Mansur Yavaş reagiert scharf auf das Innenministerium: „Sie können uns keine Straftaten unterstellen, Sie werden nichts finden!“
Der Bürgermeister der Stadt Ankara, Mansur Yavaş, trat nach der Erteilung einer Ermittlungserlaubnis gegen ihn vor die Kameras und äußerte sich zu den Vorwürfen. Yavaş wies die Anschuldigungen scharf zurück und erklärte: „Wir veruntreuen kein Geld, wir bereichern uns nicht unrechtmäßig, Sie werden nichts finden!“
Der Bürgermeister der Stadt Ankara, Mansur Yavaş, hielt eine Pressekonferenz bezüglich der Ermittlungserlaubnis ab, die das Innenministerium in den letzten Tagen gegen ihn eingeleitet hat. Yavaş klärte die Öffentlichkeit über die Themen auf, die nach der Entscheidung des Innenministeriums für Aufsehen gesorgt hatten.
Zu Beginn der Sitzung gedachte Yavaş des Angriffs auf eine Schule in Kahramanmaraş und betonte, dass das gesellschaftliche Klima der Gewalt analysiert werden müsse. Er unterstrich, dass physische Maßnahmen allein nicht ausreichten, um Gewalt zu bekämpfen, und dass die psychische Gesundheit sowie die Hoffnung der Jugend gestärkt werden müssten.
Yavaş übte Kritik an den juristischen Verfahren und wies auf die zunehmenden gerichtlichen Maßnahmen gegen oppositionelle Kommunalverwaltungen hin. Er erklärte, dass insbesondere Akten aus der Vergangenheit wieder aufgerollt und in einen politischen Prozess verwandelt würden.
„SIE WERDEN KEINE BEWEISE FINDEN, UM UNS ZU BESCHULDIGEN“
Nach der Einleitung der Ermittlungen gegen ihn stellte Yavaş klar, dass die Vorwürfe gegen sie völlig haltlos seien. Mit den Worten „Was wollen Sie finden? Da ist nichts! Wir veruntreuen kein Geld, wir bereichern uns nicht unrechtmäßig. Sie werden nichts finden!“ wies er die Korruptionsvorwürfe entschieden zurück.
Yavaş wies zudem darauf hin, dass zahlreiche Beschwerden über frühere Stadtverwaltungen ergebnislos geblieben seien und dass die Justizverfahren in diesem Prozess fair sein müssten. Mit einem Verweis auf die Ära von Melih Gökçek sagte Yavaş: „In einigen Ermittlungen taucht die Familie Gökçek sowohl bei Gericht als auch bei den Inspektionsbehörden ständig auf. Trotzdem finden unsere Beschwerden kein Gehör; das bedeutet Ungerechtigkeit.“
Yavaş betonte, dass sie keine Angst vor einem Prozess hätten und dass das Gesetz für alle gleichermaßen gelten müsse: „Wir haben keine Angst davor, vor Gericht zu stehen. Aber wir wollen fair und ordnungsgemäß verhandelt werden.“
KRITIK AN DOPPELSTANDARDS IM SYSTEM
Ein weiteres wichtiges Thema, das Yavaş ansprach, waren die Praktiken, die die Doppelstandards in den Justizverfahren offenlegen. Er wies darauf hin, dass gegen die Kommunalverwaltungen der Republikanischen Volkspartei (CHP) wiederholt rückwirkende Ermittlungen eingeleitet würden, und erklärte, dass diese Praktiken den Volkswillen missachteten. Er betonte, dass alte Akten hervorgeholt würden, um demokratisch gewählte Bürgermeister zu verhaften, und dass die Inhaftierung zu einer Bestrafungsmethode geworden sei.
Yavaş forderte das Innenministerium auf, die Ergebnisse der gegen sie eingeleiteten Ermittlungen transparent an die Öffentlichkeit und die Stadtverwaltung zu kommunizieren. Er gab an, dass auf eingereichte Petitionen keine Antworten erhalten würden, wodurch ihr Recht auf Einspruch faktisch aufgehoben sei.
REAKTION AUF NEUE ERMITTLUNGEN UND DEREN BEGRÜNDUNGEN
Die Begründung für die kürzlich bekannt gegebenen neuen Ermittlungen ist der Vorwurf, dass Fahrzeuge der Stadtverwaltung Ankara im Jahr 2023 bei einer Wahlkundgebung in Karabük eingesetzt worden seien. Sowohl die Stadtverwaltung als auch Yavaş betonten jedoch in ihren Erklärungen, dass in der Akte keine direkte Anweisung oder Rechtswidrigkeit festgestellt worden sei.
Yavaş erläuterte anhand von Beispielen, dass auch bei früheren Ermittlungen Ermittlungserlaubnisse erteilt wurden, obwohl keine Straftatbestände festgestellt werden konnten. Zudem kritisierte er, dass Vorwürfe gegen den ehemaligen Bürgermeister Melih Gökçek und dessen Amtszeit nicht ordnungsgemäß untersucht würden: „Wegen angeblich fehlender Beweise für Unregelmäßigkeiten in früheren Perioden werden keinerlei Maßnahmen ergriffen. Aber wenn es um uns geht, werden ständig Akten geöffnet und Ermittlungen eingeleitet“, sagte er.
„ICH RICHTE MICH AN DAS INNENMINISTERIUM: HANDELN SIE GERECHT“
Yavaş fügte hinzu: „Unser Name kann in keiner Weise mit Korruption oder unrechtmäßiger Bereicherung in Verbindung gebracht werden. Trotzdem wird aus verschiedenen Gründen weiterhin gegen uns vorgegangen. Es lässt sich jedoch nicht einmal der geringste Beweis dafür finden, dass wir Geld veruntreut oder einen Verwandten bereichert hätten. Eine so saubere Verwaltung zu führen, war nicht einfach; wir werden weiterhin ein Vorbild für die Menschen in Ankara und die gesamte Türkei sein.“
Zum Abschluss der Sitzung unterstrich Yavaş, dass die objektive und unparteiische Durchführung von Ermittlungsverfahren für die Zukunft der lokalen Selbstverwaltung von entscheidender Bedeutung sei, und rief das Innenministerium zu einem fairen Vorgehen auf.
Nach den Erklärungen von Yavaş veröffentlichte die Stadtverwaltung Ankara eine neue schriftliche Stellungnahme, in der betont wurde, dass Yavaş nicht direkt in die Ermittlungen verwickelt sei, und dass der Prozess transparent geführt und die Öffentlichkeit informiert werde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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