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Kritik an Kılıçdaroğlu: CHP reagiert auf Äußerungen

Gül Çiftci, Mitglied der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), hat scharf auf die Äußerungen von Kemal Kılıçdaroğlu zu den laufenden Ermittlungen gegen Kommunalverwaltungen und zu parteiinternen Entwicklungen reagiert. Çiftci erklärte, dass Kılıçdaroğlus Worte die Unschuldsvermutung verletzen würden.

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Kritik an Kılıçdaroğlu: CHP reagiert auf Äußerungen

Die Juristin und CHP-Politikerin Gül Çiftci kritisierte über soziale Medien die Einschätzungen, die Kemal Kılıçdaroğlu in einer kürzlich besuchten Fernsehsendung äußerte. Çiftci bezeichnete Kılıçdaroğlus Ansatz in der Live-Sendung, insbesondere in Bezug auf die gegen parteiangehörige Bürgermeister und Kommunalverwaltungen eingeleiteten Ermittlungen, als „großen Widerspruch“.

Çiftci kritisierte, dass Kılıçdaroğlu einerseits behaupte, die Justiz sei nicht unabhängig, andererseits aber die Vorwürfe gegen CHP-Bürgermeister und die eröffneten Akten vorab akzeptiere. „Abgesehen davon, dass es ein großer Widerspruch ist, ignoriert er damit auch ganz offen die Unschuldsvermutung“, äußerte sie.

Çiftci erinnerte daran, dass Kılıçdaroğlu zwar sagte, er habe „nicht alle diese Anklageschriften gelesen“, dennoch aber endgültige Urteile über die Akten fällte, und betonte, dass damit der Kern des Rechts auf ein faires Verfahren geschädigt werde.

Die CHP-Juristin unterstrich in ihren Erklärungen folgende Punkte:

„Einerseits sagt er, 'die Justiz ist nicht unabhängig', andererseits akzeptiert er die Ermittlungen, die dieselbe Justiz gegen CHP-Bürgermeister, Parteifunktionäre und gewählte Vertreter führt, vorab als wahr… Abgesehen davon, dass es ein großer Widerspruch ist, ignoriert er damit auch ganz offen die Unschuldsvermutung.“

Gül Çiftci betonte, dass die Unschuldsvermutung kein abstraktes Prinzip sei, sondern eine konkrete rechtliche Garantie, die für jeden Bürger gelten müsse:

Die Unschuldsvermutung ist kein abstraktes Rechtsprinzip. Sie ist das Fundament des Rechtsstaates, des Rechts auf ein faires Verfahren und der Rechtssicherheit aller Bürger. Wenn es kein rechtskräftiges Gerichtsurteil gegen eine Person gibt, erst recht, wenn diese Person Ziel einer politisierten Justizordnung ist, dann ist die Verwendung von Begriffen wie 'Bestechlicher', 'schmutzig' oder 'Element, das gereinigt werden muss', weder mit dem Recht noch mit dem Gewissen vereinbar.“

Çiftci wies darauf hin, dass die in der Sendung auf Sözcü TV geäußerte Aussage, „das seien keine politischen Verfahren“, unter den Bedingungen der politisierten Justiz in der Türkei nicht akzeptabel sei, und erinnerte daran, dass es allgemein anerkannt sei, dass dieselbe Justiz in anderen Fällen aus politischen Gründen entscheide.

Çiftci widersprach auch dem Ansatz „wenn keine Klage eingereicht wird, ist es akzeptiert“ und warnte:

„'Wenn keine Klage eingereicht wird, ist es akzeptiert' – dieser Satz ist rechtlich nicht haltbar. Im Strafrecht liegt die Beweislast nicht bei der beschuldigten Person. Niemand darf gezwungen werden, seine Unschuld zu beweisen.“

Çiftci setzte ihre Kritik wie folgt fort:

„Auch die Erklärungen zum Parteitagsprozess tragen denselben Widerspruch in sich. Während gesagt wird: 'Ich bin keine Partei in diesem Verfahren', werden die politischen Folgen des Gerichtsurteils akzeptiert. Sie sagen sowohl, dass Sie es nicht wissen, als auch, dass Sie keine Partei in der Akte sind, und gleichzeitig zielen Sie mit Begriffen wie Zweifel, Schmutz und Reinigung auf die gewählte Führung der CHP ab. Das nennt man nicht Konsistenz.“

Çiftci schloss ihre Worte mit dem Hinweis, dass der Umgang mit politischer Immunität in der Türkei Gefahren berge, die die Opposition treffen könnten:

Der Satz 'Ich hätte mir gewünscht, dass meine Immunität aufgehoben wird' ist auch im Hinblick auf das jüngere politische Gedächtnis der Türkei äußerst schwerwiegend. Die Türkei hat in der Vergangenheit erlebt, welche Folgen dieser Ansatz hat. In einer politisierten Justizordnung schafft die Aufhebung der Immunität keine Grundlage für eine Entlastung vor dem Gesetz, sondern öffnet die Tür für die Ausschaltung der Opposition durch die Justiz. Heute denselben Fehler erneut zu verteidigen, ist mehr als nur politischer Mangel an Weitsicht.“


Nachrichtenquelle: 12punto