Verlegung in Erziehungsheime bei Besserung,
Die verstärkte behördenübergreifende Koordination zur effektiven Umsetzung der für Kinder getroffenen Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen sowie die Einführung von Sanktionen für Beamte, die Nachlässigkeit oder Verzögerungen zeigen,
Die Anwendung wirksamer Sanktionen gegen Mütter, Väter oder Verantwortliche, die gegen zum Wohle des Kindes getroffene Schutzmaßnahmen verstoßen, stehen als umfassende Regelungen auf unserer Agenda.
Unser Ziel ist es, einerseits das Kindeswohl zu wahren und andererseits die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten. Wir werden entschlossen Schritte unternehmen, um unsere Kinder davor zu schützen, in die Kriminalität abzugleiten, Opfer zu verhindern und sicherzustellen, dass unsere Familien solche Schmerzen nicht noch einmal erleben müssen. Wir werden die Regelungen, auf die wir großen Wert legen, in Absprache mit allen Beteiligten so schnell wie möglich abschließen und unseren Entwurf mit Beginn des neuen Legislaturjahres unseren Abgeordneten zur Prüfung vorlegen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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